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Ex-Bürgermeister berichtet: Verrückte Ideen werden reale Projekte

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Von: Michael Koll

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Klaus Peter Sasse berichtet über vergangene und aktuelle Projekte
Klaus Peter Sasse berichtet über vergangene und aktuelle Projekte © Koll, Michael

Neuenrade – Der ehemalige Bürgermeister Klaus Peter Sasse referierte über zurückliegende und neue Projekte.

Neuenrade – Über seine ärztlichen Befunde wolle er referieren, scherzte Ex-Bürgermeister Klaus Peter Sasse Minuten vor seinem jetzigen Referat bei der Seniorenunion im Restaurant Kaisergarten. Der Ex-Bürgermeister (CDU) war kurzfristig eingesprungen für Dirk Prinz. Der Vorsitzende des Hegerings ist an Corona erkrankt.

Bürgerregion Sorpesee

Sasse überlegte jedoch noch einmal, bevor die Vorsitzende der Seniorenunion, Margret Vitz, ihm das Wort erteilte. Und dann waren ihm doch ein paar weniger persönliche Themen eingefallen, mit welchen der Ersatz-Referent sein Publikum unterhalten konnte. 23 Zuhörer fesselte das einstige Stadtoberhaupt sodann im Handumdrehen. Auch wenn Sasse seit 2014 nicht mehr im Amt ist, so hat er doch etliche Aufgaben und Interessen, die ihn selbst dann, wenn er Hals über Kopf ins sprichwörtlich kalte Wasser geworfen wird, zu einem unterhaltsamen und spannenden Erzähler machen. So leitete er seinen jüngsten Vortrag nun ein mit einem Rückblick auf seine aktive Zeit im Vorstand der Bürgerregion am Sorpesee, welche sich neben Neuenrade aus den Städten Arnsberg, Balve und Sundern zusammensetzt.

Hinweis auf Boule-Bahn

„Sechs Jahre war ich dort Vorsitzender und dann noch eine Weile Stellvertretender. Jetzt mache ich da nichts mehr, aber ich freue mich immer noch über Projekte in Neuenrade“, sagte er bescheiden. Dann wies er mit dem Zeigefinger aus dem Fenster in Richtung Stadtgarten und erklärte seinen Zuhörern: „Dort entsteht zum Beispiel gerade eine Boule-Bahn.“

Wie das Museum entstand

Sogleich sprang Sasse ins Jahr 2012. Am 1. April jenes Jahres galt es, 100 Jahre Hönnetalbahn zu feiern. Heinz-Werner Turk hatte eine Ausstellung zum Thema im Kulturschuppen vorbereitet. „Eine halbe Stunde vor deren Eröffnung hatte ich zusammen mit ihm und dem damaligen Vorsitzenden des Geschichts- und Heimatverein – Rolf-Dieter Kohl – die Idee, wir könnten doch in Neuenrade ein Stadtmuseum auf die Beine stellen.“ 2015 war es dann soweit: Das Museum wurde eingeweiht – unter der Trägerschaft des Heimatvereins. An jedem dritten Sonntag im Monat ist es seither – abgesehen von Sonderführungen – geöffnet. „Und das Museum steht kurz davor, die 2000er-Marke zu knacken“, skizzierte Sasse die gute Resonanz des Angebotes bei seinen Besuchern. „Im November haben wir dort auch etwas ganz Dolles vor“, machte das frühere Stadtoberhaupt seine Zuhörer neugierig. Dann nämlich werde ein neues Exponat – eine Dauerleihgabe der Bürgerstiftung Neuenrade – in die Sammlung an Ausstellungsstücken aufgenommen.

„Vaterland“

Seit zwei Jahren gehört zu den gezeigten Schätzen ein motorbetriebenes Vaterland-Fahrrad aus dem Jahr 1954. Nun wird es ein weiteres zu sehen geben – und zwar ein noch viel älteres. Sasse gestand sogleich: „Ich wusste gar nicht, dass die Neuenrader Firma Vaterland schon 1935 motorisierte Räder hergestellt hat. Doch zum neuen Exponat haben wir auch einen Katalog von ‘35 erhalten, welcher das Alter des Rades belegt.“

Hönnetalbahn und die Motte

Gut anderthalb Jahre nach der zuvor angesprochenen Hönnetalbahn-Ausstellung – im Herbst 2013 – gehörte Sasse dann zu den Gründern der schon erwähnten Bürgerstiftung Neuenrade. Diese holte als eine ihrer ersten Aufgaben die Motte nach Küntrop. Dort empfange er regelmäßig Besuchergruppen. Sasse strahlte und verriet: „Wenn ich durch die Stadt gehe und dann erkennt mich ein Kindergarten-Kind und fragt: ‘Bist Du nicht der Onkel, der uns auf der Motte Sagen erzählt hat?’, das tut so gut!“

Stiftung läuft

Über die weiteren Aktivitäten der Stiftung sagte Sasse lapidar: „Das läuft ganz gut. Aber ich überlege schon, wer da für mich weiter machen könnte. Denn man soll sich ja nicht vormachen, dass man ewig lebt“, kokettierte er einmal mehr mit seinen ärztlichen Befunden, jedoch weiterhin ohne auf diese näher einzugehen. Auf Nachfrage erfuhr der frühere Bürgermeister, dass die meisten bei der Versammlung anwesenden Mitglieder der Seniorenunion bereits auf der Motte waren.

Karussell Karlo

Als Sasse sich aber später bei seinem Publikum erkundigte, wer von ihnen denn bereits eine Runde im Karussell Karlo am Platz der Generationen gedreht habe, hob niemand den Finger. „Na, das müssen wir aber nächstes Jahr unbedingt einmal nachholen“, lud er die Aktiven der Seniorenunion umgehend zu einer Karussell-Fahrt ein. Schließlich gelte es, im kommenden Sommer das Zehnjährige des Fahrgeschäftes zu feiern. Karlo setzte sich nämlich am 29. September 2013 erstmals in Bewegung.

Der Neuenrader Weinberg

Schon sprang der Ersatz-Referent zu seinem nächsten Thema: „Dann hatten wir auch noch die verrückte Idee, auf dem Berentroper Berg einen Weinberg anzupflanzen.“ Sasse verdrehte die Augen und schob hinterher: „Dabei habe ich nun wirklich überhaupt keinen grünen Daumen.“ Glücklicherweise habe er auf dem Weinberg – und zwar bereits seit 2011 – zwölf Mitstreiter. „Völlig ohne Chemie haben wir es in den elf Jahren nun schon zu sechs Ernten von Weiß- und Rotwein gebracht“, jubelte der Hobby-Winzer. „Und immerhin bekomme ich auf unserem Weinberg auch einmal ein bisschen Bewegung und bin so wenigstens auch mal an der frischen Luft.“

Besuch bei Kohlhage

Mit wohlwollendem Gelächter wurde nach diesem Satz Klaus Peter Sasse für diesen Nachmittag aus seinem Referenten-Dasein entlassen. Die Leiterin der Seniorenunion Vitz lud ihre Mitstreiter noch zu einer Firmenbesichtigung ein: Am Montag, 7. November, sind sie ab 15 Uhr in der metallverarbeitenden Firma Kohlhage in Küntrop zu Gast.

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