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Der Tipp kam vom Steuerberater: So arbeitet eine Firma im MK jetzt nachhaltig und kostensparend

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Von: Peter von der Beck

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Dennis Böhm, Geschäftsführer der Böhm Plast-Technology GmbH und Innpro-Bauleiter André Zenzmann.
Dennis Böhm, Geschäftsführer der Böhm Plast-Technology GmbH und Innpro-Bauleiter André Zenzmann. © von der Beck, Peter

Der Tipp kam vom Steuerberater. Und Dennis Böhm, Geschäftsführer der Böhm Plast-Technology GmbH, machte kurzen Prozess und ging mit der Firma Innpro einen Deal ein.

Innpro sorgt dafür, dass die Dachfläche saniert und gedämmt wird. Dann kommen Solarpaneele aufs Dach und es wird Strom produziert. Zudem kümmert sich Innpro um Pflege und Wartung der Anlage. Die Firma Böhm wiederum kann nach Abschluss der Arbeiten den produzierten Strom direkt zu einem vereinbarten Preis nutzen. Was darüber hinaus an Strom erzeugt wird, wird ins Netz eingespeist.

Das Investitionsvolumen kann sich sehen lassen. „Rund 650 000 Euro sind es“, sagt André Zenzmaier, Bauleiter bei Innpro. Dafür werden die 3000 Quadratmeter Dachfläche des Böhm-Komplexes an der Oststraße nun mit 2600 Quadratmeter Photovoltaik-Elementen, hergestellt in China, bestückt. 1400 Quadratmeter Dachfläche werden saniert. Und es gibt schon einen Investor, der das Dachobjekt von Innpro gekauft hat. Es sind auch ganz andere Photovoltaik-Modelle möglich.

Mittelständler könnte Summe nicht stemmen

Geschäftsführer Dennis Böhm erläutert, dass sich der Deal mit Innpro Kompensationsgeschäft nennt. Und er ist angetan, dass so etwas möglich ist. Denn: Ganz allein könne ein Mittelständler wie Böhm eine derartige Summe mal nicht so eben stemmen. Das Projekt lief jedenfalls reibungslos. Einziges Ärgernis: Die Bürokratie, welche am Ende das Projekt um ein gutes halbes Jahr verlängert habe, wie Dennis Böhm schätzt. Insgesamt waren bis jetzt rund ein dreiviertel Jahr Vorarbeit nötig.

Innpro will das Projekt nun bis Ende April/Mitte Mai abschließen. Bis dahin ist noch einiges zu tun. Unter anderem „die Ertüchtigung des Trafos“. So wird die Anlage „im dritten Quartel des Jahres in Betrieb gehen“, verspricht Bauleiter Zenzmaier.

Nur noch zwei statt drei Schichten

Böhm hat zudem die Gelegenheit ergriffen, um kostentechnisch auch den Betrieb neu zu justieren. Inzwischen sei ein Zwei- statt Dreischichtbetrieb möglich, bei gleichem Umsatzvolumen. Nun wird die Produktion dank der Photovoltaik am Ende auch günstiger. Die Böhm Plast-Technology GmbH befasst sich mit der Produktion von Thermoplast- und Duroplastartikeln. Spritzgießwerkzeugen, Baugruppenmontage und Veredelung von Kunststoffprodukten. Das Unternehmen beschäftigt 50 Mitarbeiter. 1,7 Millionen Kilowattstunden Strom hat Böhm im vergangenen Jahr verbraucht. Die Photovoltaikanlage wird rund 500 000 Kilowattstunden bringen. Dabei spielt auch die Sonneneinstrahlung eine Rolle. Mit Blick auf den Nachhaltigkeitsaspekt verweist Geschäftsführer Böhm auch auf die damit verbundene Einsparung beim Kohlendioxid. „Das bringt zwischen 260 und 300 Tonnen“, sagt Böhm erfreut. Übrigens ist Böhm auch bereit, nach Fertigstellung das Projekt auf seinem Dach zu präsentieren.

Innpro, ein Unternehmen aus Stuttgart, das rund 250 Objekte projektiert und betreut, ist immer auf der Suche nach geeigneten Dachflächen. „Ab 1000 Quadratmeter Fläche wird es interessant“, sagt Zenzmaier. Doch auch mit Privatpersonen kommt man ins Geschäft. Bei Freiflächen signalisiere man natürlich auch Interesse. Was Neuenrade anbelangt sagt André Zenzmaier: „Es gibt Potenzial in der Gegend.“

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