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Neue Art von Bäckerei: 33-Jähriger macht sich in Neuenrade selbstständig

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Von: Peter von der Beck

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Bäckermeister Kevin Weiß präsentiert die Pläne für seine Bäckerei
Bäckermeister Kevin Weiß präsentiert die Pläne für die neue Bäckerei an der Bahnhofstraße. © von der Beck, Peter

Ein 33-jähriger Neuenrader will sich mit einer neuen Art von Bäckerei in Neuenrade selbstständig machen. Dafür nimmt er viel Geld in die Hand.

Neuenrade – In dem leer stehenden Ladenlokal tut sich etwas. Passanten werfen immer wieder neugierige Blicke ins Gebäude hinein, draußen steht ein Trupp Handwerker. Im Erdgeschoss des Hauses an der Bahnhofstraße wird fleißig gearbeitet: Hier entsteht eine neue Existenz. Meister Kevin Weiß macht sich mit einer Backstube, sowie angeschlossenem Ladenlokal nebst Sitzplätzen selbstständig. Wohl im März wird dann Eröffnung sein.

Öfen und Brötchenpresse

Der Neuenrader Kevin Weiß ist der Gründer. Er investiert dafür 250 000 Euro. Die Liste der Investitionen ist lang. Da ist nicht nur die Herrichtung der Räume, sondern auch der Maschinenpark mit diversen Geräten. Kevin Weiß zählt auf: „Kneter, zwei Öfen (einer für Bleche, ein Steinofen), professionelle Kühlschränke, Herdplatten, Brötchenpresse, Löffel oder auch Backbleche.“

Standort günstig gelegen

Die neue Bäckerei liegt günstig: Nebenan ist die Kita Villa mittendrin, einen Steinwurf weiter befinden sich der Schulkomplex Niederheide und die Bücherei. Und dass auch der neue Aldi nicht weit ist, darum ist Kevin Weiß nicht traurig. Vor der Tür und in der Nähe des Landenlokals sind zudem einige Parkplätze. Kein Zweifel: Der Standort an der Bahnhofstraße 22 hat durchaus seine Qualitäten.

Backstube einsehbar

Der 33-jährige Neuenrader will sein Unternehmen auch anders präsentieren, die Backstube wird von Café und Verkaufsraum aus einsehbar sein. Er will Transparenz und sich bei der Herstellung der Backwaren auf die handwerklichen Tugenden besinnen. Kevin Weiß will daher weg von der industriell aufgezogenen Backwaren-Produktion. Das komme dann auch der Verträglichkeit der Produkte zugute. Das ursprüngliche Handwerk betrifft dann Rezepturen und sparsamen Einsatz von Enzymen bis hin zu den Ruhezeiten des Brot- und Brötchenteigs. Die Qualität werde die Kunden überzeugen. „Und wenn das alles so funktioniert, gebe ich auch Backkurse.“

„Schon Opa und Onkel waren Bäcker“

Dem jungen Mann ist anzumerken, dass er für sein Vorhaben brennt. Die Liebe zum Bäckerhandwerk hat bei dem ursprünglich aus Altena stammenden Kevin Weiß dabei durchaus auch familiäre Wurzeln: „Schon Opa und Onkel waren Bäcker.“ Er selbst habe schon mit 15 Jahren in der Backstube gestanden, absolvierte natürlich eine Ausbildung und arbeitete lange in einem heimischen Betrieb. Dort arbeitete er sich auch hoch. Doch am langen Ende wollte Weiß eben sein eigenes Ding machen.

Lange Suche nach Objekt

Er nahm das Projekt in Angriff, machte 2020 seinen Meister und begab sich auf die Suche nach Räumen. Er habe sich in Neuenrade umgeschaut, es habe kurzzeitig Überlegungen gegeben, eine Bäckerei zu übernehmen. Doch das zerschlug sich. Es gab Optionen in der Nähe von Lidl, doch letztlich entschied er sich für die Option an der Bahnhofstraße 22. Jetzt hat er die Räume, in der einst das Neuenrader Postamt aber auch ein Fitnessstudio untergebracht waren, „längerfristig gepachtet“. Dabei zog sich der Prozess mit Objektsuche, Papierkram, Businessplan, Bankgesprächen, Anträgen, Umnutzung et cetera durchaus hin und verlängerte sich auch noch durch die Pandemie. Jetzt ist ein Ende absehbar. Der Neubeginn ist da – demnächst geht es los.

Unterstützung durch die Stadt

Auch die Stadt Neuenrade unterstützt ihn indirekt über den Verfügungsfond Leerstand. Demnach mietet die Stadt die Räume für eine gewisse Zeit an und vermietet sie dann subventioniert weiter, wie Amtsleiter Henninger auf Nachfrage erläuterte. So habe man das auch bei den Büroräumen der Sentiris gGmbH gemacht.

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