Eine Umfrage zu den unterschiedlichen Weihnachts-Wünschen von Jung und Alt

Rätselhefte und Roboter

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Von links: Klara, Leon und Matilda

Neuenrade - Weihnachten ist die Zeit der Besinnung, aber auch der Wünsche. Am Heiligen Abend ist unter dem Weihnachtsbaum einiges zu finden. Für Groß und Klein sind Geschenke dabei. Aber was genau wünschen sich Jung und Alt zu Weihnachten? Da gehen die Vorstellungen in verschiedene Richtungen.

Das beteuert auch Elli Schwabbauer. Die 91-jährige Affelnerin kommt aus Schlesien und hat im Alter von 14 Jahren bereits gearbeitet. „Früher haben wir Weihnachten immer gemeinsam mit der Familie verbracht. Während unsere Mutter das Essen gekocht hat sind wir mit dem Vater in die Kirche gegangen. Als wir zurückkamen war der Baum geschmückt und wir durften die echten Kerzen dann anzünden“, erzählt sie. 

Damals noch viel Schnee

Lieder wurden gesungen und nach dem Essen gab es die Bescherung, wenngleich auch nur kleine Geschenke für jeden dabei waren. Damals lag noch viel Schnee im Gegensatz zu heute. 

Die dreifache Uroma liest gerne und freut sich über ein lustiges Buch mit Familiengeschichten oder eines über Weltgeschichte zu Weihnachten. Doch ihr größter Wunsch ist es gemeinsam mit der Familie Weihnachten zu feiern und wie auch damals die Tradition zu wahren und Weihnachtslieder zu singen. 

Die 81-jährige Leonore Schneider wünscht sich dagegen etwas anderes: Frieden auf der Welt und dass weder Streit noch Hass die Welt regieren. In den Zeiten der Flüchtlingskrise sowie von Krieg und Attentaten ist dies für die Bewohnerin des EAZ Neuenrade besonders wichtig. Lieber solle sich „die Liebe unter den Menschen breit machen“ und die Regierung immer das Richtige für das Land entscheiden. 

Leonore Schneider ist sehr dankbar dafür, dass sie weder im Liegen noch im Sitzen Schmerzen hat und auch noch geistig fit ist. Früher war sie immer aktiv und sehr engagiert hat sogar mal die Sonntagsschule der freien Gemeinde in Plettenberg geleitet. 

Für sich selbst wünscht sie sich gar nicht viel. „Ich löse gerne Rätsel aller Art und freue mich immer über ein Rätselheft mit verschiedenen Rätselmöglichkeiten“. Ansonsten freue sie sich sehr darüber, das Weihnachtsfest im Kreise ihrer Familie feiern zu dürfen. 

Die 95-jährige Elfriede Elmer ist glücklich, dass sie noch so gesund ist. In ihrer Freizeit schreibt sie gerne Gedichte und Geschichten.

Dass man auch im Alter noch fit sein kann, dafür ist Elfriede Elmer der beste Beweis. Die 95-Jährige ist eine zufriedene Bewohnerin des EAZ Neuenrade. Sie kommt gebürtig aus Lüdenscheid. 

In ihrer Freizeit schreibt sie sehr gerne Gedichte und Geschichten und verkündet voller Stolz: „Meine Großmutter war Schriftstellerin, und ich habe bestimmt ihre Gene, weil ich auch sehr gerne schreibe, wie es früher so war. Wenn mir etwas einfällt schreibe ich es spontan in Gedichten oder Geschichten auf.“ 

Große Wünsche hat Elfriede Elmer nicht mehr, sie würde gerne noch einmal nach Bad Kissingen fahren, weil „die Stadt sehr schön sein soll“. Ein Buch interessiert sie immer, besonders zur Weltgeschichte. 

Ansonsten ist sie einfach glücklich und zufrieden, dass sie noch so gesund und fit ist, denn sie möchte noch einige Geschichten aufschreiben. 

Eine Geschichte

Hier eines ihrere Schreibwerke aus dem Jahre 1927: Die Adventszeit war da! Mein Bruder und ich konnten es nicht abwarten, die Vorfreude war zu groß. Unsere Mutter sagte: „Zuerst kommt der Nikolaus und der Nikolaus ist arm, der kann nur eine Kleinigkeit bringen. Am Nachmittag ging Mutter mit uns in die Stadt, um Schaufenster zu bestaunen. Am Himmel war Abendrot, das Christkind ist am Backen, nach kurzer Zeit war der Backofen aus. 

Am ersten Fenster war ein Nikolaus mit Rute, damit klapperte er an die Scheibe und wir Kinder erschraken. Im zweiten Fenster war ein Nikolaus mit einem Buch. Ob wir auch darin stehen? Wir versprachen immer brav zu sein und unsere Wünsche waren groß. Nun fielen mir die Plätzchen wieder ein, ob wir auch davon bekommen? Heute weiß ich, das Christkind war genau so arm wie der Nikolaus. 

Bei Kinder ist das Wunschverhalten schon wieder anders. Vor allem bei den Kleinsten sind die Wünsche besonders groß und die Aufregung auf den heiligen Abend noch viel mehr. 

Klara und Matilda freuen sich auch darauf mit ihrer Familie den Gottesdienst zu besuchen und das Krippenspiel anzusehen. Doch auf die Bescherung sind alle Kinder sehr gespannt ob das Christkind wohl alle Wünsche erfüllt die auf dem Wunschzettel stehen. 

Discokugeln und Roboter

Während sich die vierjährige Matilda eine Discokugel und eine Elsapuppe wünscht, hofft die fünfjährige Klara, dass eine neue Schminkpuppe und ein Barbie-Haus mit Barbie-Puppen unter dem Weihnachtsbaum liegen. Leon, vier Jahre alt, hätte gerne eine Rakete und einen Roboter. 

Wenn mehrere Generationen gemeinsam in einem Haus wohnen, kommt keine Langeweile auf und die Wünsche könnten kaum unterschiedlicher sein. So auch bei Familie Levermann aus Affeln. 

Rudolf wohnt mit seiner Frau Larissa, den beiden Söhnen Jan und Nikita sowie mit seiner Mutter Maria in einem Haus. Während sich der kleine Feuerwehrfan Nikita, vier Jahre alt, ein Boot von Feuerwehrmann Sam wünscht so hat der elfjährige Jan nur einen Wunsch: einen eigenen PC. 

Rudolf und seine Frau Larissa dagegen wünschen sich einfach nur Besinnung und Zeit mit der Familie. „Generell bin ich wunschlos glücklich, aber vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr, dass unser Treppenhaus fertig gemacht wird“, sagt Larissa. 

Auch die neunfache Oma Mia wünscht sich nichts Materielles. Einzig die Gesundheit und dass die Familie sich verstehe, dass sei ihr wichtig. „Ich bin genügsam und habe alles was ich brauche“, freut sie sich. Die 86-Jährige strickt sehr gerne und freut sich über die gemeinsame Zeit mit der Familie. 

Am Heiligen Abend wird der Gottesdienst besucht und anschließend gemeinsam zu Abend gegessen. Zur Tradition im Haus Levermann gehört, dass Nikita ein Weihnachtsgedicht aufsagt und Jan Weihnachtslieder auf der Gitarre und dem Tenorhorn vorspielt. Da ist die Besinnlichkeit wohl schnell im Raume.

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