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Bald Rohbauabnahme

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Von: Peter von der Beck

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Der Eingangsbereich des Rohbaus der neuen Moschee
Der Eingangsbereich der neuen Mevlana-Moschee wirkt trotz der erheblichen Dimensionen einladend. Das Vorfeld soll noch in besonderer Weise gestaltet werden. © Peter von der Beck

Der Neubau der Neuenrader Moschee macht wieder Fortschritte: Vor allem Corona hatte zu Verzögerungen auf der Baustelle geführt. Geplant ist auch eine offizielle Begehung des Rohbaus.

Neuenrade – Die Dimensionen der neuen Moschee und auch ihre Wirkung auf den Betrachter lassen sich nun gut abschätzen. Während die von der Bahnhofstraße aus sichtbare Rückseite des Gebäudes sachlich und geschäftsmäßig wirkt, zeigt sich der Zweck des Gebäudes als muslimisches Gotteshaus sowohl auch als Begegnungsstätte an der Architektur der Vorderseite.

Die beiden rechten und linken Gebäudeteile liegen im Vordergrund und werden dabei durch große minarettartigen Säulen begrenzt. Der zurückliegende, großzügige Eingangsbereich wirkt auch als Rohbau durchaus einladend. Die Form der Fenster unterstreicht die Funktion als Gotteshaus. Von traditionellen Moscheen unterscheidet sich das Gebäude durch die Höhe der Minarette, die wohl nicht wesentlich über das Gebäudedach hinausragen werden. Insgesamt wirkt der Bau modern.

Boden musste verfestigt werden

Bautechnisch macht der Moscheebau nun kontinuierlich Fortschritte. Doch zwischendurch stockte es immer mal und es kam zu Verzögerungen. Gleich zu Beginn des Bauvorhabens musste der Baugrund mit einer besonderen Methode verfestigt werden. Hinzu kam, dass dabei eine Gasleitung touchiert wurde. Weiterer Grund für Verzögerungen: Corona.

Turbulenzen und Preissteigerungen in der Baubranche

Ibrahim Yazici, Vorstand der baubetreuenden Emug (Europäische Moscheebau- und Unterstützungsgemeinschaft) aus Köln, hat es in der Vergangenheit nicht leicht gehabt. Nicht nur, dass es schwierig war, wegen der Baukonjunktur Baufirmen zu rekrutieren, sondern es fiel auch mal eine komplette Arbeiterkolonne wegen Corona und der daraus resultierenden Quarantäne aus. „Das wirft uns eben zurück,“ sagte Yazici.

Da ein Rädchen ins andere greife, sei das eine oder andere ins Stocken geraten. Hinzu kämen die aktuell spezifischen Schwierigkeiten der Baubranche. Das mache es alles nicht einfacher bei einem spendenfinanzierten Objekt und einer auf Hochtouren laufenden Branche, lässt Yazici durchblicken.

Immerhin: Die Rohbauabnahme steht bevor. Yazici war mit Fachleuten vor Ort und man hat nun das Objekt an der Bahnhofstraße begutachtet. „Manches wurde bemängelt“, sagte er. Und diese Mängel werden nun abgestellt. Dann folgt noch einmal die Abnahme durch die Emug und die behördliche Rohbauabnahme kann nun vorbereitet werden. Involviert sind derzeit Fensterbauer, Gerüstbauer, Dachdecker oder auch Bauelektriker. „59 Fenster sind eingebaut.“ 170 Fenster- / Sichtelemente sind es wohl insgesamt. Die behördliche Rohbauabnahme gehört zu den Standards. Überprüft wird, ob die Bauvorschriften eingehalten werden und den öffentlich-rechtlichen Maßgaben entspricht. Zwischenkontrollen gibt es immer mal.

Großes Projekt

Unabhängig von der Rohbauabnahme befassen sich die Verantwortlichen inzwischen auch mit dem äußeren Erscheinungsbild des 1,5 Millionen-Euro-Projekts. „Gerne hätten wir eine Klinkerfassade in einem Naturton gehabt, aber wir werden uns wohl wegen der Kosten dagegen entscheiden,“ sagte Emug-Vorstand Ibrahim Yazici zum Moschee-Bauprojekt, das durch Spenden finanziert wird. Was nun den Innenausbau anbelangt, da gibt es noch nichts Konkretes. „Soweit sind wir noch nicht, das ist zu früh.“

Ibrahim Yazici sagte zudem, dass die Gemeinde, der Türkisch-Islamische Verein Neuenrade und eine Emug-Vertretung eine Art öffentliche Begehung der baulichen Anlage mit der Stadt plane, um umfassend über das Bauprojekt und den Baufortschritt zu informieren.

Bisherige Moschee an die Stadt verkauft

Grund für den Moscheeneubau ist, dass die bisherige Mevlana-Moschee (eine ehemalige Tankstelle und angrenzender Gebäudekomplexe an der Bahnhofstraße) vor allem zu klein ist. Die Gemeinde verkaufte das Gebäudeensemble an die Stadt Neuenrade. Der Erlös gehört zum Grundstock des Moschee-Neubaus. Derweil zahlt die Gemeinde marktübliche Miete an die Stadt.

Amtsleiter und Bauamtsleiter Marcus Henninger bestätigte auf Nachfrage, dass es in dem mit der Stadt geschlossenen Vertrag „zeitliche Vorgaben“ gibt. „Wir haben aber noch keine Folgenutzung.“ Das Areal werde im Rahmen von Ikek überplant.

Emug hat gut zu tun: Bundesweit 80 laufende Baustellen

Zurück zur Emug. Der Moscheeverein hat derzeit „80 laufende Baustellen bundesweit“. Auch der Verein leidet unter den gewaltigen Preiserhöhungen für Baumaterial und allen anderen Problemen in der Branche. „Es ist schon schwer in dieser Zeit und unter diesen Umständen wird alles teurer. Das ist für uns ein riesengroßes Problem. Da haben wir zu kämpfen.“ Gleichwohl habe man allerdings in vielen Gewerken schon vor den Branchenproblemen Verträge geschlossen.

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