Edelmetallaufkäufer hat gut zu tun

Silberbesteck oder Opas alter Ehering: Gold und Silber gegen Bares

Goldschmiedemeister Jörg Schwalfenberg kauft Altgold an. Bevor er Bargeld auszahlt, begutachtet er Schmuckstücke und Goldzähne.
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Goldschmiedemeister Jörg Schwalfenberg kauft Altgold an. Bevor er Bargeld auszahlt, begutachtet er Schmuckstücke und Goldzähne.

In der neuen Postfiliale sitzt er an einem Tischchen hinter einer Acrylglasscheibe, eine Präzisionswaage steht neben ihm und ein Vergrößerungsgerät hat er auch.

Jörg Schwalfenberg ist Goldschmiedemeister und er kauft Schmuck aus Edelmetall. Doch auch Zahngold nimmt er, Silberbesteck oder Opas alten Ehering. Bernstein und Korallen oder Münzen nimmt er ebenfalls an.

Er begutachtet das Ganze, wiegt es aus und zahlt Bargeld aus. Nicht wenige schauen an diesem Vormittag vorbei und liefern ihre Schätze ab. Der Goldpreis ist derzeit hoch und für eine hohle Goldkette aus Massenproduktion, die knapp 16 Gramm auf die Waage bringt, zahlt er 350 Euro. Der Betrag hängt von der Legierung ab – dem Goldanteil – und dem tagesaktuellen Goldwert, der an der Börse gehandelt wird. „Faire Priese“, seien das, sagt Schwalfenberg, der für Goldfaktor arbeitet. Der Goldschmied berät auch seine Kundschaft. Und wenn jemand ein besonders schönes Stück verkaufen will, dann weist er darauf hin, dass man es doch lieber selber weiter getragen möge oder vererben. Denn manch Schmuckstück ist mehr wert als das Material. Das allerdings passiere nicht oft.

Nicht unbedingt Geschmeide

Doch es ist nicht unbedingt Geschmeide, das zu ihm gebracht wird. „Altes Silberbesteck überwiegt.“ Und was Schmuck anbelangt so ist es doch eher die kaputte Kette. doch auch einzelne Goldzähne oder gar Gebissteile mit Zähnen werden ihm gebracht. Auch Uhren nimmt er, baut dann ohne viel Federlesens das Uhrwerk aus. Das gesammelte, gereinigte Gold und Silber werde eingeschmolzen und gehe dann zur Scheideanstalt, die das Material auf den Edelmetallgehalt überprüfe und entsprechend auszahle. Für die Aufkäufer liege das Risiko eben im Kurs, der sich natürlich verändern könne, nach oben und auch nach unten.

Auch Schmucksteine nimmt Schwalfenberg an. Dabei wird die weltweite Vernetzung in der Branche deutlich. Runde Steine würden zum Beispiel in arabischen Ländern zu Gebetsketten weiterverarbeitet, sagt der Fachmann. Deutsche Goldschmiede würden wegen ihrer guten Ausbildung und Expertise bei amerikanischen Juwelieren arbeiten. Auch die Wertschätzung von Schmuck sei sicher von Land zu Land unterschiedlich und hänge von der Mode ab. Bernstein gelte beispielsweise inzwischen als Oma-Schmuck. Dass er in Krisenzeiten mehr zu tun habe oder, dass zu bestimmten Zeiten mehr Altgold angeboten werde, könne er nicht feststellen, sagt Schwalfenberg.

Altgold von Privatiers wird gerne genommen

Wer den Aufwand nicht scheut, kann sein Altgold übrigens auch direkt zu einer Scheideanstalt bringen, diese nehmen inzwischen gerne Altgold von Privatiers an. Manche bieten sogar den Service „Bargeld gegen Altgold auf dem Postwege“ an. Bezahlt wird dann nach Kurs und Edelmetallgehalt. Für den Altgoldbesitzer scheint das eine gute Lösung zu sein, weil kein Zwischenhändler involviert ist. Scheideanstalten sind im Prinzip Recyclingbetriebe, die ihr Geld im Massengeschäft verdienen.

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