Investor Dietmar Brinkmann will Bungalows bauen

Ärger auf der Hecke: Anwohner sehen "Ruhezone" in Gefahr

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Dieser Weg ist Stein des Anstoßes. Er sei zu schmal. Ruhezonen würden durch den Verkehr dort gestört.

Neuenrade – Herrscht sonst in der Regel gähnende Leere auf den Stuhlreihen im Zuschauerraum bei Ausschusssitzungen des Stadtrats Neuenrade, so saßen dort am Mittwochabend bei der Bauausschusssitzung mehrere Besucher.

Sie waren als Betroffene wegen der „Änderung des Bebauungsplanes Nr. 17. Auf der Hecke“ gekommen. Die Änderung betrifft ein kleines Areal südlich der Jahnstraße. 

Dort hat Investor Dietmar Brinkmann eine Baulücke erworben, die Erschließung des Grundstücks erfolgt laut Plan über einen privaten Weg, der an ihrer engsten Stelle drei Meter breit ist. 

Hintergrund ist das städtebauliche Ziel „Innenentwicklung und Nachverdichtung“. Bestehende Potenziale in der Kernstadt sollen genutzt werden. 

Potenziale nutzen: Investor Dietmar Brinkmann hat das schon häufiger getan. Eines seiner Erfolgsmodelle ist der Bau kleiner Bungalows mit überschaubarem Unterhaltungsaufwand. Auch Auf der Hecke will er drei Bungalows bauen. 

Abnehmer hat er schon: „Ordentliche Neuenrader, Ü50“, sagte er. Wen Besseres könne man als Nachbar doch nicht kriegen. Ruhiger gehe es nicht. 

"Jeder hat ein Recht auf ein kleines Häuschen"

Zudem sagt Brinkmann: „Jeder Mensch hat doch ein Recht auf ein kleines Häuschen.“ Er verwies ebenfalls auf die stadtplanerische Dimension und darauf, dass in Neuenrade und Affeln Bauwillige händeringend Grundstücke suchen würden. 

Das habe daher auch eine übergeordnete Dimension. Den betroffenen Anwohnern gefällt das Projekt dennoch nicht. Dabei gehe es nicht darum, Bauvorhaben zu verhindern, hieß es während der Sitzung aus dem Publikum. 

Vielmehr gehe es um die Erschließung der Grundstücke über die schmale Privatzuwegung. Da passe kein Umzugswagen durch, geschweige denn ein Feuerwehrauto. Drei Meter, das sei einfach zu schmal. 

Auch machen sie sich über den zu erwartenden Autoverkehr durch die potenziellen neuen Nachbarn Sorgen. „Da ist unser Grillplatz“, hieß es. Drei Häuser, nebst der zu erwartenden Autos, dann sei es mit der Ruhe vorbei.

Kein Durchgangsverkehr erwünscht

Ein Anwohner verwies während der Einwohnerfragestunde auf den alten Plan, der einen Erschließungsweg im Südwesten möglich gemacht habe. FWG-Vertreter Detlef Stägert verwies zudem auf eine mögliche Erschließung über die Straße im Glocken. Anwohner Nico Troilo sagte gestern in einem Gespräch ausdrücklich: „Wir können nicht zulassen, dass unserer Ruhezone zum Durchgangsverkehr wird.“ 

Er verwies zudem darauf, dass er das Haus damals auch gekauft habe, weil laut Plan die Erschließung von der Carl-Diem-Straße her erfolgen sollte. Bauamtsleiter Marcus Henninger, der andeutete, dass er in dieser Sache auch im Vorfeld schon Besuch von den Anwohnern hatte, sagte, dass der Bebauungsplan auch geändert werde, um den Anwohnern die Möglichkeit zu geben, ihre Stellungnahmen abzugeben. 

Auch machte er klar, dass die Breite des Weges für die Baugenehmigungsbehörde wohl kein Hindernis darstellt. Auch die Zahl der zu erwartenden Fahrzeugbewegungen sei nicht gravierend. Und weitere Optionen gebe es auch nicht. Andere Grundstücke stünden für eine Erschließung nicht zur Verfügung. 

Bauausschuss gibt Empfehlung an Stadtrat ab

Die Bauausschussmitglieder empfahlen jedenfalls – bei einer Gegenstimme von Detlef Stägert (FWG) und einer Enthaltung durch Heinz Friedriszik (FWG) – dem Stadtrat, den Bebauungsplan auf den Weg zu bringen. 

Nach Zustimmung des Rates erfolgt die Auslegung mit Beteiligung der Öffentlichkeit. Dann wird die Verwaltung bei Einwänden der Beteiligten abwägen.

Von Peter von der Beck

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