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Der Kaisergartensaal war voll besetzt. ▪

NEUENRADE ▪ Schultüten mit Drachen, Rennautos und Prinzessin Lillifee – in Neuenrade und Altenaffeln ging es am Donnerstag bunt zu. 104 Kinder erlebten ihren ersten Schultag an der Grundschule Altenaffeln und der Burgschule Neuenrade. Ein spannender Tag nicht nur für die Jungen und Mädchen: Auch Lehrer und Eltern waren nervös.

An der Grundschule Altenaffeln begrüßte Schulleiter Awerd Riemenschneider die 49. Erstklässler-Generation. „Auch für mich ist das ein besonderer Tag“, sagte der neue Rektor bei seiner Ansprache, denn für ihn sei es ebenfalls ein erster Schultag. „Die Aufregung ist dolle“, wusste er, und beschrieb damit gleichzeitig auch seine Gefühlslage. Trotzdem konnte er die 19 Schulanfänger beruhigen: „Es ist vieles neu und vieles ungewohnt – aber gar nicht schlimm.“

Mit dem Hinweis, dass sich alle von der Grundschule Altenaffeln schon sehr auf die Neuankömmlinge gefreut hätten, übergab er die I-Männchen in die Obhut ihrer Klassenlehrerin Iris Schulte.

Während der ersten Schulstunde stand für die restlichen Verwandten ein gemeinsames Frühstück auf dem Programm, dass die Eltern der Zweitklässler ausrichteten. In diesem Zuge übergab Iris Middendorf, Vorsitzende des Fördervereins, der Schule eine tragbare Musikanlage. Diese soll unter anderem in der Turnhalle eingesetzt werden. Zuvor hießen die restlichen Klassen der Grundschule die Neuen willkommen: Das zweite Schuljahr hatte einen ABC-Rap einstudiert, die vierte Klasse trug ein Gedicht vor. Ein Lied stand schließlich für alle auf dem Programm: Bei Pippi Langstrumpf sah man auch den ein oder anderen Erwachsenen verschmitzt mitsingen.

Die Einschulungsfeier für die vier neuen Klassen der Neuenrader Burgschule fand in diesem Jahr zum ersten Mal im Kaisergarten statt. Mit dem Begrüßungslied „Hallo“ hießen die zweiten Klassen die 85 Erstklässler willkommen. Schulleiter Awerd Riemenschneider schloss an das Lied an und begrüßte auch die Eltern und Großeltern zur Einschulungsfeier. Auch im Kaisergarten zeigte er sich immer noch ein wenig nervös: „Die Einschulung ist für euch etwas ganz Aufregendes, für mich aber auch, ich mache das ja zum ersten Mal in Neuenrade“, sagte er.

Eine Verwandlung würden die I-Männchen gleich erleben: „Gerade wart ihr noch Kindergartenkinder und jetzt – Hokuspokus! – werdet ihr Schulkinder!“ Viele Freunde, die sie noch aus dem Kindergarten und vom Spielen kennen, sowie ein tolles Lehrerteam wären aber bei dem neuen Lebensabschnitt an ihrer Seite.

Auch in der Burgschule trugen die zweiten Klassen den Buchstaben-Rap vor und bewiesen, was sie seit ihrer eigenen Einschulung gelernt hatten: „D wie Dose, M wie Maus“, sangen sie und hielten Schilder mit den passenden Buchstaben hoch. Die neuen Schüler und ihre Verwandten belohnten sie mit viel Applaus.

„An der Burgschule, da könnt ihr was erleben“, versprach der Schulleiter, bevor er die 85 Mädchen und Jungen ihren Klassenlehrern zuteilte. „Rätseln, Geheimnisse entdecken, laufen, springen...“, zählte er auf. „Ihr werdet ganze Bücher lesen und macht sogar schon richtige Mathematik!“ Vom Kaisergarten aus zogen die vier neuen Klassen hinüber zur Burgschule. Die älteren Schüler sorgten für einen feierlichen Übergang in den neuen Lebensabschnitt: Sie bildeten ein Spalier mit geschmückten Lindenzweigen, das die Erstklässler Hand in Hand durchschreiten konnten.

Nicht allen Eltern fiel es leicht, ihre Kleinen ziehen zu lassen. „Ich bin schon nervös, ob heute alles gutgeht“, sagte Stefan Rolle, der seine Tochter Talina zur Einschulung begleitet hatte. „Das ist ja ein großer Schritt“, sagte seine Frau Bettina Rolle. „Sie ist jetzt auf sich allein gestellt.“

Auch Miriam Schneider war gespannt, wie es ihrer Tochter am ersten Schultag ergehen würde: „Ich finde es interessant, nochmal alles durch ihre Augen zu erleben, was man früher selbst erlebt hat.“

Wenn jemand auf Reisen geht, dann ist er vorher meist ein wenig nervös. Und Sabrina Sipinski, Klassenlehrerin der jüngsten Schüler der Waldorfschule, verglich den Schulstart eben mit einer Reise: „Wir gehen zusammen auf Reisen und werden viel Neues erleben. Gemeinsam werden wir die Buchstaben entdecken und einen Ausflug in das Land der Zahlen machen“, versprach sie den I-Männchen.

Zuvor hatte Helga Holtkemper die Eltern, Großeltern, Paten und die zahlreichen anderen Begleiter der Erstklässler in der Aula der Waldorfschule am Remmelshagen begrüßt. „Ich freue mich über Ihre Entscheidung für unsere Schule. Wir werden uns seitens der Lehrer und der Verwaltung mit viel Engagement um Ihre Kinder kümmern, aber auch Sie haben die große Chance, den Schulalltag Ihrer Kinder aktiv mitzugestalten“, betonte die Pädagogin und hob so auch das Prinzip der Waldorfschule hervor.

Musikalisch mitgestaltet wurde die Einschulungsfeier von Sekretärin Elvi Klein und Schülerinnen an der Querflöte, einem Mut-mach-Lied der Zweitklässler unter der Leitung von Susann Kaiser-Geue und von Anette Maslow am Klavier. Klare Sache: Patenschüler aus der 7. Klasse überreichten den „Neuen“ Sonnenblumen und begleiteten sie durch das traditionelle Blumentor auf die Bühne. Dort begrüßte Sabrina Sipinski die zwölf Erstklässler und führte sie in ihren zukünftigen Klassenraum. Während dieser ersten Schulstunde wurden die Eltern und Verwandten in den Räumlichkeiten der offenen Ganztagsgrundschule mit einem Imbiss bewirtet, den die Eltern der zweiten Klasse vorbereitet hatten.

Von Annette Kemper, Constanze Raidt und Silvia Sauser

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