Diskussion um Bahnhofstraße in Neuenrade

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Vor allem die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde und die Rechts-vor-Links-Regelung bringt einige Autofahrer auf die Palme. 

Neuenrade - Dass der Schöntaler Weg und die Bahnhofstraße plötzlich 30er-Zone sind, Langsamfahren gilt und auch Rechts-vor-Links, führt offensichtlich bei Teilen der Autofahrerzunft zu Verdruss.

Zumindest „würden die Wogen hochschlagen“ hieß es unter anderem vom Detlef Stägert (FWG) und auch von Frank Bäcker (SPD), als das Thema am Mittwoch im Planungs- und Bauausschuss angeschnitten wurde. 

Stägert berichtete von einer selbst erlebten gefährlichen Situation, bei der er einen Unfall nur durch Ausweichen auf den Bürgersteig habe verhindern können, weil ein Autofahrer Rechts-vor-Links eben noch nicht realisiert habe. 

Die breite Straße lade zum Schnellfahren ein, da komme man nicht umhin, baulich etwas zu machen, um die Situation zu entschärfen. Auch gab es Kritik von ihm: Der Tag der Schildaufstellung, die Änderung der verkehrstechnischen Rahmenbedingungen, das sei aus seiner Sicht grenzwertig verlaufen. 

Bauliche Veränderungen? 

Bauamtsleiter Marcus Henninger sagte dazu, dass eine offizielle Beschilderung ja auch gar nicht nötig sei, gleichwohl habe die Verwaltung aus Eigeninitiative dennoch Schilder mit dem Hinweis auf eine geänderte Vorfahrtsregelung aufgestellt. Und Halte-/Wartelinien aufzumalen, das gehe eben nicht mehr, das sei inzwischen verkehrsrechtlich verboten. 

Gleichwohl sagte Henninger, dass es durchaus „Überlegungen gebe, da etwas baulich zu ändern“. So könne man die Buswartebuchten zurückbauen. Dadurch wäre auch Platz für Buswartehäuschen, zudem würde das den Verkehr entschleunigen. 

Auch eine Verschwenkung im oberen Bereich der Bahnhofstraße (Nähe Feuerwache) könne realisiert werden. Er betonte aber auch: „Wir hoffen, dass sich die Leute mittelfristig an die neue Situation gewöhnen“. Der Bauamtsleiter hatte auch Bürgerreaktionen parat: „Da gab es viele Leute, die mit reiner Abzocke rechneten. Aber es haben sich auch Leute bei der Verwaltung bedankt – Anwohner.“ 

Geschwindigkeitsanzeiger als Option

Bäcker brachte noch das Aufmalen von Parkflächen ins Spiel. Und hielt das Aufstellen eines elektronischen Geschwindigkeitsanzeigers für sinnvoll. Henninger verwies darauf, dass dort tagsüber, zu den verkehrsträchtigen Zeiten niemand parke, in Sachen Geschwindigkeitsanzeiger schien er nicht abgeneigt. 

Frank Bäcker wandte sich noch einmal an jene, die in einem sozialen Netzwerk „die Riesenwelle“ gemacht hätten. „Die sollen einfach hierher kommen, Fragen stellen und dann bekommen sie auch eine Antwort.“ Und gleich könnten diejenigen auch sehen, wie das mit der Demokratie funktioniere. 

Marc Hantelmann, CDU-Fraktionschef, sagte, dass es auf Facebook auch durchaus differenzierte Kritik gegeben habe. Aber die Verantwortung liege hier eben bei jedem Autofahrer. Es gelte abzuwarten, wie sich die Situation dort entwickele. 

Auch Bürgermeister Antonius Wiesemann kommentierte die Verkehrssituation an der Bahnhofstraße in der Diskussion. Er verwies auf den Schulverkehr im Bereich des Bahnhofes. „Mir sind die Schüler da sehr wichtig“, sagte er und ließ durchblicken, dass langsam fahren dort mehr als angebracht sei. Jede Veränderung brauche seine Zeit, auch die Autofahrer würden sich sicher anpassen.

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