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Darum sieht Feuerwehrchef in vielen Einsätzen auch etwas Positives

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Von: Volker Griese

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Viele Beförderungen und Ehrungen, aber auch Verabschiedungen standen bei der Jahresdienstbesprechung der Freieiwlligen Feuerwehr am Samstagabend an.
Viele Beförderungen und Ehrungen, aber auch Verabschiedungen standen bei der Jahresdienstbesprechung der Freieiwlligen Feuerwehr am Samstagabend an. © Michael Koll

Auf ein arbeitsreiches Jahr blickte Neuenrades Feuerwehr Chef Karsten Runte bei der Jahresdienstbesprechung am Samstag zurück. In gewisser Weise war er darüber aber sogar froh. Außerdem konnte er zwei Mitglieder zu neuen Brandinspektoren befördern und äußerte Sorge über die Nachwuchsförderung. Auch der Bürgermeister macht sich Sorgen.

Neuenrade ‒ Erstmals seit drei Jahren fand eine Jahresdienstbesprechung der Neuenrader Feuerwehr wieder in gewohnter Form statt. In der Fahrzeughalle des Gerätehauses an der Bahnhofstraße saßen die Kameraden im Beisein von Bürgermeister Antonius Wiesemann und Bauamtsleiter Marcus Henninger beieinander.

Stadtbrandmeister Runte freute sich zwar über die gelockerten Corona-Einschränkungen, mahnte aber zu einer weiteren Rückkehr zur Normalität: „Acht Stunden Unterricht mit Maske, das ist nicht einfach“, kritisierte er die Bedingungen der aktuell stattfindenden Aus- und Weiterbildung bei der Feuerwehr. „Der Wiederanlauf in diesem Jahr war holprig.“

Dann ging Runte auf die zurückliegenden zwölf Monate ein und blieb zunächst einen Augenblick bei der überstandenen Pandemie. 22 Brandsicherheitswachen, also Einsätze bei Veranstaltungen, absolvierte die heimische Wehr bereits im noch laufenden Jahr. Runte schloss daraus: „Wir fahren das Leben in dieser Stadt wieder hoch. Und das ist gut so.“ 2021 hatte es gar keine Brandsicherheitswachen für ihn und seine Kameraden gegeben, 2020 waren es immerhin noch zwölf gewesen.

Weiter thematisierte Runte insbesondere Feuer in der Natur: „Der Sommer in diesem Jahr war sehr trocken und Waldbrände gab es nicht wenige.“ Das habe auch vermehrt zu überörtlichen Einsätzen geführt. 2022 waren es bereits 14 für die Neuenrader Wehr. Zum Vergleich: 2021 hatte es drei Einsätze in einer anderen Kommune gegeben, 2020 war es lediglich einer gewesen. Der Stadtbrandmeister resümierte für die zurückliegenden Monate: „Es war ein anstrengendes Jahr für Mannschaft und Gerät.“

Besonders ging er bei seinem Rückblick darüber hinaus noch auf einen Dachstuhlbrand an der Straße Im Glocken ein: „Wir haben noch nie so viele Atemschutzmasken in einem Einsatz verbraucht“, erinnerte er an diese kräftezehrenden Stunden.

Eindringlich appellierte Runte an die Anwesenden, sich auch für die Jugendfeuerwehr einzusetzen. Diese verfüge derzeit über 28 Kräfte, darunter auch drei Mädchen. Doch die fünfköpfige Führungsriege brauche durchaus noch Unterstützung, um den Nachwuchs anzuleiten. Aus diesem rekrutierten sich immerhin auch die künftigen Mitglieder der aktiven Feuerwehr.

So seien 2022 drei Mitglieder der Jugendfeuerwehr in die aktiven Einheiten überstellt worden, bilanzierte Runte. Zwei machten derzeit ein Löschpraktikum. Insgesamt gehörten der Feuerwehr derzeit 111 Einsatzkräfte an: 47 im Löschzug Stadtmitte, 33 in der Löschgruppe Affeln und 31 in der Löschgruppe Küntrop.

Bei seinem Ausblick auf die kommenden Monate sagte Runte: „Ich hoffe, dass wir das neue HLF20 noch in diesem Jahr erhalten.“ Das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) sei eigentlich vom Hersteller fertig montiert. Lediglich die beiden Trittstufen für den Eingang seien derzeit aufgrund von Materialmangel nicht lieferbar.

Bürgermeister Wiesemann betonte in seinem Grußwort: „Die Klimaveränderungen sind da. Es ist nicht einfach, damit umzugehen. Wir müssen in neuen Dimensionen denken.“ An die Feuerwehrkameraden gerichtet unterstrich das Stadtoberhaupt: „Die Neuenrader können stolz auf Euch sein.“

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