Eine große musikalische Leistung

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Bariton Christoph von Weitzel sorgte für einen musikalischen Genuss für die Zuhörer. ▪

NEUENRADE ▪ Bariton Christoph von Weitzel trat am Samstagabend in der ausverkauften Villa am Wall vor das Publikum, zunächst ohne es zu begrüßen. Nach einer tiefen Verbeugung, strich er sich mit beiden Händen durch die Haare, wie er es noch oft an diesem Abend, der zweimal 45 Minuten dauerte, tun sollte. Dann atmete er lange ein und faltete die Hände vor der Brust, wie zum Gebet.

Er begann zu singen: „Triffst Du nur ein Zauberwort“. Er wog seinen Körper leicht hin und her. Ausladende Arm- und Handbewegungen begleiteten seinen Gesang. Deutlich sichtbar hob und senkte sich sein Brustkorb. Das blieb das einzige Zeichen einer Anstrengung. Die große Leistung meisterte er scheinbar mit Leichtigkeit. Das enorme, notwendige Atemvolumen ließ er sein Publikum nicht merken. „Will ich in mein Gärtlein gehen“, intonierte er.

Sein Abend, erklärte von Weitzel, beschreibe „eine Lebensreise - von der Geburt bis zum Tode und gleichzeitig vom Morgen bis in die Nacht“. Ein Lied sei dabei von ihm selbst geschrieben, die meisten aber von Joseph von Eichendorff, etwa: „In einem kühlen Grunde“. Über den Dichter sprach er viel und liebevoll. Auch über Musik redete er. Ein Lied sei „die natürlichste Äußerung menschlichen Gefühls“. Die Liebe des Baritons zur Musik war ihm jederzeit anzumerken.

Des Sängers Stimme war klar und sanft. Bisweilen klang sie ein wenig spitzbübisch, heiter. Im Kerzenschein präsentierte er gut 20 Stücke. 400 hätte er zur Auswahl gehabt. Und es gebe 5000 Vertonungen von Gedichten von Joseph von Eichendorff. Von Weitzels Pianist begleitet ihn zurückhaltend, lied-dienlich. Die Zuschauer im Saal waren begeistert, zu Recht. - Michael Koll

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