Sanierungsuntersuchung fast abgeschlossen

Ehemalige Galvanik: Gewaltige Entsorgungskosten

Die ehemalige Galvanik wird abgerissen, das Grundstück soll saniert werden.
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Die ehemalige Galvanik wird abgerissen, das Grundstück soll saniert werden.

Die ehemalige Galvanik Kerkenberg an der Oststraße, die sich im Besitz der Stadt Neuenrade befindet, steht immer noch. Der Abriss des Gebäudes und die Entsorgung des mit Chrom verseuchten Bodens wird wohl noch dauern.

Dem Grundstücksmarkt wird das rund 1400 Quadratmeter große Gelände wohl erst im kommenden Jahr zur Verfügung stehen.

„Rund 800 000 Euro, eher weniger“, so viel werde die Wiederherstellung des Betriebsgrundstücks wohl kosten. Derzeit würden Gutachten erstellt, die Fertigstellung der Sanierungsuntersuchung werde kurzfristig erwartet, sagte Dr. Uwe Hoffmann vom Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung (AAV). Kontaminiert sei das Grundwasser wohl nicht, konnte Hoffmann schon sagen. Eine entsprechende Schadstofffahne gebe es wohl nicht. Jedenfalls lägen die Messwerte „unterhalb der Prüfdaten“.

Rückbaukonzept liegt bereits vor

Die Sanierungsuntersuchung sei nun Grundlage, um in Abstimmung mit der Stadt Neuenrade und dem Märkischen Kreis eine Sanierungsplanung zu erstellen. Das Rückbaukonzept liege schon vor, sagte Dr. Hoffmann. Einen konkreten Zeitplan konnte der AAV-Verantwortliche naturgemäß nicht vorlegen. Gleichwohl schätzt er, dass eine Realisierung des Konzeptes eher in der zweiten Jahreshälfte 2022 liege. „Eigentlich sollte das Gebäude im März am Boden liegen –aber ob wir das schaffen...?“ Hoffmann verwies auf den formalen Gang wie Ausführungsplanung und Ausschreibungen.

Der Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Kreise und kreisfreie Städte sind Pflichtmitglieder, hinzu kommen freiwillige Mitglieder der Industrie. Der AAV „bekämpft aktiv Risiken für Mensch und Umwelt, entfernt wirkungsvoll Altlasten, tritt mit Rat und Tat dem Flächenverbrauch entgegen und hilft auf unterschiedlichen Wegen, künftige Belastungen von Boden und Grundwasser zu vermeiden“, heißt es in einer Selbstbeschreibung.

Vertrag mit Kreis und Stadt geschlossen

Der AAV hat nun mit dem Kreis und der Stadt Neuenrade einen Vertrag geschlossen, um die Situation mit der Kerkenberg-Brache zu bereinigen. Bleibt noch die Aufteilung der Finanzen. 80 Prozent trägt der AAV, die restlichen 20 Prozent teilen sich der Märkische Kreis und die Stadt Neuenrade.

Seit Anfang 2016 zieht sich das Verfahren um die ehemalige Galvanik nun hin – auch die Pandemie habe hier zur Verzögerungen geführt, deutete Dr. Hoffmann an. Viel teurer wird es auch. Das Worst-Case-Szenario für die Entsorgungskosten hatte Bauamtsleiter Henninger seinerzeit schon einmal mit 500 000 Euro beziffert. Nach der Entsorgung könne das Grundstück dann zu einem guten Preis an den Interessenten verkauft werden. Der Kaufpreis würde im Gegenzug auch auf die Förderung zu einem gewissen Betrag angerechnet, hieß es damals von Marcus Henninger.

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