Drogenprozess gegen Bande aus Neuenrade: Polizisten sagen aus

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Neuenrade/Werdohl/Hagen – Im Drogenprozess im Landgericht Hagen gegen drei Männer aus Neuenrade haben weitere Polizeibeamte von den Durchsuchungen am 8. März 2019 berichtet.

Dabei wurde deutlich, wie professionell die Plantage in einem Haus an der Freiheitstraße in Werdohl angelegt war: Die Täter pflegten Pflanzungen im Erd- und im Dachgeschoss, die ein Polizeibeamter als „fachmännische Installation“ einschätzte. 

Die sichergestellten Hanfpflanzen wuchsen im Erdgeschoss in zwölf Quadratmeter großen Zelten. Scheinwerfer sorgten für intensive Beleuchtung, eine Bewässerungsanlage für zuverlässige Wasserversorgung. Ein Aktivkohle-Abluftfilter sollte verhindern, dass über die Belüftungsanlage der typische Marihuana-Geruch nach draußen gelangte. Dazu kam weiteres Gärtnerzubehör: Unkrautspritze, Schutzbrille, Wachstums-Substrat. 

Plantage noch im Aufbau?

Möglicherweise war die Plantage im Dachgeschoss noch im Aufbau, denn als die Polizei in dem Haus eintraf, war das Dachgeschoss stromlos. Die Polizeibeamten leuchteten die Räume mit Taschenlampen und eigenen Strahlern aus. Ein Zeuge beantwortete die Frage, ob dort eine weitere Pflanzung eingerichtet werden sollte, mit einem Stoßseufzer der Ratlosigkeit: „Wir haben so viele Plantagen.“ Die technische Ausrüstung der Plantagen war derart umfangreich, dass die Polizei nach Abschluss der Ermittlungen vor Ort das Technische Hilfswerk um Amtshilfe für den Abtransport bat. 

Weitere Zeugen durchsuchten die Amphetamin-Küche, die sich entgegen früheren Mitteilungen nicht in Neuenrade, sondern offenbar ebenfalls in Werdohl befand. Die Polizeibeamten fanden in einer Kammer einen „schwarzen Kanister mit unbekannter Flüssigkeit“. Möglicherweise handelte es sich dabei um den Ausgangsstoff Amphetamin-Öl, der im Rahmen einer chemischen Untersuchung identifiziert wurde. 

Drogen in Tupper-Dosen

Sichergestellt wurden weitere Zutaten und umfangreiches Arbeitsgerät: ein großer Eimer mit Rührgerät, Koffein, Messbecher, ein Füllschlauch, eine Atemschutzmaske und eine Arbeitsschutzbrille. Fertiges Amphetamin befand sich in Kunststofftöpfen und bunten Tupper-Dosen im Kühlschrank. Die ganze Amphetamin-Küche sei unter einer Decke verborgen gewesen, erinnerte sich einer der Zeugen. Bei einer dritten Durchsuchung in der Neuenrader Wohnung des 24-jährigen Angeklagten fanden die Beamten unter anderem vier Packungen des Muskel- und Männerhormons Testosteron, einen Schlagring, zwei Geräte zum Zerkleinern von Cannabis-Produkten und 19 falsche 100 Euro-Scheine.

Der Fall

Drei Männer aus Neuenrade (23, 24 und 33 Jahre) müssen sich im Landgericht Hagen wegen verschiedener Drogendelikte verantworten. In unterschiedlicher Besetzung sollen sie gemeinsam mit dem flüchtigen Haupttäter unter anderem eine Marihuanaplantage und eine Amphetamin-Küche in Werdohl betrieben haben.

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