Wehmut und Akzeptanz der Umstände

Einschulung in Neuenrade: Die Masken gehören nun dazu

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Durch das Spalier der älteren Mitschüler gelangten die neuen Burgschüler in ihre Klassenräume.

Neuenrade – Einer der sicher schönsten Momente für die frisch gebackenen Schulkinder war, als sie durch das Spalier der älteren Grundschüler in ihre Klassen gingen. Zumindest war das den gut gelaunten Kindern anzumerken. Dazu gab es freundlichen Applaus für die Neuen.

Gleich drei Einschulungsfeiern – für jede Klasse eine – gab es gestern für die Burgschule im Kaisergarten. Den ersten Durchgang absolvierten die Schüler und Eltern der Giraffenklasse (Klassenlehrerin Jennifer Oest). Coronabedingt weit auseinander saßen die Eltern und Begleiter der Kinder. Vorne saßen die Kinder relativ schüchtern und ebenfalls mit Abstand. 

Besser wurde die Stimmung erst, als sie virtuell von den ehemaligen Erstklässlern per Video begrüßt wurden. Im Vorfeld hatten die jetzigen Zweitklässler sogar ein kleines Theaterstück einstudiert. Nicht ohne Stolz hieß es von Schulleiter Awerd Riemenschneider: „Da könnt Ihr sehen, was man schon alles im ersten Jahr lernt.“ 

Einschulung der Erstklässler in Neuenrade

Auch Pastor Dieter Kuhlo-Schöneberg hatte einen kleinen Auftritt vor den Kindern und wünschte mithilfe von Handpuppen alles Gute. Dann marschierten die Kinder zur Schule. Währenddessen verkündete die stellvertretende Schulleiterin Jennifer Krause wichtige Informationen und erste Termine für die Eltern. 

Eltern aufgeregt und traurig

Die waren zum Teil durchaus aufgeregt und auch ein bisschen traurig angesichts der Umstände. „Das ist generell nicht so schön. Es ist traurig für eine Einschulung“, hieß es von Florent und Svetlana Zejnullahu, die ihren Sohn Luan einschulten, zu den Einschränkungen durch die Pandemie. Generell nahmen die Eltern die Maßnahmen als notwendig hin und waren teils gespannt, wie es wohl weiter gehen werde. Eine Mutter findet die Sache mit den Masken schwierig, aber sogar generell gut, um Krankheiten zu verhindern. „Das ist besser so“, sagte Elif Schulte-Oztorun. Die meisten i-Männchen waren ein wenig einsilbig in ihren Antworten zu ihren Gefühlen. Alle freuten sich aber auf die Schule. 

Im Kaisergarten mussten die Familien weit auseinander sitzen.

Schulleiter Awerd Riemenschneider jedenfalls sprach den Kindern Mut zu und appellierte an die Eltern mitzuhelfen. Am Rande der Veranstaltung sagte er, dass die größeren Kinder inzwischen die Pandemieregeln verinnerlicht hätten. Das funktioniere gut, auch der Großteil der Eltern würde unterstützen. Er habe sich aber auch schon „mit Verschwörungstheoretikern herumschlagen“ müssen. Riemenschneider sagte aber auch: „Wir sind froh, dass wir endlich unsere Schüler wieder haben.“ 

Erste Einschulungsfeier in Altenaffeln

Die ersten Kinder, welche heute eingeschult wurden, waren 20 Jungen und Mädchen in der Altenaffelner Grundschule. Nach einem Gottesdienst ging es ins Bürgerhaus. Dort hielt Riemenschneider eine kleine Rede, in der er auch seinen Unmut über spät kommende Informationen des Ministeriums äußerte. Traurig-wehmütig waren Lehrer und Kinder. Lehrerin Elisabeth Menke: ,,Sonst durften wir zur Begrüßung mit den Kindern auf dem Schulhof immer singen, das fehlt uns.“ Iris Schulte, Klassenlehrerin der i-Männchen freut sich dennoch über den Start: ,,Auch wenn die Situation etwas befremdlich ist, ist es wichtig, dass die Kinder starten dürfen.“ 

20 Kinder wurden in der Grundschule Altenaffeln eingeschult. Klar wurden auch hier die Hygieneregeln eingehalten.

Auch unter den Eltern herrschte Wehmut: Alexandra Böhm, deren Tochter nun in die erste Klasse geht, findet: ,,Es ist bewegend und rührend, ich finde die Schule hat das Beste aus der Situation gemacht. Es war wichtig für die Kinder die Einschulung so zu erleben, weil ihnen in diesem Jahr schon die Verabschiedung im Kindergarten genommen wurde.“Am Ende waren sich dann trotz Pandemie alle einig: ,,Gemeinsam schaffen wir das."

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