An der Oberhofstraße

Eine Gefahr für den Verkehr: Bis zu 80 Jahre alte Bäume werden gefällt, Ersatz gibt es nicht

Baumfällaktion an der Oberhofstraße, um verkehrsgefährdende Bäume zu beseitigen. Die Stämme und Äste werden zu Hackschnitzeln verarbeitet.
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Baumfällaktion an der Oberhofstraße, um verkehrsgefährdende Bäume zu beseitigen. Die Stämme und Äste werden zu Hackschnitzeln verarbeitet.

Gewaltige Werkzeugmaschinen blockierten am Mittwoch ab dem Hotel Restaurant Borke die Oberhofstraße und befreiten die Landstraße von etlichen, den Straßenverkehr gefährdenden Bäumen.

Ruckzuck fällten Spezialisten mit ihren großen hydraulisch angetriebenen Werkzeug-Maschinen vor allem kranke Eschen, aber auch Maulbeer-Bäume und Birken.

Dass die Eschen dabei viele Jahrzehnte alt waren, konnte man an den Jahresringen der Stämme ablesen. Eine brachte es auf gut 80 Jahre, andere Bäume waren etwas jünger. Gleich an Ort und Stelle wartete ein großer Sattelschlepper mit aufgedecktem Ladedach, während der Großhäcksler die Späne der einstigen Alleebäume auf die Ladefläche pustete.

Straßen.NRW hat Bäume begutachten lassen

Der Kettwiger Baumdienst von der Energieholz GmbH verwertet die Bäume zu Holzhackschnitzeln. Dieser Rohstoff kann für Heizungen genutzt oder auch anderweitig verarbeitet werden.

Nach der Fällung wird deutlich sichtbar: Die Bäume waren zum Teil schon sehr krank.

Auftraggeber für die Holzarbeiten ist Straßen.NRW – die Verantwortlichen des Landesbetriebes ließen unter Vollsperrung jene Bäume fällen, die zuvor begutachtet worden waren. Wie der Sprecher von Straßen.NRW, Olaf Schmidt, erläuterte, habe der zuständige Baumkontrolleur festgestellt, dass die Eschen an einem Pilz litten und dem Eschentriebsterben zum Opfer gefallen seien. Damit sei die Standsicherheit gefährdet, der Straßenverkehr bedroht gewesen. Die Birken und Maulbeerbäume hätten Trockenschäden aufgewiesen. Der Erreger des Eschentriebsterbens, das Eschenstengelbecherchen stammt aus Ostasien und tritt seit Beginn der 1990er-Jahre zunächst in Osteuropa auf, heißt es bei waldwissen.net, einem Portal mehrerer Landesforschungsanstalten. Auch die Experten dort empfehlen das Fällen der betroffenen Bäume, weil bei einem Pilzbefall Äste schnell abbrechen oder der Baum kippen könne.

Fällaktion sorgt für Unmut bei den Anwohnern

Die Fällaktion zog Unmut von Anwohnern auf sich. Thematisiert wurden dabei Ersatzpflanzungen wegen der Baumfällaktionen. Der Straßen.NRW-Sprecher sagte dazu deutlich: „Da, wo gefällt wird, gibt es keine Nachpflanzungen. Nicht bei Gefahrenbäumen.“ Es gebe dazu keine gesetzliche Vorschrift. Nur bei speziellen Maßnahmen würden Ersatzpflanzungen vorgenommen. Neuenrade weist eine Baumschutzsatzung auf. Amtsleiter Marcus Henninger wies auf Nachfrage darauf hin, dass die Baumschutzsatzung allerdings nicht für diesen Außenbereich gelte. Innerorts habe nach seiner Kenntnis Straßen.NRW zudem auch die Auffassung, dass an Landes- und Bundesstraßen Bäume gefällt werden dürften, da Verkehrsgefährdung wohl noch vor Satzungsrecht gelte.

Die Fällung von Allee-Baumen führt häufiger zu Ärger bei Anliegern. Unlängst wurden an der Marktstraße, die zur Kuschert führt, jede Menge Eschen gefällt. Auch hier war wegen des Eschentriebsterbens die Standsicherheit der Bäume gefährdet.

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