Drei Monate lang Europa hautnah erleben

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Henrik Schmoll-Klute wird bald für drei Monate durch Europa reisen.

Neuenrade - Er wird Menschen aller Herren Länder kennenlernen. Er wird Städte und Orte erleben, die selbst Viel-Urlauber in ihrem Leben nicht live zu sehen bekommen. Henrik Schmoll-Klute aus dem 300-Seelen-Dorf Blintrop startet in der nächsten Woche auf eine große Europa-Tour.

 Drei Monate wird er per Interrail und mit einem 75-Liter-Rucksack auf dem Rücken unterwegs sein. Und das ganze wird auch eine kleine politische Komponente haben: Der kommunikative Henrik Schmoll-Klute, gerade einmal 23 Jahre alt, will mit anderen Gleichaltrigen ins Gespräch kommen, er möchte wissen, wie sie zu Europa stehen und ob ihnen die Europäische Gemeinschaft noch so wichtig ist.

Auch persönlich möchte er wissen, wie er als Deutscher im Ausland angesehen wird. Ursache mag hier sein, dass man ihn unter anderem „auf einer Klassenfahrt in Paris als Nazi beschimpft hat“. Die Idee für die dreimonatige Europa-Tour kam ihm indes in Italien. Durable, der Iserlohner Hersteller von Büro-Produkten, ermöglicht seinen Auszubildenden sechs Wochen bei einer europäischen Filiale zu verbringen. Schmoll-Klute, damals noch Industriekaufmann-Azubi, ließ sich diese Gelegenheit nicht entgehen. Er, der zuvor „nie groß raus aus Blintrop gekommen“ war, ging nach Italien. Am Wochenende fuhr er per Interrail umher, lernte viele gleichgesinnte junge Leute kennen, lernte andere Kultur zu schätzen.

 „Das war so genial.“ Und da er sich sicher war, dass er später solche Kontakte bei Pauschalreisen nicht machen würde, reifte in ihm der Gedanke zu der dreimonatigen Europatour. Zwei Jahre später wird er sich diesen Traum erfüllen. Er ist sich sicher, dass es jetzt sein muss, denn „später würde das nichts werden“. Dabei gibt ihm seine Umgebung recht. „95 Prozent sagen, dass ich das richtig mache und dass sie selbst gerne so eine Tour unternehmen würden“.

Die nähere Verwandtschaft indes schienen zunächst nicht so glücklich mit seinen Plänen. „Es gab natürlich Diskussionen, als die Planungen konkreter wurden“. Eine gewisse Grundbesorgnis blieb. Auch Freunde und Arbeitskollegen waren wohl traurig, dass er sich für drei Monate verabschieden würde. Und bei Durable musste er zudem noch kündigen. Denn, wenn er wieder zurück in Deutschland ist, will er – vorzugsweise in Münster – Betriebswirtschaft studieren. Auch sein Berufsziel scheint für ihn schon klar zu sein. Er will später selbstständig als Seminar-Leiter / Berater tätig werden.

Henrik hat seine Europa-Tour natürlich ausgiebig geplant: Finanziell will er mit einem niedrigen fünfstelligen Betrag auskommen; eine Auslandskrankenversicherung hat er abgeschlossen; die Budgets fürs Essen und Unterkunft sind kalkuliert, für mögliche Notfälle ist er gerüstet. Nur um die Unterkünfte – da hat er sich nicht gekümmert. Er will sich zudem auf die Hauptstädte/zentralen Städte konzentrieren und plant in Hostels zu übernachten. Er sei da mit absoluten Mindeststandards zufrieden. Mit 20 anderen auf einem Zimmer, das mache ihm nichts, da sei er schmerzfrei. Einen Schlafsack hat er mit, auf ein Zelt verzichtet er, was Kleidung anbelangt, denkt er ganz rational – jedes Gramm zählt. Und so startet er am 1. Mai am Dortmunder Hauptbahnhof in Richtung Amsterdam: Von dort geht es weiter nach Großbritannien, es folgen Frankreich, Spanien, Portugal, spanische Küste, Frankreich (Nizza), Italien, Slowenien, Kroatien, Ungarn, Österreich, Tschechien, Polen, Skandinavien „und dann nach Hause“. Ein durchaus anspruchsvolles Programm. Maximal drei Tage will er an einem Ort verweilen. Henrik spricht Englisch fließend, hat Grundkenntnisse in Französisch und spricht brauchbar Spanisch.

Henrik Schmoll-Klute wird regelmäßig für die Leserschaft in Wort und Bild berichten.

Von Peter von der Beck

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