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Mit 12 Jahren die Malerei entdeckt: Andreas Christ stellt in der Stadtgalerie aus

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Von: Michael Koll

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Andreas Christ vor einem seiner Werke, die derzeit in der Stadtgalerie ausgestellt sind.
Andreas Christ vor einem seiner Werke, die derzeit in der Stadtgalerie ausgestellt sind. © Koll, Michael

„Die Absicht des Künstlers ist es, in Erinnerung zu rufen, dass wir in einer wunderbar vitalen Welt leben“, rief Anke Schmich aus. Die Kunsthistorikerin fügte allerdings sogleich hinzu: „Doch statt diese zu hegen und zu pflegen, folgen wir dem ,Höher, Schneller, Weiter’, was letztlich sogar zu Kriegen führt.“

Neuenrade - Mit diesen Worten eröffnete die Sachverständige die Ausstellung „Mittendrin“ von Andreas Christ in der Stadtgalerie an der Niederheide. Der in Dortmund lebende Maler war bei der Vernissage zugegen und bestätigte später am Rande der Veranstaltung diese Einschätzung der Kunsthistorikerin.

Mit nur neun Jahren habe Andreas Christ, der am 12. September nun gerade 70 Jahre alt geworden ist, das Zeichnen und die Malerei für sich entdeckt, verriet Schmich weiter. Von seinen nun in Neuenrade ausgestellten Werken zog sie Parallelen zur griechischen Mythologie sowie zur Bibel.

Die Bilder von Christ zeigten laut Schmich mal ein landschaftliches Idyll und dann wieder Szenen eines Albtraums. „Seine Fantasiewelten sind in Farbe gegossenes Gefühl“, formulierte die Kunsthistorikerin. Der Künstler wolle aufrütteln. „Er nimmt sich alle Freiheiten, ohne sich um künstlerische Regeln zu kümmern.“

Bevor Schmich die zahlreichen Besucher der Vernissage auf die farbgewaltigen Bilder des Künstlers, die mal gegenständlich und dann wieder abstrakt sind, treffen ließ, mahnte sie noch: „Sie werden ordentlich zu tun haben, wenn sie diese Bilder entschlüsseln möchten.“

Vor Schmichs einleitenden Worten spielten Irmhild Hasstert und Tanja Riedel auf zwei Querflöten die drei Schubert-Kompositionen „Wiegenlied“, „Forelle“ und „Heideröschen“.

Den Vernissage-Besuchern erklärte Christ selbst: „Mich interessiert nicht die Natur selbst. Das ist nur ein oberflächliches Bild. Mich fasziniert die Energie dahinter.“ Am Morgen der Vernissage war er allerdings nur froh, es bis ins Sauerland geschafft zu haben: „Von Dortmund aus habe ich aufgrund all der Baustellen derzeit ganze drei Stunden hierher gebraucht“, verriet er.

Die Ausstellung ist noch bis zum 16. Oktober zu besichtigen. Die Stadtgalerie ist samstags von 10 bis 12 und sonntags von 15 bis 17 Uhr – sowie nach Vereinbarung – geöffnet.

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