Schulen

BestellteTablets kommen nicht

Schüler arbeiten beim Distanzunterricht mit I-Pads
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Schüler arbeiten beim Distanzunterricht häufig mit Tablets.

Neuenrade – Ausgerechnet jetzt, wo Schüler Unterricht auf Distanz praktizieren müssen und Geld aus Fördertöpfen für die Beschaffung von iPads geflossen ist, da läuft es nicht. Die längst bestellten Geräte kommen nicht.

Es gibt Bestände an den Schulen, aber die reichen nicht aus. Da die Geräte nicht wenig Geld kosten und nicht unbedingt jede Familie sich ein derartiges Tablet (Stück rund 450 Euro) leisten kann, gibt es die Option der Leihe.

Es gibt allerdings nicht genug der begehrten Geräte. Sowohl in der weiterführenden Hönnequell-Schule, als auch an der Burggrundschule fehlen diese wichtigen Lernmittel Es gebe Lieferschwierigkeiten seitens des Herstellers, hieß es aus der Stadtverwaltung. An der Hönnequell-Schule muss die Schulleitung in Sachen Leihgeräte nun sogar „priorisieren“. Bevorzugt werden jene, die den Schulabschluss anstreben. Auch an der Burgschule muss improvisiert werden, wie Schulleiter Awerd Riemenschneider durchblicken ließ.

Dass die Situation so ist, liegt weder an der Stadt Neuenrade, noch am vorgeschalteten Dienstleister SIT in Hemer, versichert Sebastian Schneider, EDV-Systembeauftragter bei der Stadtverwaltung. Er ist nicht nur für die technischen Einrichtungen verantwortlich, sondern auch für die EDV oder die Veranstaltungstechnik – ein viel beschäftigter Mann. Ob Einrichtung eines Hotspots, Bühnenequipment oder Netzwerkaufgaben im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ): Schneider muss ran. Auch beim Thema iPad ist er involviert, hat die Zahlen parat: So besteht die Digitalausstattung im Schulressort aus 207 Geräten insgesamt. 128 sind für die Schüler gedacht, der Rest ist für die Lehrer.

Faktisch sind die Geräte zuverlässig und haben eine lange Lebensdauer

Sebastian Schneider

Flott gehe die Einrichtung für die Geräte vonstatten, um die sich der kommunale Dienstleister SIT (Südwestfalen-IT) kümmert. Das funktioniere bestens. Die SIT wartet Netzwerke oder Server und auch Endgeräte. Die Stadt als Träger der beiden Schulen hat nicht nur die iPads über den Beschaffungsservice von SIT bestellt, sondern auch zertifizierte, stoßfeste Hüllen, welche die Geräte schützen sollen. Schneider und Co. haben als IT-Experten Erfahrungen mit Tablets und Computern als Lernmitteln gesammelt. Anfangs habe man die vorhandenen Laptops der Schulen warten müssen. Das aber habe man aufwandstechnisch kaum leisten können, erläutert Schneider. Die Geräte seien zudem empfindlicher.

Die iPads seien – inklusive Display – hingegen sehr robust und fast wartungsfrei. „Faktisch sind die Geräte zuverlässig und haben eine lange Lebensdauer.“ Die Software werde zentral gepflegt. Die Schul-iPads sind natürlich speziell hergerichtet. Schneider erläutert, dass „nicht alles mit den Geräten erlaubt“ und daher möglich sei. Spezielle Apps habe man ausgewählt, zudem seien die Geräte im Apple-Netzwerk registriert. Niemand außer den Schülern könne mit den Geräten etwas anfangen. „Ein Reset“, also ein Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen, sei nicht möglich, sagt Schneider. Für die Ausgabe der Geräte wird unterschrieben. Stadtjuristin Ira Valsamidou habe die Leihverträge aufgesetzt.

Warum es nun beim Hersteller Lieferschwierigkeiten gibt, lässt sich nicht zweifelsfrei beantworten. Die Corona-Pandemie spielt bei den Lieferketten eine Rolle, zudem ist die Nachfrage wohl größer als das Angebot. Das lässt sich in Fachportalen nachlesen. Eine Presse-Anfrage an Apple blieb bislang unbeantwortet.

Digitalisierung schreitet flott voran

Die Digitalisierung der Neuenrader Schulen schreitet insgesamt aber flott voran, vor allem an der Hönnequell-Schule: Digitale Tafeln, iPads und Notebooks, Arbeiten mit Cloud, Distanz-Lernen via Schoolfox – es tut sich reichlich. Die Stadt lässt sich nicht lumpen, private Sponsoren helfen.

Die private Freie Waldorfschule ist ebenfalls in top digitaler Verfassung. Auch hier wird fleißig in die digitale Infrastruktur investiert.

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