Nach Taxi-Unfall

Deshalb ärgert sich ein Anwohner über Tempo 30 vor seiner Haustür

Anwohner Winfrid Schulte zeigt das mit dem Asphalt verschmolzenen Metall.
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Anwohner Winfrid Schulte zeigt das mit dem Asphalt verschmolzenen Metall.

Rund Monate sind vergangen, seit auf der Straße in der Ortschaft Birnbaum zwischen Affeln und Plettenberg ein Taxi ausgebrannt ist. Die ramponierte Fahrbahn ist noch immer nicht instand gesetzt, im Bereich der Unfallstelle gilt derzeit Tempo 30. Die Anwohner könnte das eigentlich freuen, aber das Gegenteil ist der Fall.

Affeln ‒ Rund vier Monate ist es her, seit in Höhe der Ortslage am Birnbaum ein Auto komplett ausbrannte. Vermutlich aufgrund eines technischen Defektes fing der Mercedes eines Plettenberger Taxiunternehmens am 19. Juli gegen 1 Uhr nachts Feuer. Der 28-jährige Fahrer reagierte geistesgegenwärtig, half der Kundin aus dem Auto.

Vom brennenden Taxi blieb trotz des Feuerwehreinsatzes nur ein Stahlgerippe übrig – und eine demolierte Fahrbahn. Die Spuren des Fahrzeugbrandes im Kurvenbereich sind noch heute deutlich zu erkennen. Der Landesbetrieb Straßen.NRW untersuchte die stark beschädigte Fahrbahn nach dem Unfall und veranlasste eine deutliche Reduzierung auf Tempo 30, um Anwohner vor sich sonst eventuell lösenden Metallteilen zu schützen.

Bei der Reparatur der Fahrbahn hat sich noch nichts getan und auch an die Geschwindigkeitsbegrenzung hält sich kaum jemand – so berichtet zumindest Anwohner Winfrid Schulte. „Der Großteil der Autofahrer ignoriert das Tempo 30 Schild einfach“, sagt Schulte. Er selbst werde dafür häufiger durch Hupgeräusche gestört, wenn dann doch einer mal Tempo 30 fahre und entsprechend wütende Reaktionen hervorrufe. „Und unser Hund denkt dann häufig, es wolle jemand auf das Grundstück abbiegen und schlägt an“, so Schulte.

Kontrolliert worden sei die Geschwindigkeit dort noch nie. „Wenn hier gemessen würde, müssten wohl sehr viele ihren Führerschein abgeben“, glaubt Schulte. Hauptsächlich Fahrschulautos und einige gewissenhafte Fahrzeugführer hielten sich an die Temporeduzierung auf der L 696. Alle anderen – das zeigte der Ortstermin – rasen teilweise auf der letzten Rille über die schadhafte Unfallstelle und durch die Kurve.

Mit der Reparatur der Straße soll es aber nun flott voran gehen. Das zumindest verspricht der Sprecher von Straßen NRW, Karl-Josef Fischer, auf Nachfrage der Redaktion: „Wir wollen die Sache noch vor dem Winter regeln.“

Indes: Das Ganze ist ein Versicherungsfall. Zwar hat Straßen.NRW eine Baufirma bereits beauftragt, doch die Versicherung ziere sich und wolle zunächst andere Angebote zur Reparatur einholen. Straßen.NRW will nach Angaben des Sprechers nicht in Vorleistung treten. Man werde die Angelegenheit bei der Versicherung anmahnen und er hoffe, dass diese endlich grünes Licht gebe, sagte Fischer. Bei der Reparatur des Schadens an der gerade erst frisch sanierten Landstraße geht es um eine Schadenssumme in Höhe „von etwa 12 000 Euro“.

Auch Anwohner Winfrid Schulte hat bei Straßen.NRW nachgefragt. Ihm habe man gesagt, dass es mit der Reparatur bis zu einem Jahr dauern könne. Derweil haben Winfrid Schulte und seine Frau neben Hupgeräuschen und dem Bellen des Hundes auch noch ein bisschen Nürburgring-Atmosphäre direkt vor der Haustür.

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