Hungrige Meute in Gemeinschaftsschule Neuenrade

NEUENRADE ▪ Es ist kurz nach Eins: Zu hören ist es ein fernes Grollen, dann mutiert es zu einem vielstimmigen, immer lauter werdenden Murmeln und Trampeln. Und dann ist sie da, die hungrige Meute.

Rund 70 Gemeinschaftsschüller wollen essen. Einen halben Tag Unterricht, davon zwei Stunden Sport haben sie hinter sich. Die Mägen sind leer. Da kommen Hähnchenschnitzel, Erbsen und Knollen mit Sauce, Getränk und reichlich Obst gerade recht. Und jetzt haben Ute Amrhein und Ina Höft Stress. Ein Kind nach dem, andern muss abgefüttert werden. Die Teller werden voll gepackt, drei Euro kostet das Menu, welches vom Werdohler Krankenhaus geliefert wird.

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Mittagessen in der Mensa der Gemeinschaftsschule

Nur gelegentlich meckert ein Kind. Fleisch nehmen sie allesamt, aber Gemüse? „Nein, nur keine Erbsen“. Gemüse, das zählt eben nicht unbedingt zu den Top Ten im Mensa-Essen-Ranking, berichten die beiden Frauen, die beim Träger der Mensa, dem Förderverein der Schule, angestellt sind. Die beiden sowie Claudia Linn, eine weitere Kollegin, haben einen dankbaren Job und freuen sich hungrige Kinder abzufüttern. Und die Kinder sind dankbar für die freundliche Bedienung, und sie sagen das auch. Dazu freuen sie sich über das gemeinsame Essen mit ihren Schulfreunden. Es geht recht gesittet zu. Freilich essen die Fünftklässler sehr flott. „Das geht ratz-fatz“, sagen die beiden Neuenraderinnen Höft und Amrhein. Kaum zehn Minuten dauert das Mahl. Die Mehrheit der Schüler nimmt sich nicht die Zeit, entspannt die Mahlzeit zu genießen. Hier geht es schlicht darum, den Hunger zu beseitigen, um sich dann anschließend im Untergeschoss oder draußen zu amüsieren. Hier übernimmt quasi Jugendzentrumsleiterin Gabi Bildstein-Ulianowski die Regie. Doch auch ein Lehrer der Gemeinschaftsschule führt Aufsicht. Die Kinder toben, spielen Billard oder chillen. Eine gute Stunde haben sie Pause, um 14 Uhr geht es dann weiter – aber gut gestärkt. Und Oben? Da ist noch nicht Feierabend. Schließlich muss noch gespült und abgeräumt werden.

Auch Schulleiterin Astrid Tillmann freut sich, dass das mit der Mensa so gut funktioniert. „Die Kinder essen gerne in der Gemeinschaft. Dabei erfahren sie Gemeinsamkeit“. Auch ein wichtiger pädagogischer Effekt.

http://www.gemeinschaftsschule-neuenrade.de

▪ Peter von der Beck

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