DRK-Kleiderladen will weg vom Wühltisch-Image

+
Rotkreuzleiterin Maria Brockhagen ist zufrieden mit dem neuen Konzept des Kleiderladens.

NEUENRADE ▪ Aus der Kammer wird ein Laden: Um den Kunden der Kleiderkammer des Roten Kreuzes einen angenehmeren Einkauf zu ermöglichen, hat das DRK das Konzept seines Kleiderverkaufs geändert.

Statt auf Wühltischen finden sich Jacken, Hosen und Shirts nun ordentlich sortiert in Regalen und auf Kleiderstangen. Klar, dass damit auch eine Namensänderung einhergeht. „Die Kammer heißt nun Kleiderladen“, freut sich Rotkreuzleiterin Maria Brockhagen und präsentiert stolz ein neues Schild für die Eingangstür.

Seit rund 20 Jahren versorgt das DRK bedürftige Neuenrader mit gebrauchter Kleidung. Gut erhaltene, teilweise neuwertige Bekleidung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene werden für wenig Geld angeboten: Eine Bluse kostet 50 Cent. Zu den teuersten Stücken gehören Jacken und Mäntel zum Preis von 2,50 Euro.

Bezieher von Hartz IV, aber auch Rentner, Alleinerziehende, Auszubildende, Studenten und kinderreiche Familien, vielfach mit Migrationshintergrund, gehören zur Klientel der DRK-Einrichtung. „Als besonders bedürftig ausweisen muss sich bei uns aber niemand. Jeder kann in dem Angebot stöbern“, erklärt Brockhagen.

Auch Spielzeuge und Haushaltswaren im Angebot

Neben Kleidung seien oft auch Spielwaren, Koffer oder Geschirr im Angebot. „Es kommt immer darauf an, was uns zur Verfügung gestellt wird“, berichtet die Rotkreuzleiterin. Die Vielfalt sei von den Spenden aus der Bevölkerung, teilweise von Wohnungs- und Geschäftsauflösungen, abhängig. Sowohl in der Begegnungsstätte, als auch in der Kammer, nun dem Laden, werden die Kleiderspenden entgegengenommen.

Zur Wertschätzung der Kleidung beitragen

„Sechs Helferinnen betreuen den Verkauf ehrenamtlich“, erläutert Brockhagen. Da auch sie mit der Atmosphäre während der Öffnungszeiten zuletzt nicht glücklich waren, beschlossen sie jetzt gemeinsam mit der DRK-Leitung einige Änderungen im Konzept der Kleiderkammer. Um die von der Stadt zur Verfügung gestellten Räume geschäftsmäßiger zu gestalten und zur Wertschätzung der Kleidungsstücke beizutragen, sortieren die Helferinnen alle Spenden nun vor. „In einem separaten Raum schauen sich die Frauen die Kleidung zunächst genau an“, kündigt Brockhagen an. Leider seien auch immer mal wieder kaputte Stücke darunter.

Nach Größen sortiert kommen die Hosen, Shirts und Pullover dann in die zwei Verkaufsräume. Diese sind nun nicht mehr mit Tischen, sondern mit vielen Regalbrettern und Kleiderstangen ausgestattet. Auch die Kunden können sich so schneller einen Überblick über das Angebot verschaffen. „In den kommenden Tagen bauen wir auch noch eine Umkleidekabine“, stellt Brockhagen weitere Pläne vor. Nach all diesen Neuerungen auch den Namen der Einrichtung zu verändern, sei da nur konsequent gewesen.

Der Kleiderladen im Kellergeschoss der Burgschule, Am Wall, öffnet erstmals wieder am Dienstag, 13. April, in der Zeit zwischen 14.45 und 16.45 Uhr. Die Öffnungszeiten wurden um 15 Minuten verlegt, damit Zeit zum Einräumen der Waren bleibt. ▪ Pia Käfer

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare