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Einrichtung in Neuenrade wird umgebaut: Ein Seniorenzentrum zieht um

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Von: Peter von der Beck

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Als ob die Jesusfigur den Umzug überwachen würde: Die grünen Punkte an den Möbeln bedeuten: Sie ziehen um und können von Schlotmanns Mannen nach Altena verfrachtet werden.
Als ob die Jesusfigur den Umzug überwachen würde: Die grünen Punkte an den Möbeln bedeuten: Sie ziehen um und können von Schlotmanns Mannen nach Altena verfrachtet werden. © von der Beck, Peter

Ein ganzes Seniorenzentrum zieht um: Das Evangelische Altenzentrum Neuenrade (EAZ) wird für gut ein Jahr in das ehemalige Altenaer Krankenhaus St. Vinzenz ausgelagert.

In der Zwischenzeit wird das EAZ umgebaut und den gesetzlichen Din-Vorgaben angepasst. „Zurück geht es spätestens am 31. Juli 2023. Alles andere lassen wir nicht zu“, sagt EAZ-Leiterin Petra Wegener.

Es ist eine logistische Mammutaufgabe, welche das Team des EAZ unter anderem mit Aufklebern in verschiedenen Farben regelt. Grün heißt mit umziehen, Gelb wird eingelagert und Rot bedeutet entsorgen. Seitdem die Entscheidung für den Umzug steht – Februar 2021 – ist das ganze Haus mit den Umzugsvorbereitungen befasst. Der Endspurt startete vor gut vier Wochen: Seitdem sind Wegener und Co. mit der Organisation befasst oder sind durchs nicht gerade kleine Altenzentrum getigert und haben fleißig farbige Punkte verteilt – während der alltägliche Betrieb weiter laufen musste.

Alte Akten werden vernichtet

Klare Sache, dass Büromöbel oder Speiserauminventar mit nach Altena genommen werden. Doch Akten von anno dazumal wurden fachgerecht entsorgt, anderes landete oder landet noch im Container. So manches Fundstück wurde ebenfalls gemacht: So entdeckte man in einem Karton Königsschärpen oder ein Königinnen-Diadem. „Ganz süß“, sagt Simone Simon. Dieser Karton wird natürlich verwahrt: „Wenn Schützenfest irgendwann wieder möglich ist, dann haben wir etwas zum Krönen.“

Sie sitzt quasi auf gepackten Kartons: Simone Simon vom sozialen Dienst.
Sie sitzt quasi auf gepackten Kartons: Simone Simon vom sozialen Dienst. © von der Beck, Peter

Doch nicht nur das Inventar des Altenzentrums wird ins Interims-Domizil nach Altena verfrachtet, auch die Zimmerausstattung und die Habseligkeiten der Bewohner werden natürlich dorthin gebracht. Gepackt wird das unter Mithilfe der Mitarbeiter und Betreuer. Niemand muss etwas zurücklassen. Wo die Sachen dann im ehemaligen Altenaer Krankenhaus landen, steht fest. Die circa 70 Neuenrader Altenheimbewohner und die rund 60 Mitarbeiter haben quasi ihren eigenen Trakt, den sie dann Ende Januar beziehen werden. Sie wohnen in der ersten Etage und beziehen einen Flügel der zweiten Etage. Den Rest besetzen die Altenaer Senioren aus dem Ellen-Scheuner-Haus, das das Perthes-Werk als Träger parallel ebenfalls umbauen lässt.

Die Spannung steigt allmählich

Die Bewohner sind noch ruhig, doch die Spannung steigt, wenn der eine oder andere seine lieb gewordene Stücke einpackt. Simone Simon hatte sogar eine Sprechstunde eingerichtet, bei der man bei Sorgen und Fragen vorsprechen konnte. Wohl eine gute Idee: Simon konnte mit den Bewohner über manche Ängste sprechen und zum Beispiel versichern, dass der Lieblingssessel oder der Fernseher mitkomme. Auch die Angehörigen helfen mit, packen und sortieren aus.

EAZ-Leiterin Petra Wegener mit den Plänen des ehemaligen Altenaer Krankenhauses.
EAZ-Leiterin Petra Wegener mit den Plänen des ehemaligen Altenaer Krankenhauses. © von der Beck, Peter

Abgesehen von Bewohnern und Personal haben die Techniker der Perthes-Stiftung gut zu tun, um die Büros einzurichten. Wenn Petra Wegener und Co. in Altena eintreffen, muss das Equipment schon funktionieren.

Der Hausmeister hat alles im Blick

Wer einiges im Blick haben muss, ist Hausmeister Arno Mertin. Der leitete am Dienstag die ersten Arbeiter der Umzugsfirma Schlotmann an, die sich dann einen Überblick verschaffen konnten und mit dem Umzug starteten – mit FFP2-Masken. Schlotmann-Mitarbeiter Stefan Blumenauer sieht da „keine Probleme“. Das ließe sich alles bewältigen, schließlich habe man ja die „Möbelhunde“ (kleine Rollwagen), es gebe einen Aufzug und alles sei barrierefrei. Und man sei mit derlei Großumzügen erfahren. Was alles mit muss, weiß eben auch Hausmeister Mertin, der seit 23 Jahren dabei ist und jetzt umziehen muss: „120 Tische, 200 Stühle, 75 Kleiderschränke plus Büros der Verwaltung und jede Menge Kleinkram.“

Die Bewohner akzeptieren die Situation. Uwe Kemmerling sagt: „Besser vorübergehend woanders wohnen, als achtmal im Haus umziehen und den Lärm und Dreck ertragen.“ Ein anderer sagt, dass es besser so sei. Wenn man nicht umziehe, würde der Umbau drei Jahre dauern. Leider gebe es in Altena nur wenige Einzelzimmer.

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