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Der Alte Fritz im Stadtmuseum

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Von: Peter von der Beck

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Die Mannschaft des Stadtmuseums, Klaus Peter Sasse, Dr. Rolf Dieter Kohl, Uli Tillmann und Heinz-Werner Turk präsentieren das Gemälde vom Alten Fritz.
Die Mannschaft des Stadtmuseums, Klaus Peter Sasse, Dr. Rolf Dieter Kohl, Uli Tillmann und Heinz-Werner Turk präsentieren das Gemälde vom Alten Fritz - und erläutern gerne den Bezug zur Stadtgeschichte. © von der Beck, Peter

Neuenrade – Dr. Rolf Dieter Kohl, Historiker, Kreisarchivleiter außer Dienst, Stadtarchivar und einer derjenigen, die sich um das Neuenrader Stadtmuseum kümmern, präsentiert der Öffentlichkeit dort nun ein ganz besonderes Stück Kultur: Ein Gemälde vom Alten Fritz.

Es handelt sich um eine Replik, die 1763 gemalt wurde. Das Original des Porträts hängt im Schloss Charlottenburg. Die Replik hat Dr. Rolf Dieter Kohl selbst vor zwei Jahren erworben. Wer also am Sonntag das Stadtarchiv besucht, kann sich das Porträt des Alten Fritz im Detail anschauen. Es hängt in jenem Raum des Stadtmuseums mit Exponaten zur Stadtgeschichte und passt auch thematisch dort hin. Auch die Preußen spielten damals zumindest als Steuereintreiber in Neuenrade eine Rolle. An der Wand hängt jene berühmte Karte von Neuenrade und Umgebung, die für die preußischen Steuereintreiber erstellt wurde. Damals musste eine Art Grundsteuer entrichtet werden. Auch die Besitztümer sind dort verzeichnet.

Ein uneitler König

Klare Sache, dass Rolf Dieter Kohl zur Geschichte seines Gemäldes recherchiert hat. „Grundsätzlich hatte Friedrich der Große (1740 bis 1786) ein Problem mit Porträts. Er lehnt sie strikt ab,“ sagte Kohl bei der Präsentation des Bildes. Wohl erst, als er den Siebenjährigen Krieg gewonnen hatte, ließ er ein Porträt zu. Er beauftragte Heinrich Christoph Franke ein „jeder Eitelkeit bares Bildnis zu malen, das ihn als „ersten Diener seines Staates“ darstellt. Das Porträt, welches den Alten Fritz mit einem Dreispitz grüßend zeigt, kam gut an bei der Bevölkerung. Etliche Repliken wurden angefertigt.

Stadtarchivar kauft Gemälde

Dr. Kohl jedenfalls kaufte 156 Jahre später im Kölner Kunsthandel diese Replik. Die gehörte einst dem Stahlgroßhändler und Kunstmäzen Ravené, der zudem mit dem Kronprinzen Friedrich von Preußen (Schwiegersohn von Queen Viktoria) befreundet war und ihm das Porträt 1875 schenkte. Das erhielt dann einen Ehrenplatz im Kronprinzenpalais. Noch heute prangt auf der Rückseite des Gemäldes ein kleiner Zettel: „Eigenthum Seiner Kaiserlichen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen, dem es 1875 von Rentier Louis Ravené geschenkt worden ist.“ Wie das Gemälde die Weltkriege überstanden hat und schließlich in Köln landete, wo Kohl es kaufte – das weiß man nicht.

Beziehungen zu Elverlingsen

Übrigens gibt es Verbindungen der Familie Ravené nach Werdohl-Elverlingsen. 1797 heiratete Dorothea Ravené den Elverlingser Messing- und Eisenwahrenfabrikanten Johan Heinrich Schmidt. „Sie gebar (13!) Kinder und wurde Stammmutter der Familie Schmidt-Elverlingsen“, erläuterte Rolf Dieter Kohl die Zusammenhänge. Der Ruin des Schmidtschen Unternehmens zu Beginn der 1930er Jahres habe dann ein Stück Industriegeschichte beendet und auch die Unternehmerfamilie tief getroffen.

Zu bewundern ist das Gemälde am Sonntag in der Zeit von 15 bis 17 Uhr.

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