Zusammenarbeit könnte verlängert werden

Deal unter Kooperationspartnern: CDU verzichtet für die Grünen auf Platz im Ausschuss

Christiane Vollmer, Fraktionschefin der Grünen, freut sich über einen weiteren Sitz im Ausschuss.
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Christiane Vollmer, Fraktionschefin der Grünen, freut sich über einen weiteren Sitz im Ausschuss.

Es war ein Deal der CDU mit Bündnis 90/Die Grünen im Rahmen der Kooperation seit der Kommunalwahl. Die Neuenrader CDU gibt ihren Anspruch auf den Posten eines Sachkundigen Bürgers im Ausschuss für Natur, Klima, Nachhaltigkeit und Forsten ab.

„Es war unser Wunsch, mit zwei Personen in diesem Ausschuss zu sitzen“ sagte Christiane Vollmer. Die Fraktionschefin der Grünen gab dazu eine Erklärung heraus.

Demnach bekommt Andreas Raphael, der für den Grünen auch bei der Kommunalwahl angetreten war, den Posten des Sachkundigen Bürgers, Vertreten wird er durch Janine Lohmann. Somit haben die Grünen in dem neu zugeschnittenen Aussschuss zwei Vertreter: Eben Fraktionschefin Vollmer und Andreas Raphael. Mit Raphael und Lohmann habe man „zwei ausgewiesene Experten und engagierte Menschen für Natur-, Klima- und Nachhaltigkeit – eben für eine grüne Politik gewinnen können“.

Andreas Raphael freut sich auf die neue Aufgabe

Andreas Raphael freut sich jedenfalls über „diese neue kommunalpolitische Aufgabe“ und dass er seine politischen Ziele auch im Nachhaltigkeitsausschuss vertreten könne. Raphael war bei der Kommunalwahl im Wahlbezirk 8 (Philipp-Neri-Haus) angetreten und hatte dabei respektable 13,96 Prozent erzielt. Ein überdurchschnittliches Ergebnis, denn insgesamt holten die Grünen bei der Wahl in Neuenrade knapp 8,5 Prozent.

Weit vor der Kommunalwahl hatten die Bündnisgrünen eine Veranstaltung auf die Beine gestellt. „Bock auf Kommunalpolitik“ hieß das Ganze. Raphael ging hin, erfuhr dort, dass die Grünen Probleme hatten, alle Bezirke zu besetzen. Raphael war bereit, mitzumachen: „Mir war wichtig, dass die Grünen im Rat vertreten sind und ich wollte das Projekt unterstützen.“

Kein Mitglied der Bündnisgrünen

Andreas Raphael ist dabei kein Mitglied der Bündnisgrünen. Gleichwohl will er etwas bewegen. Der Diplom-Ingenieur Architektur will sich da insbesondere für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung in Neuenrade einsetzen. Da hat er als Schwerpunktthema die Energiewende. Dafür sieht er reichlich Potenzial in Neuenrade. Da gebe es riesigen Sanierungsbedarf.

Andreas Raphael, Sachkundiger Bürger für die Grünen.

Die Kooperation zwischen Bündnis 90/Die Grünen und der CDU ist bereits eine durchaus enge Verbindung. Grünen-Chefin Vollmer sieht aber weitere Möglichkeiten das Ganze noch enger und langfristiger zu gestalten. Mit CDU-Fraktionschef Mark Hantelmann befinde sie sich in einem regen Austausch. Ein ersten Themenpapier habe sie bereits mit ihm ausgetauscht. In dem kommenden Tagen werde man sich zusammensetzen und Schwerpunktthemen wie Klima und Verkehr, Digitalisierung, aber eben auch Inklusion und Barrierefreiheit behandeln, um an Ende einen Fahrplan aufzustellen.

Zusammenarbeit für die gesamte Ratsperiode

Dabei stellt Christiane Vollmer heraus, dass es Sinn ergebe, die Kooperation mit der CDU über das zunächst angepeilte eine Jahr hinaus einzugehen. Denn manche Projekte ließen sich einfach nicht in so kurzer Zeit umsetzen. Deshalb könne man eine ganze Ratsperiode bei der Zusammenarbeit ansetzen.

Ob es dazu eine Art Koalitionsvertrag gibt, vermochte sie nicht zu sagen. „Ich denke, es wird aber etwas Schriftliches geben.“ Dabei betonte Vollmer, dass sie das Ergebnis komplett zur Kenntnis geben werde, um aufzuzeigen, wohin man denn wolle. Transparenz sei wichtig. Alle anderen Parteien seien eingeladen, sich hier bei diesen zukunftsträchtigen Themen einzubringen, um etwas zu bewegen. Dass die anderen Parteien diese Themen auch im Fokus haben, wundert sie nicht: „Am Thema Klima kommt keiner vorbei.“ Es gehe um Sachthemen und Nachhaltigkeit für Neuenrade.

Kooperation ein Vorgriff auf die Bundestagswahl?

Die Zusammenarbeit von Schwarz und Grün könnte sogar ein Vorgriff auf die Bundestagswahl im Herbst sein. Vollmer sagt mit einem Augenzwinkern: „Ich habe ja immer gesagt, dass wir hier Vorreiter sind.“ Ansonsten scheint die Zusammenarbeit mit CDU und Grünen in der Region nicht unbedingt Standard zu sein. Nur „in Sundern gab und gibt es wohl Sondierungsgespräche mit der CDU.“ Für Christiane Vollmer aber ist die Nähe zur CDU gar nicht verwunderlich. „Was das Bewahren und Erhalten anbelangt, waren wir mit den Konservativen nie weit auseinander.“ Eine Nähe, die zumindest von der Neuenrader CDU nicht verneint wird, wie Daniel Wingen als stellvertretender Fraktionschef durchblicken ließ.

Einen weiteren Aspekt der Neuenrader Kommunalpolitik hatte Vollmer, die nun neu in der Neuenrader Politikszene ist, zuvor aber viele Jahre in Dortmund kommunalpolitisch aktiv war, in ihrer Haushaltsrede zur Sprache gebracht. Sie habe in vielen Gesprächen bemerkt, dass Verletzungen und persönliche Befindlichkeiten aus der Vergangenheit der Neuenrader Kommunalpolitik wohl eine nicht unwesentliche Rolle spielten. Das sei doch nicht lösungsorientiert.

Empfindlichkeiten beiseite legen

Sie hatte darum gebeten, derartige Empfindlichkeiten beiseite zu legen. „Viele junge Leute sind anschließend zu mir gekommen und haben betont: ,Gut, dass das mal einer gesagt hat’“, berichtet Christiane Vollmer abschließend.

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