Natur und Umwelt

Landwirte gegen Regionalplan

Die dicken blaugrünen Linien zeigen die „besonderen Gebiete für den Schutz der Natur“ in diesem Bereich des Märkischen Kreises.
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Die dicken blaugrünen Bereiche zeigen die „besonderen Gebiete für den Schutz der Natur“ in diesem Teil des Märkischen Kreises.

Neuenrade – Die Landwirte aus dem Märkischen Kreis protestieren gegen den Regionalplanentwurf. Denn der Plan stelle die Land- und Forstwirtschaft vor große Probleme.

Der aktuelle Regionalplanentwurf hat nicht gerade viele Befürworter. Nun haben die Planer auch die versammelte Bauernschaft gegen sich aufgebracht. Landwirte sehen sich ihrer Existenzgrundlage beraubt. Der Entwurf für den Bereich MK bedrohe vor allem Landwirte, die auf Grünland als Futtergrundlage für Milchvieh oder Pferde angewiesen sind. Er mache zudem eine Zukunftsplanung unmöglich.

„Schlag ins Gesicht der Flächenbesitzer“

Am Mittwoch machten Bauer Markus Schwartpaul aus Neuenrade, Ortslandwirt Ulrich Peterschulte und der Landwirtschaftliche Kreisverband Märkischer Kreis mit seinem Vorsitzenden Günter Buttighofer ihrem Ärger Luft. Buttighofer wehrt sich für seine Bauern vor allem gegen die willkürlich erscheinende Gebietsausweisungen auf dem Regionalplan, der das wirtschaftliche Handeln der Bauern massiv einschränke. „Das ist ein Schlag ins Gesicht der Flächenbesitzer.“

Es geht um große Bereiche, welche seitens der Bezirksregierung als „Besondere Gebiete für den Schutz der Natur“ ausgewiesen werden. Betroffen sind intensiv genutzte Grünlandflächen vor allem in Gewässernähe. Manche Höfe sind teilweise im Entwurf zu finden, manche vollständig. Diese Naturschutzplanung ist mit Einschränkungen für die Nutzung versehen. Sprich: Statt fünf Mal Gras ernten pro Jahr wäre dann nur noch zwei Mal möglich. Es könne sogar sein, dass eine Nutzung ganz und gar versagt werde. Das würde zum Beispiel die Kalkulation von Milchviehbetrieben gefährden, welche auf hochwertige Silage vom eigenen Grünland angewiesen sind. Auch das Düngen könnte noch mehr eingeschränkt werden. Eine Expansion des Betriebes oder Neubau von Ställen sei kaum mehr planbar. Grundstückswerte würden sinken. Der oberste Kreislandwirt betonte dabei: „Wenn etwas schützenswert ist, werden wir uns dem nicht verweigern, aber hier hat die Bezirksregierung eindeutig übers Ziel hinausgeschossen.“ Man habe hier vom „grünen“ Schreibtisch aus agiert.

Ohnehin würden die Landwirte schon freiwillig 1500 Hektar im Kreis in Naturschutzprogrammen haben, abgesehen vor der persönlichen Wertschätzung für die Natur. Nicht nur Landwirte, die Grünland intensiv nutzten, seien betroffen, auch Wirtschaftswaldbesitzer würden in ihren Möglichkeiten eingeschränkt, falls der Entwurf so durchkommen würde.

Gut zu tun hatten die hauptamtlichen landwirtschaftlichen Berater, um gemeinsam mit jedem einzelnen Landwirt entsprechende Stellungnahmen zu erarbeiten. Und das in Pandemiezeiten, persönliche Treffen waren kam möglich. Zum Frist-Ende am 30. Juni haben nicht weniger als 110 Betriebe betriebsspezifische Einsprüche bei der Bezirksregierung eingereicht. Auf eine Antwort werde man Jahre warten müssen – so die Erfahrung.

Das Mindestziel der protestierenden Landwirte ist klar: Die Hofstellen sollen aus der Überplanung herausgenommen werden, die Landwirte bestehen auf eine qualifizierte, abgesprochenen Ausweisung der Gebiete.

Dass sich etwas tut, hofft auch der Neuenrader Bauer Markus Schwartpaul. Die Hälfte seines Betriebes wurde als Gebiet für den Schutz der Natur ausgewiesen. Er sieht seine Existenz bedroht.

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