1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Neuenrade

Starkregen zerstört die Höllmecke

Erstellt:

Von: Peter von der Beck

Kommentare

Die Höllmecke ist seit dem Unwetter nicht mehr befahrbar, muss umfassend saniert werden.
Die Höllmecke ist seit dem Unwetter nicht mehr befahrbar, muss umfassend saniert werden. © von der Beck, Peter

Das hatte es in Neuenrade noch nie gegeben: Eine zeitweise meterhoch unter Wasser stehende Innenstadt, Schotteraufschüttungen an der Hauptstraße, durch Wasserdruck hochspringende Kanaldeckel, reißende Bäche in Wohngebieten, geflutete Keller, Spielplätze und Gärten.

Neuenrade – Die Hönne wurde in Neuenrade zum reißenden Gebirgsbach, spülte Betonbrücken hinfort, der Rathauskeller wurde geflutet, die Burgschule, einzelne Wohnungen wurden massiv heimgesucht und waren zeitweise nicht bewohnbar. Die gesamte freiwillige Feuerwehr Neuenrades war während und nach dem Starkregen im Dauereinsatz. Die Hilfsbereitschaft war groß, Hilfe kam auch aus den Partnerstädten.

Straße wird weggerissen und unterspült

Materiell und strukturell die größten Schäden verursachte ein normalerweise kleiner Bach – die Höllmecke. Wasser- und Geröllmassen von den zuvor abgeholzten Steilhängen landeten in dem Bach, der durch zig Zuflüsse gewaltig anschwoll. Durch die Gewalt der Fluten wurden große Teile der serpentinenartigen Straße einfach weggespült und unterspült. Ein Befahren der wichtigen Verbindungsstraße ins Lennetal war lebensgefährlich. An der Einmündung B 236 türmte sich ein gewaltiger Schuttberg auf. Die Höllmecke musste auf einer Streckenlänge von 1250 Metern zum Teil komplett neu gebaut, vor weiteren Überflutungen geschützt und mit neuer Entwässerung versehen werden. Aufwand und Kosten sind gewaltig: Straßen NRW plant gut vier Millionen Euro für die Wiederherstellung ein. Aktuell gehen die Arbeiten gut voran. Im September soll die Straße freigegeben werden. Firma Hilgenroth ist mit Großgerät und viel Personal im Einsatz.

Vier Millionen Euro für Sanierung

Der Materialaufwand ist enorm: Rund 8000 Quadratmeter Asphaltbefestigung waren aufzunehmen, 5000 Kubikmeter Frostschutzschicht herzustellen, rund 8000 Quadratmeter und 14 Zentimeter dicke Asphalttragschicht waren aufzubringen, rund 8000 Quadratmeter Asphaltbinder (sechs Zentimeter) und hinzu kommen 10 000 Quadratmeter Asphaltbeton (vier Zentimeter). Und nicht zu vergessen: Hangsicherung mit Netzbespannung. Hinzu kommen unzählige Maschinenstunden, Arbeitstunden, „Kleinigkeiten“ wie Durchlassrohre, große Steine zur Straßensicherung, ein Düker für die Unterführung der Bundesstraße. Der Bach musste auch noch verlegt werden.

Was ein paar Stunden Starkregen zerstört hatte, muss über einen Zeitraum von einem Jahr und drei Monate wieder hergestellt werden. Das zeigt die Dimensionen der Zerstörung auf, aber auch den Wert der Infrastruktur.

Auch interessant

Kommentare