Drogenberatung testet Escape-Room-Projekt an der Hönnequell-Schule

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Erst wenn die vier Aufgaben gemeinschaftlich gelöst und das Codewort genannt war, ging in einem Kellerraum der Hönnequell-Schule das Licht wieder an und die Achtklässler fanden den Weg hinaus.

Neuenrade - Drogenberatung auf besondere, jugendgerechte Art erlebten am Dienstagvormittag die Schüler der Klasse 8.2 der Neuenrader Hönnequell-Schule. Premiere an einer Schule hatte bei der Veranstaltung der Drogenberatung (Drobs) Werdohl das sogenannte Escape-Room-Projekt.

Bei diesem hatten die Schülergruppen in einem dunklen Raum lediglich einen Schwarzlicht-Stab als einziges Hilfsmittel, mussten sich so in einer unbekannten Umgebung auf die Suche nach vier Umschlägen mit kleinen Aufgaben rund um das Thema „Drogen“ machen. Wurden alle Aufgaben erfolgreich bewältigt, hatten die Schüler die Buchstaben für ein Lösungswort zusammen, mit dem sie aus der Dunkelheit „entfliehen“ konnten. 

„Statt uns zwei Stunden in einen Klassenraum zu setzen und im Frontalunterricht einfach die Angebote der Drogenberatung vorzustellen, wählen wir einen anderen Ansatz und hoffen die Achtklässler auf diese Weise besser erreichen zu können“, erklärte Schulsozialarbeiter Thorben Schürmann im Gespräch mit unserer Zeitung. Schürmann führte die Schüler mit Suchtpräventionsfachkraft René Sadowski und Daniel Kämmer, Drogenberater der Drobs Werdohl, durch den Vormittag. 

Mit einer „Rauschbrille“ vor den Augen mussten die Schüler beispielsweise eine Windel wechseln.

Neben dem Escape-Room warteten auf die Hönnequell-Achtklässler zwei weitere Stationen. Mit einer speziellen Suchtbrille vor den Augen, die Sinneseinschränkungen nach Alkohol- oder Drogenkonsum simulieren soll, mussten eigentlich einfache Aufgaben des täglichen Lebens absolviert werden. „Eine der Brillen simuliert einen Promillegehalt von bis zu 1,7“, sagte Schürmann. Beim Tragen dieser Brille hatten die Schüler dann auch teilweise große Probleme, ein Fahrradschloss zu öffnen, ein Kinderpuzzle zu lösen oder an einer Puppe die Windel zu wechseln. 

Berührungsängste abbauen

Neben dem vielen Ausprobieren und Erfahren durfte der informative Teil aber auch nicht fehlen. So stellte Daniel Kämmer in lockerer Runde in einem Stuhlkreis die Arbeit der Drogenberatung in Werdohl, die auch für Neuenrade zu ständig ist, vor und klärte über die Risiken und Gefahren des Alkohol- und Drogenkonsums auf. 

„Die Mitarbeiter der Drobs kommen regelmäßig zu uns an die Schule. Die Schüler sollen auf diesem Weg die Gesichter kennenlernen und Berührungsängste abbauen. Dann fällt ein erster Kontakt sicherlich leichter, falls jemand in seinem weiteren Leben mal persönlich oder für einen Freund Hilfe von der Einrichtung benötigt“, erklärte Schürmann.

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