E-Bikes aus Neuenrade

Dieter Teckhaus und Sandra Hermes von der Firma Power Systems & Solutions möchten die Neuenrader für motorisierte Roller und Dreiräder begeistern. Viele Unternehmen nutzen die schon für die langen Wege auf dem Firmengelände.

NEUENRADE ▪ Die Fahrt von Neuenrade hinauf nach Küntrop, die Wege des Chefs oder des Betriebshausmeisters zwischen Büro und Produktionshalle – Dieter Teckhaus glaubt, dass in Zukunft viele Menschen solche Wege mit einem Elektrofahrrad oder Elektroroller zurücklegen werden. Er ist Geschäftsführer der Neuenrader Firma Power Systems & Solutions (PSS), die solche Räder entwirft und verkauft.

Früher baute die zur SK-Gruppe gehörende Firma PSS Maschinen, die CDs stapelten und damit die Kernkompetenz der SK-Gruppe bedienten. Als Dieter Teckhaus im Jahr 2007 die Geschäftsführung von PSS übernahm, stellte er auf die Arbeit mit Batterien um.

Inzwischen hat die Firma dieses Geschäftsfeld erweitert und verkauft ganze Elektrofahrräder und -roller. Im Prinzip lässt sich jedes handelsübliche Fahrrad zum E-Bike umrüsten. PSS verschaltet einzelne Lithium-Ionen-Zellen und baut ein Kunststoff-Gehäuse drumherum: Fertig ist die Batterie, die sich leicht unter den Gepäckträger schieben lässt. Zusammen mit einem kleinen Motor und einem elektronischen Kontrollsystem verkauft das Unternehmen die Batterie dann als Umrüstsatz für normale Fahrräder.

Eigentlich hatte Teckhaus Mathematik auf Lehramt studiert, bekam aber nach dem Studium keine Stelle als Lehrer. Er beschäftigte sich mit EDV und Lithium-Ionen-Batterien und merkte dabei, dass in dieser Kategorie viel Potential liegt. „Es gibt viele verschiedene Batterie-Formen für verschiedene Fahrräder“, erklärt Dieter Teckhaus. „Das ist aktuell das Problem des Marktes.“

Für den Kunden hieße das: Wenn er in einem Großmarkt ein günstiges Elektrorad kaufe und nach einer Weile die Batterie-Leistung nachlasse, könne eine neue Batterie fast so teuer werden wie das Fahrrad.

Bei PSS sei die Reparatur weniger kostspielig. Denn die Firma kann eine Vielzahl von Batterien wieder aufbauen, indem sie einfach neue Zellen einsetzt. „Was muss eine Lithium-Ionen-Zelle können, wie schnell muss sie den Strom abgeben und wie oft wollen wir sie laden und entladen können“, zählt Dieter Teckhaus einige Fragen auf, die er bei der Batterie-Herstellung beachten muss. „Wir kennen alle gängigen Zellen und Motoren“, erklärt er. Zwischen 100 und 200 Euro koste es, wenn seine Firma Batteriezellen ersetze, rechnet der Geschäftsführer vor. 200 bis 500 Euro müssten die Kunden für eine komplett neue Batterie auf den Tisch legen.

Für Dieter Teckhaus ein guter Grund, sich vor allem auf Reparaturen zu spezialisieren, die ein klassischer Fahrradhändler nicht mehr leisten kann. „Wir könnten auch mit den Preisen der chinesischen Massenproduktion von Elektrorädern mithalten“, sagt er. „Aber da verbrennen Sie zuviel Geld.“

Die Gewinnmargen in diesem Bereich seien extrem klein, vor allem, da inzwischen das meiste über Versandhäuser oder Großmärkte liefe. „Lieber klein und fein“ heißt deshalb das Motto, nach dem PSS arbeiten möchte. Zwar hat die Firma auch klassische E-Bikes im Angebot. Ihre Kernkompetenz sieht sie aber im Bereich von motorisierten Klapprädern, Tretrollern und Dreirädern.

Besonders die Roller und Dreiräder würden gern von großen Firmen für die langen Wege zwischen Büros und Produktionshallen gekauft. Auch auf Messen seien sie sehr beliebt, berichtet Teckhaus.

„Die Falträder passen sogar in den Kofferraum von einem Smart“, erklärt die PSS-Mitarbeiterin Sandra Hermes. „Wer eine Radtour unternehmen und zum Beispiel um den Sorpesee fahren möchte, muss also keinen Fahrradgepäckträger mehr am Auto anbringen.“

Von Constanze Raidt

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