22-Jähriger wegen Drogenbesitz vor Gericht

Neuenrade - 2,2 Gramm Haschisch und vier Gramm Marihuana stellten Polizeibeamte am 16. Dezember in einer Wohnung in Neuenrade sicher. In Räumen, die sie einem 22-jährigen Bewohner zuordneten, fanden sie außerdem zwei Feinwaagen, „Listen mit Namen, auf denen Summen notiert waren“, eine „Bauanleitung für eine Cannabis-Plantage“ und etwa 140 Euro Bargeld.

Außerdem soll „ein starker Dope-Geruch“ in der Wohnzimmerluft gelegen haben.

Im Strafverfahren gegen den 22-Jährigen, das jetzt im Amtsgericht Altena begann, zeigte sich aber schnell, dass die Angelegenheit komplizierter ist, als es der Zugriff der Beamten zunächst erwarten ließ. Denn die Angaben, wem in der Wohnung welche Räume zuzuordnen sind, stammte von einem Mitbewohner des Angeklagten. Nur er war bei der Durchsuchung zugegen gewesen.

„Er war sicherlich nicht überrascht, nicht nervös und kam sich nicht ertappt vor“, beschrieb ein Polizist im Gerichtssaal das Verhalten des 25-Jährigen. Dessen Räume hätten nicht nach Haschisch gerochen, erinnerte sich der Beamte auf der Grundlage der von dem Zeugen getroffenen Zuordnung der Räume. Als wenig ergiebig erwies sich die Befragung des 25-Jährigen. Nachdrücklich darüber belehrt, dass er vor Gericht nichts sagen müsse, womit er sich möglicherweise selbst belasten würde, verweigerte er jegliche Angaben, die ihn selbst betrafen. Er gab allerdings den Namen eines weiteren Zeugen preis, der zum Zeitpunkt der polizeilichen Durchsuchung in der Wohnung war. Dieser soll bei der Fortsetzung der Verhandlung nun befragt werden, ob er etwas zur Zuordnung der Räume zum Angeklagten und dessen Mitbewohner sagen könne.

Ob seine Auskünfte die entscheidende Frage, „wem was unterm Strich gehört“, beantworten werden, wird sich dann am kommenden Donnerstag bei der Fortsetzung des Verfahrens letztendlich zeigen.

Von Thomas Krumm

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