Osterkerze spendet Feuer für das Brauchtum

Spiel mit dem Feuer: Die lodernden Flammen verfehlten vor allem bei den Jungs ihre Wirkung nicht.

NEUENRADE ▪ Vielerorts stiegen am Wochenende wieder dicke Rauchsäulen in den dämmrigen Abendhimmel und wiesen den Dorfbewohnern den Weg. Die Brauchtumspflege fasziniert seit Jahren Klein und Groß gleichermaßen, die sich wieder zahlreich um die Feuerstellen in Küntrop, Blintrop, Affeln und Altenaffeln versammelt hatten.

Vor allem in katholischen Kirchen wird vor der Feier der Osternacht ein kleines Feuer entzündet – das Osterfeuer. Während des Gottesdienstes steckt der Priester an ihm die Osterkerze an – ein Sinnbild für Jesus Christus als Licht der Welt. Diese Liturgie wird mit dem Entzünden vieler Osterfeuer fortgeführt. So auch in Küntrop. In den frühen Abendstunden machte sich eine zweiköpfige Delegation der Küntroper Feuerwehr auf den Weg in die St. Georg Kirche. An der Osterkerze entzündeten die beiden Blauröcke ihre Fackeln und trugen sie unter den Augen der Besucher zurück zum hoch aufgetürmten Holzstoß aus Baum- und Strauchschnitt. Nur kurz darauf begann das Grün zu zischen und zu knistern. Allmählich züngelten die ersten Flammen um die Äste und nahmen zusehends „Fahrt“ auf.

Ungeduldig wartete derweil die Blintroper Jugend auf ihr eigens kleines Osterfeuer, über dem Stockbrot gebacken werden sollte. Während der große Holzstoß langsam vor sich hin kokelte, hantierten die Mädchen und Jungen eifrig an ihrem eigenen Exemplar, das mit „Startproblemen“ zu kämpfen hatte. Ein kleiner Wettbewerb entfachte rund um die lodernden Flammen in Affeln. Die hoch über dem Osterfeuer thronenden Strohpuppe zog die Blicke der Kinder auf sich – vor allem deren Kopf. Der durch die Hitze mittlerweile schon sehr gezeichnete Fußball sollte dennoch fallen, weshalb ein paar Steinchen geworden wurden.

Ein Blick über die Felder hinweg lud zum Nachbardorf ein – in nur wenigen Kilometern Entfernung erhoben sich die nächsten Flammen aus der Dunkelheit. Auch die Altenaffelner blieben ihrer Ostertradition treu und verbrachten gesellige Stunden im Schein der Flammen. - Susanne Riedl

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