Unverzichtbare Sozialarbeit

Diplom-Sozialpädagogin Kristin Scholl ist seit dem 1. Mai 2013 in Neuenrade im Bereich Schul-Sozialarbeit tätig.

Neuenrade - „Schul-Sozialarbeit hat sich zu einer Sache entwickelt, auf die an modernen Schule heute gar nicht mehr verzichtet werden kann“, sagte Hauptamtsleiter Dierk Rademacher im Arbeitsraum von Kristin Scholl.

Sie ist seit 2013 in Neuenrade als Schul-Sozialpädagogin im Grundschulverbund Neuenrade tätig. Möglich macht dies die private finanzielle Unterstützung durch das Ehepaar Ruth und Jürgen Echterhage.

Der Bedarf an Sozialarbeit im Schulwesen sei sehr groß, sagte Rademacher in kleiner Runde im Arbeitsraum von Kristin Scholl. „Auf dem Sektor wird man von Bund und Land größteils alleine stehen gelassen. Ohne die privaten Mittel, wie wir sie vom Ehepaar Echterhage bekommen, könnten wir die Schul-Sozialarbeitsstelle gar nicht umsetzen“, berichtet Rademacher.

Angefangen hatte die Sozialpädagogin Kristin Scholl am 1. Mai 2013. Seitdem ist sie fünf Tage die Woche – vier an der Burgschule, einen Tag jeweils an der Grundschule in Altenaffeln – vor Ort als Ansprechpartner und Beraterin, sowohl für die Kinder der Stufen eins bis vier wie auch für die Eltern tätig. Seitdem hat sie mehr als 60 Elterngespräche geführt und mit 230 verschiedenen Kindern gesprochen, die an die Pädagogin herangetreten waren.

„Ich bin für viele Kinder auch quasi eine Vertrauensperson. Niemand hänselt den Mitschüler, wenn er zu mir in die Sprechstunde kommt“, so Scholl, die eine musikpädagogische Zusatzausbildung besitzt. „Musik kann man auch bei der Betreuung optimal einsetzen, da so Emotionen freigesetzt werden“, so Scholl. Zudem betreut Scholl ein Streitschlichter-Programm für die Klassen 3 und 4 sowie die „Giraffensprache“ für den ersten Jahrgang der Schule. Hierbei lernen so die jüngsten Schüler gewaltfrei zu interagieren und eigene Emotionen zu erläutern. „Mittlerweile kommen mehr Eltern, dafür aber deutlich weniger Kinder zu mir. Die Erfahrungen zeigen, dass die Mädchen und Jungen schnell lernen und ihre Probleme eigenständig versuchen zu lösen, wenn sie vorher Hilfe bekommen haben.“

Angefangen hatte das Engagement der Echterhages für das Städtische Schulsystem bereits im Zuge des damaligen Spenden-Projektes „Zehn mal fünf mal fünf“, bei dem Neuenrader Unternehmen die Schulen unterstützten. Diese konnten so notwendige Anschaffungen und technische Ausrüstung erwerben. Im Zuge der damaligen Diskussionen sei man auf die zunehmende Anzahl von „verhaltensauffälligen Schülern – gerade im Grundschulalter“ gestoßen. Diesen Umstand wollten die Echterhages aktiv ändern. Während dieser fünf Jahre spendete das Unternehmer-Paar hochgerechnet rund 120 000 Euro für schulische Zwecke. Wichtig sei ihnen dabei, „dass das Geld für sinnvolle Zwecke direkt eingesetzt wird“, so Jürgen Echterhage. Dieses finanzielle Engagement werden die beiden Neuenrader zukünftig fortsetzen, denn sie zeigten sich von der Präsentation der Arbeit Scholls beeindruckt: „Die Stelle, die Frau Scholl in Neuenrade erfüllt, ist mehr als nur sinnvoll.“

Für die Zukunft wünschen sich sowohl Riemenschneider wie auch Rademacher, dass mehr Neuenrader dem Vorbild der Echterhages folgen würden und sich für Jugend-Bildung engagieren würden. „Es steht jedem Bürger natürlich frei, aber mehr Hilfe wäre definitiv von Nöten, auch wenn wir über die aktuelle Unterstützung mehr als nur dankbar sind“, so Riemenschneider.

- Von Benny Finger

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