Kraftstoff aus Radlader abgesaugt

1000 Euro Belohnung für Hinweise auf Diesel-Diebe

Mitarbeiter der Firma Ossenberg vor dem Radlader, den Unbekannte geknackt und leergesaugt hatten. - Foto: von der Beck

Neuenrade - Als jetzt wieder einmal Diesel aus dem Radlader, der an der Oststraße stand, geklaut wurde, hatte Meinolf Lohman den Kaffee auf. Diese Angelegenheit brachte buchstäblich das Fass zum Überlaufen. Meinolf Lohmann, kaufmännischer Mitarbeiter bei der Firma Ossenberg, macht das ganze nun öffentlich und seinem Zorn Luft.

Fast 30 Jahre ist er in der Branche, aber was sich in den vergangenen Jahren in Sachen Diebstahl abspiele, das sei neu. Nun lobt die Firma Ossenberg, ein 40 Mann-Betrieb, 1000 Euro Belohnung aus – für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen. Wer etwas wisse, möge sich an die Polizei wenden.

Dieselklau aus Baustellenfahrzeugen ist in diesen Zeiten wohl zur Regel geworden, allein bei Ossenberg passierte das schon ein gutes Dutzend Mal, in diesem Jahr. Sachbeschädigungen kommen gelegentlich vor, häufiger wird gerne Mal größeres Werkzeug geklaut. Unlängst ließen die Diebe einen Hydraulikhammer und einen zig Kilogramm schweren Anbaulöffel mitgehen. Und nun an der Oststraße – die sei beleuchtet und keine einsame Baustelle, dort gebe es auch recht viel Verkehr. Klar werde nach der Anzeige die Polizei aktiv, doch bisher sei in jedem Fall nach ein paar Wochen ein Bescheid der Staatsanwaltschaft eingegangen, mit dem Hinweis, dass das Verfahren eingestellt werde. Und so bringt man bei Firma Ossenberg längst nicht mehr jeden Diebstahl zur Anzeige, und spart sich zuweilen die Mühe.

Baustellensicherung ist nun das täglich Brot. Schwere Kabeltrommeln werden unzugänglich auf Containern platziert, Bagger so geparkt, dass Baustellenequipment gesichert werde. Auf größeren Baustellen würden einige Firmen sogar inzwischen Security einsetzen, sagte Lohmann.

Einige Diebe seien zudem recht dumm, würden versuchen, aus dem Hydrauliköltank Diesel zu zapfen. Und es kam auch schon vor, dass die Täter wohl aus Frust dann Sand in die Hydraulikanlage gekippt hätten. Auch hat man bei einem Lastwagen auch schon mit der Brechstange ein Loch in den Tank geschlagen. Deshalb kommt bei Dieseldiebstahl auch immer der Techniker raus, um die Fahrzeuge dann durchzuchecken. Es sei dabei nicht der Verlust durch Diebstahl, der hohe Kosten verursache. Die Folgekosten durch Arbeitsausfall und Neubeschaffung seien das Teure, erläutert Lohmann.

Er hofft auf die moderne Technik. So seien spezielle Überwachungstechnologien in der Entwicklung, die – für Diebe unbemerkt – Alarm auslösen würden.

- Von Peter von der Beck

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare