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Ehemaliges Krankenhaus wird zum Übergangsquartier

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Von: Peter von der Beck

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„Willkommen“ heißt es in bunten Buchstaben im Foyer des ehemaligen St.-Vinzenz-Krankenhauses, das zu einem Interims-Seniorenheim umgewandelt wurde.
„Willkommen“ heißt es in bunten Buchstaben im Foyer des ehemaligen St.-Vinzenz-Krankenhauses, das zu einem Interims-Seniorenheim umgewandelt wurde. © von der Beck, Peter

Der Umzug hat begonnen. Am Donnerstag wurden die ersten rund 30 Bewohner des Evangelischen Seniorenzentrums Neuenrade nach Altena ins ehemalige St.-Vinzenz-Krankenhaus gebracht. 

„Das Herzlich-Willkommen-Schild“ prangt eingerahmt von Luftballons im Foyer des ehemaligen St.- Vinzenz-Krankenhauses in Altena. Bundesfreiwilligendienstler Jonas Granget bewacht den Eingang und Besucher werden auf Covid-19 getestet. Umzugsmitarbeiter schleppen mit angespannten Gesichtern ein schweres Schrankoberteil im Eiche-Rustikal-Design durch die Tür, Betten mit Hebelarmen sind im Flur abgestellt, Pflegedienstleiterin Andrea Fischer schleppt eine große Medikamentenbox und dann kommen die Neuenrader.

Die ersten Bewohner des Evangelischen Seniorenzentrums (ESZ) zogen am Donnerstag nach Altena um. Im ehemaligen Krankenhaus bleiben sie übergangsweise bis maximal Sommer 2023, denn ihre Einrichtung wird umfassend saniert.

Keine sterile Krankenhaus-Atmosphäre mehr

Christa Knauf, die auf den Rollstuhl angewiesen ist, gehört zu den ersten Senioren, die aus dem Kleinbus geholt werden und im Foyer unter dem Willkommensschild warten. Knauf ist ein bisschen unsicher und traurig wegen des Umzugs und hofft, dass sich die Umbauarbeiten im Neuenrader ESZ nicht mehr als ein Jahr hinziehen. Doch, schon kommt jemand und kümmert sich um sie. „Die werden sich richtig wohlfühlen, alle Mann“, sagt jemand im Flur. So fahren Knauf und Co. mit Begleitung hoch in die erste Etage, dort ist eine Cafeteria, hier gibt es Waffeln für die Umzügler.

Christa Knauf (r.) gehört zu den ersten Bewohnern, die ins Übergangs-Seniorenheim umgezogen sind.
Christa Knauf (r.) gehört zu den ersten Bewohnern, die ins Übergangs-Seniorenheim umgezogen sind. © von der Beck, Peter

Das einstige St. Vinzenz hat in den Innenräumen den Großteil der sterilen Krankenhaus-Atmosphäre verloren. Keine Halbgötter in weiß, keine Patienten, keine Chirurgie oder Röntgenabteilung und auch die ständigen Alarmfahrten fallen weg. So wirkt alles – trotz der Umzugshektik – entspannter, denn schließlich wird hier nur gelebt und gewohnt. Zudem gibt es viel Dekoration oder Bilder, welche nahezu jede Wand schmücken. Denn auch die Deko ist mit umgezogen. Wichtig ist allerdings, dass natürlich all die ESZ-Mitarbeiter aus Neuenrade auch in Altena dabei sind. Es gibt daher nur bekannte Gesichter. Auch deshalb wirkt es durchaus heimelig im Altenaer Interimsquartier.

Einmal in der Woche kommt der Friseur

Pflegedienstleiterin Andrea Fischer verweist darauf, dass es neben der Cafeteria noch einen weiteren, gemeinsamen Aufenthaltsraum gibt und einen weiteren Speisesaal. Ein Friseur kommt ins Haus, einmal die Woche wird gefragt, dann werden Termine gemacht, ein extra Raum ist dafür vorgesehen. Fischer betont, dass ihre Kollegen viel vorbereitet haben und der Umzug auf Hochtouren laufe – in Neuenrade, als auch in Altena.

Andrea Fischer trägt die Medikamentenbox.
Andrea Fischer trägt die Medikamentenbox. © von der Beck, Peter

30 Bewohner zogen am Donnerstag ins vorübergehende Domizil im ehemaligen Krankenhaus ein, am Freitag sind die anderen 30 Bewohner an der Reihe. Der Großteil „ist orientiert“, das Durchschnittsalter liegt zwischen 80 und 85 Jahren.

Im Haus gibt es überall W-Lan

Andrea Fischer, Pflegedienstleiterin und stellvertretende Einrichtungsleiterin, ist mit allem zufrieden und hat Verständnis für die Bewohner. „Natürlich sind alle aufgeregt und wollen wissen, wie das neue Zuhause ist. Es ist ganz toll geworden.“ Im Haus gibt es auch überall W-Lan. Das ist wichtig für jene Bewohner, die über ein Smartphone verfügen. Die Verwaltung gibt aber auch Tabletts heraus, damit die Bewohner mit Freunden und Verwandten skypen können.

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