Drei Neuenrader verurteilt

Marihuana angebaut: 24-Jähriger muss lange hinter Gitter

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Neuenrade – Mit Haftstrafen zwischen drei Jahren und zwei Monaten sowie fünf Jahren und sechs Monaten endete im Landgericht Hagen der Prozess gegen drei Angeklagte aus Neuenrade.

Der 24-jährige Angeklagte erhielt zwar die höchste Haftstrafe, er soll aber nach neun Monaten in Untersuchungshaft relativ zügig die Chance zu einer zweijährigen Drogentherapie bekommen. Sollte er diese erfolgreich hinter sich bringen, könnte er nach der Hälfte der Dauer der verhängten Haftstrafe in die Freiheit zurückkehren. 

Nach Überzeugung des Gerichts war er derjenige, der die Marihuana-Plantage gepflanzt und gepflegt hatte. „Sie hatten ein eigenes Interesse daran, dass die Plantage gedeiht“, hielt die Vorsitzende Richterin Dr. Bettina Wendlandt ihm vor. Vier Kilogramm Marihuana hatten die Ermittler vor Ort sichergestellt. Die Herstellung weiterer zwölf Kilogramm wurde dem Angeklagten ebenfalls zur Last gelegt. 

Amphetamin-Koch in Werdohl

Er hatte auch zugegeben, dass er sich in einer anderen Wohnung in Werdohl als Amphetamin-Koch betätigt hatte. Die Polizei hatte dort noch zwei Kilogramm der Droge gefunden. Aufgrund aufgefundener Flaschen mit Amphetamin-Öl ging die Kammer aber von bis zu 20 Kilogramm aus, die der Angeklagte hergestellt hatte. Er bestätigte diese Schätzung. Der Ertrag war beträchtlich: „Große bis ungeheure Mengen“ hielt ihm die Vorsitzende vor. 

Im An- und Verkauf hatte sich nach Überzeugung des Gerichts der 33-jährige Angeklagte betätigt. Ihm wurde der kiloweise Ankauf von Betäubungsmitteln und der portionsweise Weiterverkauf zur Last gelegt. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Haftstrafe von vier Jahren. Eine Hochrechnung seiner bei den Käufen erzielten Erträge ergaben einen vom Gericht angeordneten Einziehungsbetrag von mehr als 39 000 Euro. 

Eine eher untergeordnete Rolle

Die Rolle des dritten Angeklagten (23) soll eher von ungeordneter Bedeutung gewesen sein: Er habe bei einem Drogenkauf des 33-Jährigen als Vermittler fungiert. Angeblich bekam er pro vermitteltem Geschäft nur zwischen 200 und 300 Euro. Von ihm sollen deshalb 500 Euro eingezogen werden. Dazu gab es die kürzeste, aber schmerzhafte Haftstrafe: drei Jahre und zwei Monate. Das Gericht wies eine Bewertung seiner Tat als „minderschweren Fall“ zurück: Der 23-Jährige habe eine Vorstrafe wegen Handeltreiben mit Arzneimitteln in seinem Strafregister. Außerdem habe er unter laufender Bewährung gestanden. Sollte diese erwartungsgemäß widerrufen werden, droht die Vollstreckung weiterer 14 Monate. 

Die Richter hoben die Haftbefehle gegen zwei der Angeklagten auf. Nur der 24-Jährige bleibt in Haft.

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