E-Mobilität

Neuenrade setzte schon 2012 aufs Elektroauto

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Rund zweieinhalb Jahre fuhr der damalige Bürgermeister Klaus Peter Sasse elektrisch zu seinen Terminen.

Neuenrade - Immer mehr Hersteller bauen elektrische Antriebe in ihre Autos ein, doch bislang bleiben sie eine Randerscheinung. Klaus Peter Sasse war schon vor fünf Jahren elektrisch unterwegs.

„Ich bin immer überrascht von dem Hype, der um das Thema gemacht wird“, erzählt der ehemalige Bürgermeister, „ich hatte ja bereits 2012 einen elektrischen Dienstwagen – und der war schon damals nicht neu.“

Sasse war auf das Frechener Unternehmen e-Wolf aufmerksam geworden, das Fahrzeuge aufwendig zu Elektroautos umbaute und an dem auch der heimische Unternehmer Frank Maiworm beteiligt war. Mittlerweile existiert e-Wolf in dieser Form nicht mehr.

Bis zu 120 Kilometer Reichweite

Bald war ein Leasingvertrag ausgehandelt, der letztlich bis zum Ausscheiden Sasses aus dem Rathaus galt. „Ich bin da zweieinhalb Jahre lang sehr gut mit gefahren“, sagt Sasse heute. Als Bürgermeister einer kleinen Stadt wie Neuenrade lasse sich problemlos jeder Ort erreichen.

Bis zu 120 Kilometer Reichweite hatte der umgebaute Fiat Panda – deutlich mehr als die Streetscooter, die die Deutsche Post zurzeit einführt. Eine Steckdose am Rathaus oder zu Hause sorgte für die benötigte Energie.

„Ich hatte das Gefühl, die Idee von Elektromobilität ein bisschen zu befördern“, sagt Sasse heute, fünf Jahre später. Was ihn gestört habe, sei, dass seine Ökobilanz trotz des elektrischen Antriebs besser hätte sein können, denn der Strom kam aus fossilen Brennstoffen.

Mehr Innovationen gefordert

Es enttäusche ihn, dass sich Atomkraftwerke „über Nacht abschalten“ lassen, „Dreckschleudern“ wie Kohlekraftwerke aber nicht.

Auch in Sachen Innovationen sieht das ehemalige Stadtoberhaupt noch Verbesserungsbedarf: „Es wundert mich, dass der ansonsten galoppierende technische Fortschritt in diesem Bereich so langsam verläuft.“

Von manchen Amtskollegen sei er für den neuen Dienstwagen belächelt worden, verrät Sasse. Für repräsentative Zwecke eigne sich ein weißer Kleinwagen, ursprünglich italienischen Fabrikats, eben nur sehr bedingt. „Für Bürgermeister, die stark bedürftig nach Repräsentation sind, wäre das wohl nicht das richtige Auto gewesen“, blickt Sasse zurück.

Ungewohnt ruhiges Fahren

Für ihn habe sich das Auto aber gelohnt, das für die Stadt übrigens nicht mehr gekostet habe als ein Benziner. „Es war absolut zuverlässig.“ Bei niedrigerem Tempo müsse man zwar aufpassen, dass die Fußgänger das fast geräuschlose Fahrzeug auch wahrnehmen, „aber daran gewöhnt man sich, gerade als eher defensiver Fahrer“.

Auch bei höherem Tempo sei es im Innenraum des Autos immer sehr ruhig gewesen – und mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 km/h ist das Fahrzeug auch auf der Landstraße kein Verkehrshindernis.

Wenn für ihn jedenfalls heute ein Zweitwagen notwendig würde, sagt Klaus Peter Sasse, dann würde er sich gern wieder für ein Elektroauto entscheiden.

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