Infrastruktur

Massive Kritik an Regionalplanentwurf

Dort, wo die geplante Umgehungsstraße aus einem Kreisverkehr heraus via Neuenrade-Süd starten soll, ist Fläche für die Industrie vorgesehen. Südlich B229 nennt sich das Vorhaben im Regionalplanentwurf.
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Dort, wo die geplante Umgehungsstraße aus einem Kreisverkehr heraus via Neuenrade-Süd starten soll, ist Fläche für die Industrie vorgesehen. Südlich B229 nennt sich das Vorhaben im Regionalplanentwurf.

Der Regionalplanentwurf der Bezirksregierung steht und die betroffenen Städte können ihre Statements abgeben. Es ist ein umfassendes Werk und es wird die regionale Entwicklung vorschreiben. In Neuenrade ist die Kritik groß.

Neuenrade – Einst hieß dieses Werk Gebietsentwicklungsplan. Das Werk ist nach Rechtskraft, was die Ziele angelangt, bindend für die Kommunen. Der Entwurf befasst sich mit Belangen, die von Naturschutz über Siedlungs- Industriegebiete bis hin zu Standorten für erneuerbare Energien reichen. Die Neuenrader Verwaltung hat nun eine Stellungnahme zu den Änderungen im Regionalplan erarbeitet, die auch im nächsten Bau-, Planungs- und Stadtentwicklungsausschuss präsentiert wird. Dabei sieht die Verwaltung die Regionalplanungen zum Teil sehr kritisch.

Besonders was die Ausweisung von Windenergieflächen, ein interkommunales Gewerbegebiet oder Überschwemmungsbereiche anbelangt wird die Stadtverwaltung teilweise deutlich. Da geht es um absurde interkommunale Verbindungen, welche die Planer in Arnsberg angenommen haben, um Nichtberücksichtigung von naturschutzrechtlichen Belangen oder Anmerkungen in vorangegangenen Werkstattgesprächen, die dann nicht berücksichtigt würden. Kritik gibt es vor allem deswegen, weil an örtlichen Gegebenheit am grünen Tisch vorbeigeplant worden sei. So sollen kleinere Gebiete im Norden (Richtung Berentrop) und im Süden (Areal der neuen Kita) Wohnbauflächen zu berücksichtigen. Vorhandenen Wohnbebauung an der Breslauer Straße sei gar nicht dargestellt. Was Gewerbeflächen anbelangt, so hat die Verwaltung Korrekturbedarf was Überschwemmungsgebiete anbelangt. Hier ist unter anderem vorhandene Bebauungen in Küntrop nicht berücksichtigt. Reservegewerbeflächen östlich vom Landeplatz Küntrop wollen die Regionalplaner herausnehmen, die Neuenrader wollen die Flächen behalten. Sie sollen als Sondergebietsfläche für Fotovoltaik berücksichtigt werden.

Interkommunales Gewerbegebiet in Küntrop?

Höchst erfreut ist die Verwaltung aber über die Ausweisung einer Gewerbefläche „Südlich B229“. „Die Darstellung dieser Fläche im Regionalplan wird ausdrücklich begrüßt.“ Das ganze orientiere sich an der Trasse der geplanten Umgehung und finde volle Zustimmung.

Irritationen gibt es allerdings im Hinblick auf ein im Regionalplan dargestelltes interkommunales Gewerbegebiet mit Plettenberg – als Reservefläche. Das liegt aber nicht etwa irgendwo an der Ortsgrenze zu Plettenberg, sondern im Norden von Küntrop und grenzt an den Flugplatz an. Grundsätzlich freut sich die Verwaltung über diese mehr als 30 Hektar große Reserve. Man weist die Regionalplaner allerdings darauf hin, dass zwei Hektar dem Flugplatz zuzurechnen seien Und außerdem Eine interkommunale Zusammenarbeit mit Plettenberg sei da „nicht zielführend“. Denn die direkte Verbindung nach Plettenberg sei zu lang und außerdem noch für Schwerlastverkehr gesperrt. Man glaube daher auch nicht, dass das Gebiet für Plettenberger Unternehmen / Dependancen überhaupt attraktiv sei.

Planungshoheit wird konterkariert

Gar nichts hält die Verwaltung von der Ausweisung der Windareale außerhalb des Kohlbergs. Nicht zu Unrecht wird auf die „rechtskräftig ausgewiesene Vorrangzone“ auf dem Kohlberg verwiesen Und – dass man doch schon das gesamte Stadtgebiet im Hinblick auf Windenergie untersucht habe. Das Stadtgebiet weise doch die naturschutzrechtlichen Rahmenbedingungen auch – im Osten lebten doch Wachtelkönig, Wanderfalke, Schwarzstorch, Rotmilan. Jetzt sei man wegen des Entwurfs zu neuen Planungen verpflichtet, mit absehbarem Ausgang. Das verursache nicht unverhältnismäßigen Zeitaufwand für die Stadt, und „konterkariere auch die kommunale Planungshoheit“.

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