Fraktionswechsel in Neuenrade

Dieser SPD-Ratsherr macht jetzt Politik für die CDU

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Stefan Schmidt (Mitte) wird in der CDU-Geschäftsstelle von Marcus Dunker (links) und Mark Hantelmann begrüßt.

Neuenrade – Die Mehrheit der CDU-Fraktion im Stadtrat wächst ab sofort um einen Sitz.

Der bisherige SPD-Ratsherr Stefan Schmidt wechselt die Fraktion und nimmt sein Mandat mit. Bei den Sozialdemokraten ist Schmidt bereits ausgetreten. 

In einer Pressemitteilung der CDU Neuenrade nennt Schmidt seine Beweggründe: „Einige Dinge im Ortsverband und der Fraktion der SPD Neuenrade passen nicht mehr mit meiner Meinung überein.“ Dies habe er der örtlichen SPD-Führung in einem Schreiben mitgeteilt. 

"Folgenreiche Entscheidung"

Schmidt bedankt sich für die „vielen Jahre der vertrauensvollen Zusammenarbeit“ und sei traurig, dass er diese „folgenreiche Entscheidung“ habe treffen müssen: „Denn es haben sich auch Freundschaften entwickelt.“ Der SPD-Fraktion wolle der deshalb „menschlich verbunden“ bleiben. 

Der 56-Jährige war der SPD beigetreten und vertrat die Sozialdemokraten bereits ab 2002 als sachkundiger Bürger in Ausschüssen. Seit 2014 sitzt Schmidt für die SPD im Stadtrat. Darüber hinaus gehört er aktuell dem Ausschuss für Umweltschutz und Forsten, dem Bau-, Planungs- und Stadtentwicklungsausschuss, sowie dem Verwaltungsrat der Stadtwerke an. 

Schmidt nimmt Ratsmandat mit

Als gebürtiger Altenaffelner hat er im vergangenen Frühjahr gemeinsam mit dem Altenaffelner Zirkel und CDU-Ortsvorsteher Andreas Wiesemann die Aktion „Ein Dorf fährt Schiff“ mit organisiert. An dem Dorfausflug nahmen damals rund 180 Personen teil. 

Der Fraktionswechsel wurde mit Beginn des Jahres 2020 vollzogen. Sein Ratsmandat wird Schmidt mitnehmen und bereits bei der nächsten Ratssitzung am 29. Januar seinen neuen Platz bei den Christdemokraten einnehmen. Die Arbeit von Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) nennt der 56-Jährige „zukunftsweisend“, das neu gegründete medizinische Versorgungszentrum Neuenrade (MVZN) bezeichnet er als einen wichtigen Schritt, „wo von vielen Richtungen das Haar in der Suppe gesucht wird“. 

Wer macht die beste Politik in der Stadt?

Auf die Frage, warum Schmidt nicht parteilos im Rat weitermacht oder sich der Freien Wählergemeinschaft Neuenrade, der FDP oder den Grünen angeschlossen hat, sagt er: „Es geht mir nicht um Bundes- oder Landespolitik, mir geht es rein um Neuenrade – und die beste Politik für diese Stadt kommt von der CDU, da will ich mitmachen.“ 

Seiner Überzeugung nach werde „Politik unter Menschen“ entwickelt. Auch die Stimmung und Umgang innerhalb der CDU-Fraktion waren wichtige Punkte für ihn: „Wir teilen die politischen Überzeugungen, sprechen auf Augenhöhe und kommen persönlich hervorragend klar.“ 

Verärgerung bei der SPD

Bei seiner Begrüßung in der CDU-Geschäftsstelle an der Ersten Straße bekam er jüngst die internen Strukturen und Organisationen der heimischen Christdemokraten erklärt. CDU-Parteichef Marcus Dunker freut sich, einen weiteren Mandatsträger in seinen Reihen begrüßen zu dürfen: „Er wird sich wohl fühlen.“ Auch CDU-Fraktionschef Mark Hantelmann äußerte sich, sagte: „Aktive und kreative Ehrenamtler wie ihn haben wir schon einige, seine Erfahrung und Kompetenzen sind eine ideale Ergänzung, davon profitieren alle.“ 

Verärgert ist der SPD-Mit-Fraktionschef und Parteivorsitzende Thomas Wette. Der Sozialdemokrat zeigte sich vor allem irritiert über die Art und Weise, wie der einstige Parteikollege seinen Schritt avisiert hat. „Wer finden es schade, dass er mit uns nicht geredet hat. Er hat uns seine Entscheidung per SMS mitgeteilt“, sagte Wette. Auch im Vorfeld habe sich dieser gravierende Schritt in keiner Weise angekündigt. Schmidt habe seinen Unmut nicht kundgetan. Die Ausschüsse, an denen die SPD beteiligt ist, habe man nun eben umbesetzt, sagte Wette weiter. 

Auch Hammer wechselte die Fraktion

Parteiwechsel sind nicht selten. Michael Hammer, einst FWG, wechselte jüngst zur FDP. Frank Staffel, bei der Stadtverwaltung zuständig für Rats- und Ausschussangelegenheiten, muss nun prüfen, ob das „wesentlich für die Ausschüsse“ ist. „Die Fraktionsstärke muss sich in den Ausschüssen widerspiegeln“, sagte er.

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