Drei hochkarätige Bands rocken das Zelt

The-Majors-Gitarrist Nils Schulte entlockte seinen Saiten einen erdig-ehrlichen Sound, der ausgesprochen gut ankam.

NEUENRADE ▪ Ein Rockkonzert in einem Zirkusrund hat Tradition, seit die Beatles einst im Circus Krone auftraten. Besonders bleibt die Atmosphäre im Zelt auch heute noch. Anlässlich des Jubiläums 100 Jahre Burgschule gab es am Mittwochabend dieses Erlebnis für Neuenrader Musikfreunde. Drei heimische Bands unterhielten auf hohem Niveau. Von Michael Koll

Erdig-ehrlicher Rock leitete den viereinhalb-stündigen Live-Marathon ein. The Majors waren die jüngste Band des Abends. Dass die vier Jungs über kaum Bühnenerfahrung verfügen, fiel beim Auftritt des Quartetts gar nicht auf. Sie kamen bei den Zuhörern in der Manege ausgesprochen gut an.

Auffällig war von Beginn an, dass unter allen drei Musikgruppen eine freundschaftliche Stimmung herrschte. Gemeinsam feierten sie eine Party, tanzten zu den Songs der jeweils anderen und fotografierten sich gegenseitig.

Die gelöste Atmosphäre spiegelte sich dann auch in den Darbietungen der Musiker. Die druckvollen Titel der Majors wurden unterstützt durch den kristallklaren Sound im Zirkuszelt. Gekonnt heizten sie die Zuschauer für den kommenden Abend an. Ihr vorletzter Song hieß „Rockstar“. Dass die vier welche sein könnten – daran ließen sie keinen Zweifel.

Dann folgte ein Stilbruch mit der Vanilla Boat Crew: Die filigranen Pop-Monster des Septetts harmonierten mit dem Sternenhimmel, welcher auf das Zeltdach gemalt war. Die textsicheren Fans schunkelten, klatschten und johlten.

Wer die Augen schloss, wähnte sich auf einem Hafenfest eines britischen Küstenstädtchens. Wer sie öffnete, erblickte Noel-Gallagher-Lookalike Sebastian Queren. Die swingende Familienbande – sechs der sieben Musiker sind Geschwister – klang wie die Enkel von Paul Weller. Der Modfather wäre stolz gewesen, hätte er dieses Konzert gesehen.

Im Laufe des Mini-Festivals füllte sich das Zelt zusehends. Doch dass am Ende, bei der Coverband Entspannungsminister, immer noch kaum 100 Fans die Manege füllten, hatte keine der drei Gruppen verdient: zu hochkarätig war das Gebotene.

Doch davon ließ sich Maik Wiesegart nicht beeindrucken. Der Minister-Frontmann versprach, dass er und seine Band auch beim Jubiläum 150 Jahre Burgschule wieder dabei wären.

Als der Sänger am Ende des Konzertes mit technischen Problemen zu kämpfen hatte, das Mikrofon versagte die Dienste, tat das der Stimmung keinen Abbruch. Die Fans sangen einfach „Chasing cars“ von Snow Patrol lautstark mit.

Bei den anderen Songs der Entspannungsminister wären die Fans aber gar nicht zu hören gewesen. Das Set bestand mit Songs von „Born to be Wild“ (Steppenwolf) bis „Move“ (H-Blockx) vornehmlich aus lauteren Liedern. Damit fand der Triple-Gig einen fulminanten Schluss.

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