Eine Demo ohne Hetze und Parolen 

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Schule ohne Rassismus - dafür steht die Hönnequell-Schule.

Neuenrade - Etliche Neuenrader setzen ein Zeichen für das friedliche Miteinander in Neuenrade.

Der 15-Jährige brachte es auf den Punkt. „Wir sind hier, um zu zeigen, dass wir alle Freunde sind“, sagte Behzad. Und: „Wir sind Neuenrader“. Auch Alexandra und Valeria waren in den Stadtpark gekommen um Flagge zu zeigen – gegen Rassismus und für das freundschaftlich-friedliche Miteinander. Thorben Schürmann, Sozialarbeiter der Hönnequell-Schule, hatte im Grunde das ganze in Kooperation mit dem Jugendnetzwerk und dem Jugendzentrum als ein großes Picknick organisiert und zu dieser lockeren Veranstaltung eingeladen. 

Es gab Würstchen, auch ein Eiswagen war geordert und Schüler und andere waren dazu eingeladen worden, sich öffentlich und klar gegen den Rassismus zu positionieren – ohnehin das Schulmotto. Die Stadt Neuenrade unterstützte das Ganze. Etliche folgten dem Ruf. Viele Besucher schauten vorbei und hatten extra selbst gemachte Speisen mitgebracht. Schüler kamen sowieso, aber auch Familien – vom Kleinkind bis zum Großvater – besuchten den Park.

 

Auf Religion reduziert

Vor dem Hintergrund des Auftritts von Pegida-Aktivist und Islamgegner Michael Stürzenberger, der in der vergangenen Woche auf Einladung der Bürgerinitiative gegen den Moscheeneubau in Neuenrade als vorgeblicher Islam-Experte gesprochen hatte, ließen sich gerade deshalb auch türkischstämmige Familien blicken. „Das Miteinander in Neuenrade ist gut. Es kann nicht sein, dass jemand von außerhalb kommt und hetzt“, sagte Rabia Kotulus. Auch deshalb wolle man eben hier ein Zeichen setzen.

 Dass doch einige Neuenrader offensichtlich die Stürzenberger-Show gut fanden, war für manch einen türkischstämmigen Neuenrader ein Schock. Einer sei erschüttert gewesen, weil er seine halbe Nachbarschaft dort gesehen habe. Kritik am Islam in Stürzenbergermanier wurde offenbar auch persönlich genommen. Manch einer ärgert sich, auf die Religionszugehörigkeit reduziert zu werden.

Nicht immer erklären müssen

 Auch etwas anderes bereitet zum Beispiel Hülya Aydemir Kummer oder vielleicht sogar Verdruss: „Ich will mich nicht immer erklären müssen. Es reicht.“ Gekommen war sie „um zu zeigen, dass Neuenrade bunt ist, dass wir zusammen gehören.“ Rabia Kotulus sagte zudem: „Wir leben hier, wir arbeiten hier, wir sind mittendrin, das ist meine Heimat.“ Am Ende war es doch eine Demonstration, aber eine Demonstration ohne Parolen und Megaphon aber dafür eine Demo mit Herz und für das Miteinander.

Zeichen setzen für das Miteinander in Neuenrade

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