Straßen.NRW lässt gut 30 große Eschen fällen

Das Ende einer Baumallee in Blintrop

Rund 30 Eschen wurden im Dorf Blintrop gefällt. Sie litten unter dem Eschentriebsterben und gefährdeten nach Angaben von Straßen.NRW den Verkehr.
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Rund 30 Eschen wurden im Dorf Blintrop gefällt. Sie litten unter dem Eschentriebsterben und gefährdeten nach Angaben von Straßen.NRW den Verkehr.

Die dicken Eschen, welche über viele Jahrzehnte die Marktstraße zwischen Kuschert und dem Dorf Blintrop geprägt haben, sind nicht mehr. Die Bäume mit dem Durchmesser eines Bistro-Tisches mussten aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt werden.

Auftraggeber ist Straßen.NRW. Die Behörde hat hier Sicherungspflicht. Bei diesem Kahlschlag handelt es sich nicht um die einzige Fällmaßnahme, die zuletzt in Neuenrade durchgeführt wurde.

Ein Arbeiter des ausführenden Unternehmens Kettwiger Baumdienst sagte zum Abholzen der Bäume: „Eschensterben – es ist der Klassiker.“ Und so werden aus den stattlichen Bäumen am Ende Holzpellets. Denn die Eschen kommen „in den Schredder“. Dass man über den 1. März hinaus die Bäume absäge liege daran, dass Gefahr im Verzug sei.

Nur noch die Stümpfe bleiben übrig

Kahl sieht es nun aus, jede Menge Baumstümpfe zeigen an, dass hier einst stattliche Bäume als „Straßenbegleitgrün“ standen. Im Dorfzentrum hatte das Unternehmen ebenfalls noch zu tun. Der Sprecher von Straßen.NRW, Andreas Berg, bestätigte, dass hier das Eschentriebsterben Ursache für die Fällung sei. 30 Eschen habe man insgesamt in dem Bereich fällen müssen. „In Langenholthausen und auch noch in Garbeck müssen weitere Bäume gefällt werden“, sagte Berg am Donnerstag auf Nachfrage. Er betonte: „Teilweise waren die Bäume so geschädigt, dass sie beim Einsatz des Fällkrans schon auseinandergeflogen sind, hat man mir berichtet.“

Auch ausgangs Blintrop fällte das beauftragten Unternehmen einige Eschen.

„Die Eschen werden wird durch den Pilz Hymenoscyphus pseudoalbidus derzeit massiv in ihrer Verbreitung und Entwicklung beeinträchtigt“, heißt es in einer Veröffentlichung der bayrischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft. Der Verursacher des Eschentriebsterbens, auch Falsches Weißes Stängelbecherchen genannt, habe sich mittlerweile in 22 Ländern Nord-, Ost- und Mitteleuropas etabliert. Seit seinem Erstnachweis in Deutschland im Jahr 2007 werde eine negative Krankheitsentwicklung in Eschenbeständen jeglichen Alters zunehmend sichtbar. Mit einem Rückgang des Erregers sei derzeit nicht zu rechnen. Die Anzahl resistenter Eschen sei sehr gering, weswegen derzeit gezielt an der Aufklärung des Infektionsweges, dem Krankheitsverlauf und der Ausbreitung des Pilzes geforscht werde, heißt es von der Landesanstalt weiterhin.

Die Kronen der Bäume vertrocknen

In der Praxis bedeutet es, dass die Kronen der Bäume vertrocknen, Äste können herunterfallen oder der ganze Baum kann in einem späteren Stadium umkippen.

Straßen.NRW verfügt über speziell ausgebildete Mitarbeiter, welche die Bestände an den Straßenrändern beobachten, begutachten und gegebenenfalls auch reagieren. Wie Straßen.NRW-Sprecher Berg weiter erläuterte, sei es nicht nur das Eschentriebsterben, welches dem Landesbetrieb in Sachen Sicherungspflicht Kummer bereite. „Auch Trockenstress, die Rußrindenkrankheit (Ahorn) oder eben auch Borkenkäferbefall bereitet uns Sorgen“, sagte Berg.

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