„Denkzettel“ nach Gertrüdchen-Schlägerei

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Neuenrade - Relativ glimpflich für die Angeklagten verlief im Amtsgericht Altena ein Jugendstrafverfahren, in dem es unter anderem um eine Auseinandersetzung im Rahmen des Gertrüdchens 2018 ging.

Laut Anklage waren zwei 20-Jährige aus Neuenrade und Werdohl an einer Auseinandersetzung beteiligt, in deren Verlauf ein 25-Jähriger aus Plettenberg Prellungen und eine Platzwunde am Ohr erlitt. 

Der Geschädigte erinnerte sich im Amtsgericht an die Begegnung mit einer Gruppe von Jugendlichen in der Nähe des Partyzeltes, zu der auch die beiden Angeklagten zählten. „Ich konnte nicht bis drei zählen – da hatte ich schon eine Faust in der linken Gesichtshälfte“, erklärte er. Als Schläger identifizieren konnte er nur den Angeklagten aus Neuenrade. 

Nasenbeinbruch und Platzwunde 

Ein 23-jähriger Iserlohner wollte schlichten und bekam noch mehr ab: einen Nasenbeinbruch, eine Platzwunde an der Stirn und Blutergüsse im Brustbereich und an den Seiten. Laut Anklage sollte der 20-jährige Werdohler ihm diese Verletzungen zugefügt haben – das allerdings konnte kein Zeuge stichhaltig bestätigen. „Wer was gemacht hat, habe ich nicht gesehen“, bedauerte eine junge Zeugin. 

Die Angeklagten hatten eine etwas andere, letztlich aber nicht überzeugende Sicht der Dinge: Sie seien durch verschüttetes Bier ihrer „Gegner“ provoziert worden. Dadurch sei die Keilerei in Gang gekommen, bei der sie sich eigentlich nur verteidigt hätten. „Wir haben nicht zu zweit auf ihn eingetreten. So etwas macht man auch dann nicht, wenn man betrunken ist“, versicherte der Angeklagte aus Werdohl. 

Wochenendarreste ohne Smartphone 

Überzeugend waren letztlich nur die Angaben zum ersten Schlag des 20-jährigen Neuenraders. Richter Dirk Reckschmidt verordnete ihm als „Denkzettel“ zwei Wochenendarreste zum Nachdenken – ohne Smartphone oder Fernsehen. 

Dem Werdohler Angeklagten konnte letztlich keine handgreifliche Beteiligung an der Keilerei in Neuenrade nachgewiesen werden. Aber auch er muss ein Wochenende im Arrest schmoren: Nach dem Ende der Beziehung zu einer jungen Frau hatte er sie geschlagen und beleidigt, indem er ihren Lebenswandel in bösen Worten als unsittlich bezeichnete. 

Ex-Freundin angespuckt und beleidigt

 „Ich habe ihr eine geklatscht, sie angespuckt und beleidigt“, lautete das klare Geständnis nach einem Geschehen, das selbst nach Angaben des Angeklagten aus der „untersten Schublade“ stammte. „Ich bereue das richtig. Wir haben uns wieder vertragen“, beteuerte er vor Gericht. Auch er bekam Gelegenheit, in einer Zelle ein Wochenende lang nachzudenken.

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