„Der diabetische Moslem übernimmt die Macht“

Thilo Seibel und Lüder Wohlberg rechneten am Sonntag mit dem „unkalkulierbaren“ Jahr 2010 ab.

NEUENRADE ▪ 2010 war durchwachsen – nein – unkalkulierbar. Wie dem auch sei, das kabarettistische Duo Thilo Seibel und Lüder Wohlenberg rechnete am Sonntagabend im restlos ausverkauften Saal der Villa am Wall mit dem Jahr 2010 ab, mal nachdenklich, mal provokant, aber stets amüsant. Das Publikum fühlte sich jedenfalls vortrefflich unterhalten. Die Drohung, heute müssten sich die Gäste nur mit Seibel begnügen, weil Wohlenberg noch nicht angekommen sei, stellte sich als nette Einleitung heraus. Wohlenberg, der auch als Zwei-Meter-Halbgott von sich reden macht, ließ nicht lange auf sich warten.

Unkalkulierbar, weil 2010 sowohl die Eurokrise als auch die Wirtschaftskrise, die Deutschland zu Beginn des Jahres tyrannisierten, plötzlich – zack – weggeblasen waren. Nicht mal der Wirtschaftsminister Rainer Brüderle hätte dem Aufschwung etwas anhaben können, konstatierte das Duo und setzte den ersten Seitenhieb Richtung politische Oberklasse.

Jahresendabrechnung nennen Seibel und Wohlenberg ihr Programm und lassen wahrlich kaum eines der heiklen Themen aus, die 2010 geprägt haben. Selbst die gewagten Thesen eines Thilo Sarrazin griffen sie auf und nahmen die Immigrationsproblematik von der wissenschaftlichen Seite aus in Angriff. Der Moslem vermehrt sich, wie Sarrazin feststellte. Der Diabetiker aber auch, interpretierten Seibel und Wohlenberg die offiziellen Statistiken des vergangenen Jahrzehnts – sogar deutlich schneller als der Moslem. Sarrazin wagte einen Blick ins Jahr 2130 und malte eine düstere Zukunft aus. Seibel und Wohlenberg gingen noch einen Schritt weiter: „Am Ende übernimmt der diabetische Moslem die Macht!“ Klimawandel, Ölverknappung, die Vorherrschaft der Wirtschaftsmacht China – „Was interessiert es uns dann noch? Soll sich doch der diabetische Moslem damit herumschlagen!“

Seibel und Wohlenberg packten das facettenreiche Jahr 2010 aus allen Blickwinkeln an, stellten amüsante Zusammenhänge her, machten politische Hintergründe für jeden begreifbar – natürlich immer mit einer persönlichen Note garniert. ▪ maj

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