Datenstaubsauger für Neuenrader Webseite

Mit etlichen Schaubildern suchte der Professor das Projekt zu illustrieren. - Foto: von der Beck

NEUENRADE -  Es soll ein Nachrichtenstaubsauger werden, der auf der Neuenrader Internetseite in konzentrierter Form alles Relevanteausspuckt. Diese spezielle Suchmaschine für Neuenrade präsentierte als Protoyp am Dienstagabend Professor Peter Vieregge vom Forschungsinstitut für Regional- und Wissensmanagement den Mitgliedern des Ausschusses für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförferung.

„Neuenrade 2.0. Die Stadt ins Web – das Web in die Stadt“, so hatte der Professor seinen Vortrag überschrieben, „Horizont Neuenrade 2. 0“ sollte der Prototyp dieser speziellen Erweiterung des städtischen Internetpräsenz dann heißen.

Am Abend zuvor hatte der Mann das Projekt schon in einem kleinen Kreise von Unternehmern präsentiert, mit nicht so überragendem Erfolg. Man habe sich skeptisch gezeigt, habe nachgefragt, was denn der Nutzen des Ganzen sei, habe gefragt, was „Horizont Neuenrade“ denn leisten könne, was Google nicht vermöge?

Klare Sache, dass Viereggel eine Antwort parat hatte und er kam am Dienstagabend bei den Mitgliedern des Ausschusses wohl besser an. Es gehe darum, „den Standort Neuenrade aufzuschließen“, sagte der Wissenschaftler. Viel spezifischer als Google das könne, viel intensiver könne das Neuenrader Geschehen aufbereitet werden, erklärte Vieregge. Das Wissen über Neuenade sei vorhanden, sei aber eben nicht einfach zu entdecken und solle durch jene spezielle Webpräsenz verfügbar gemacht werden.

Das betreffe Arbeitsplätze, Vereine, Unternehmen, Ausgeh- und Einkaufsmöglichkeiten genauso wie Gesprächsthemen aus diversen sozialen Plattformen, Verkaufsangeboten von Ebay, Filme bei Youtube sowie für Neuenrade relevante Pressemeldungen.

Die modernste Datensammeltechnologie werde für diese Webseite dann eingesetzt. Spezifische Rubriken würden auf drei Kernfunktionen für den Nutzer der Neuenrader Seiten bereit gestelllt: Das sei an erster Stellen eben die Stadt-Suchmaschine, die alle Webseiten umfasse, die in der Stadt verfügbar sind.

Dann soll es als zweites Element einen Stadt-nachrichtendienst geben – über Webseiten aus der Stadt und über Webseiten, die über die Stadt berichten. Integriert sei dort eben ein Nachrichtendienst „Bewerber“, wie Vieregge es nannte. Dieser umfasse Bewerberpofile aus der Region sowie Bewerber, welche in die Region ziehen würden. Entsprechende Suchparameter filterten potenzielle Neubürger heraus. Offenbar eine nicht uninteressante Geschichte für Unternehmen, die mit dieser Technologie und entsprechenden Suchbegriffen potenzielle Fachkräfte mit Interesse an Neuenrader Branchen finden können. Umgekehrt übrigens ähnlich: Geballtes Neuenrade-Wissen stünde bei „Horizont Neuenrade 2. 0“ auch allen Interessenten an der Region offen.

Das dritte Element sei die Rubrik Stadtkommunikation. Ähnlich wie bei sozialen Netzwerken, könnten die Nutzer selbst Kommentare verfassen, die wiederum in den Nachrichtendienst mit einfließen würden – jenen Nachrichtenticker, der einen permanenten Strom mit angeblicher Neuenraderelevanz auf der Homepage ausspucke. Unter dem Strich soll die Identifikation mit der Stadt gestärkt werden.

Angelegt werden soll das Ganze möglichst kostenneutral, als „non-profit-Ansatz“, formulierte Vieregg. Soll heißen, dass für die technischen Betriebskosten – 150 Euro – Sponsoren aufkämen. Da hatte Vieregg die örtlichen Unternehmer im Visier. Die würden ja auch profitieren. „Die Einbindung der Industrie und lokaler Unternehmen, die ein Interesse an einer lebendigen Stadt für die Anwerbung von Fachkräften haben, ist der Schlüssel zum Erfolg des Portals“, schreibt Vieregg in einem Informationsschreiben.

Ähnliche Pilotprojekte laufen auch schon in anderen Städten der Region. Er nannte Altena und Eslohe, für die es ebenfalls Prototypen gebe. Es werde jetzt jedenfalls einige aus dem Kreis der Strukturausschussmitglieder geben, welche diesen Prototyp wohl testen werden.

Von Peter von der Beck

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