Bücherei: Einkaufsetat wird gekürzt

Der Etat für die Stadtbücherei wird begrenzt. - Foto/Archiv: sanna

Neuenrade - Nicht ohne stolz präsentierte Sandra Horny, Leiterin von Zelius und Stadtbücherei ihre Bilanz. Enorme Steigerung bei den Ausleihzahlen, viel mehr Leser, verstärkte Vernetzung mit den meisten Neuenrader Institutionen. Und das trotz einer personell schwierigen Situationen, die das Büchereiteam mit massivem Stundeneinsatz kompensierte.

Von Peter von der Beck

Und da wirkte dann der Beschluss, das Budget der Bücherei für die Erneuerung des Bestandes um 1000 Euro zu kürzen wie ein Schlag ins Gesicht.

Zumindest erschien Sandra Horny irritiert, als der Vorschlag der CDU-Fraktion kam, das Budget auf 10 000 Euro zu deckeln. Offensichtlich war das für die Büchereileiterin eine Überraschung.

Zuvor hatte Horny die Fakten präsentiert: Gestartet 2012 mit Ausleihzahlen in Höhe von 30 040 liegt die Stadtbücherei bei rund 41 400 Ausleihen. ein gewaltiges Plus, das angesichts sinkender Nutzerzahlen in der Nachbarschaft, enorm ist. „Das macht uns keiner nach“, hatte Horny nicht ohne Selbstbewusstsein gesagt. Zumal gerade bei den Kindern ein guter Anstieg zu verzeichnen ist.

Auch die Zahl der Leser hat sich entsprechend erhöht: Registrierte die Bücherei 2011 noch 1640 Leser so sind es 2014 rund 2240. Der Gesamtbestand der Medien hat sich von 19101 (im Jahr 2011) auf aktuell 20662 erhöht. Der Bestand der Bücher ging dabei zurück. Auch bei der Onleihe hatten Stadtbücherei/Zelius einen guten Start erwischt. Das Angebot wird gut angenommen. Dazu haben sich Horny und Co weitergebildet. Horny selbst hat nun ein Zertifikat als Lese-Expertin, dazu wurden diverse Tagesfortbildungen zur Leseförderung bei Jungen, Internetrecherche oder Leitung in kleinen und mittelständischen Bibliotheken gemacht. Zudem referierte Horny beim Deutschen Bibliothekarskongress in Bremen und steuerte einen Fachartikel in einer Fachzeitschrift bei. Horny präsentierte noch die Vielzahl von Projekten und Angeboten (wir berichteten), die für alle Bevölkerungsgruppen und alle Altersgruppen gedacht sind und von Bücherboxen fürs Wartezimmer über die samstägliche Vorlesezeit bis hin zu digitalen Leseprojekten reicht.

Auch einen Ausblick auf 2015 gab Horny den Mitgliedern des Kulturausschusses: neben des Standards wird es einen Onleihe-Tag durch das freie W-Lan in Neuenrade geben und einen Demenz-Tag mit der Demenzgruppe im Quartier am Stadtgarten.

Alle dankten Horny und ihrem Team und von Dierk Rademacher hieß es, dass man hoffe, das Angebot von Zelius/Stadtbücherei noch Jahre weiter vorhalten zu können und dass man sich angesichts der vielen Überstunden im Büchereibereich mit dem Bürgermeister zusammensetzen werde, um eine Lösung zu finden, die den Haushalt nicht belaste.

Dann kam im Verlaufe des Ausschusses dann der Vorschlag der CDU-Fraktion, den Erwerb der Medien auf 10 000 Euro jährlich zu deckeln. Von Uwe Loske, SPD, kam dann der Einwand, dass dann dadurch sicher die Attraktivität der Bücherei sinke. Seitens der CDU ließ man denn auch ein Schlupfloch offen, man könne doch die Entwicklung beobachten und dann noch mal sprechen. Und der Bürgermeister Antonius Wiesemann sagte auch, dass man „mal 1000 Euro von dem Budget herunternehmen sollte.“ Man müsse nach allen Seiten ein Zeichen setzen. Weiter ins Spiel gebracht wurde eine Erhöhung der Mahngebühren, das hält Horny für kontraproduktiv. Ihrer Erfahrung nach könne das zu Konfliktpotenzial und Abmeldungen ganzer Familie führen, zumal man ja erst im vergangenen Jahr die Mahngebühren massiv erhöht habe. Bleibt noch die Bemerkung von Sandra Horny zu erwähnen, die nun „beim Sachbuchbestand“ sparen will.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare