Buch über „50 Jahre Kraftverkehr Mark-Sauerland“

Heinz-Werner Turk schreibt aktuell an seinem Buch „50 Jahre Kraftverkehr Mark-Sauerland 1925-1975)“. Der MVG-Vorgänger sorgte einst für Beweglichkeit der Menschen in Neuenrade und darüber hinaus. - Foto: Koll

Neuenrade - Alles, was sich bewegt, fasziniert Heinz-Werner Turk seit Kindesbeinen an. Und so schreibt der Eisenbahn- und Omnibus-Freund derzeit ein Buch über den MVG-Vorgänger. „50 Jahre Kraftverkehr Mark-Sauerland 1925-1975)“ soll das Werk heißen. Von den am Ende 150 DIN-A4-Seiten hat Turk bereits zwei Drittel fertiggestellt.

Seit gut einem Jahr arbeitet der Neuenrader an seinem neuen Werk. „Bestimmt zehn Stunden pro Woche sitze ich in meinem Büro daran“, überlegt er. Aber damit nicht genug: Turk hat das Stadtarchiv durchforstet und jenes der MVG. Er hat die Firma MAN angeschrieben, die ihm tatsächlich antwortete und ein Merkblatt mit Fahrzeugdaten von 1927 zusandte. Und er besuchte zwei Mal Gerhard Heist in Plettenberg, welcher ehemals Verkehrsmeister der Mark-Sauerland war. „Der hat alles, was da war, fotografiert.“

Und so hat Turk bei seinen Recherchen so einiges Interessantes zu Tage gefördert: etwa den Schriftverkehr, wonach nach dem Zweiten Weltkrieg die Mark-Sauerland die Stadt Neuenrade beauftragte, bei dem Deutschen Roten Kreuz darum zu bitten, einen Fahrer aus der Gefangenschaft frei zu bekommen. Fahrer gab es seinerzeit nur wenige.

Die Busse fuhren von 1949 bis 1961 übrigens mit Anhänger. Vor allen Dingen in der Haarnadel-Kurve auf den Serpentinen von Werdohl nach Neuenrade mussten die Fahrer damals Geschick beweisen.

Neuenrade hatte einst eigene Wagenhallen. Die befand sich dort, wo heute der Kreisverkehr steht, weiß der 68-jährige Turk zu berichten. „Anfang der 60er-Jahre kamen dann die ersten Gelenkbusse zum Einsatz“, berichtet der Omnibus-Fan.

Übrigens: Ursprünglich fuhr neben dem eigentlichen Busfahrer stets auch ein Schaffner mit. Der hatte an der Tür einen eigenen Sitzplatz und war auch zuständig für den Verkauf der Fahrscheine. „Als das dann später die Fahrer selbst übernahmen, sprach man auch von Ein-Mann-Bussen“, sagt Turk und lächelt.

Eine Besonderheit in Neuenrade waren ab 1958 derweil auch die anderthalb-stöckigen Busse. Die hatten zwar 150 PS, aber – wenn sie voll besetzt waren – doch Schwierigkeiten den Berg von Werdohl nach Neuenrade hoch zu kommen. Immerhin verfügten sie über 48 Sitz- und 104 Stehplätze.

Von Michael Koll

Wer noch Infos, Materialien und Fotos für Turk hat – ehemalige Fahrer und Schaffner der Mark-Sauerland – soll sich bei ihm melden unter Tel. 0 23 92 / 6 44 64.

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