Darum gehen in Neuenrade jetzt mehr Kita-Kinder zu Fuß

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Etwa die Hälfte der Eltern bringt die Kinder zum Freibad, von da aus gehen sie mit Erzieherinnen zur Kita Wirbelwind, die andere Hälfte Eltern fährt die Kinder weiterhin mit dem Auto direkt an den Schütteloher Weg.

Neuenrade - Alessio weiß Bescheid. Der Fünfjährige erklärt: „Wir müssen nach links und rechts gucken, damit uns kein Auto überfährt.“ Polizeihauptkommissar Dietmar Neuhaus hörte es gerne. Gemeinsam mit seinen Kindergarten-Freunden und den Erzieherinnen der Kita Wirbelwind marschierte der Steppke am Dienstagmorgen vom Freibad zur Einrichtung am Schütteloher Weg.

Damit wurde zum Monatsersten das neue Projekt „Autofreie Kita“ begonnen. Die teilnehmenden Eltern bringen ihren Nachwuchs morgens um 8 Uhr zum Parkplatz Freibad. Dort werden die Mädchen und Jungen von Erzieherinnen abgeholt und gemeinsam geht es zu Fuß zur Kita.

Einrichtungsleiterin Monika Batusha sagt: „Die Hälfte der Eltern war von der Idee sofort begeistert. Die anderen dürfen ihre Kinder auch weiterhin mit dem Auto zum Kindergarten bringen.“ Niemand müsse Sorgen haben, aufgrund der autofreien Kita zu spät zur Arbeit zu kommen. Die Einrichtungsleiterin lächelt und fügt hinzu: „Natürlich aber dürfen die Mütter und Väter ihre Sprösslinge auch selbst zu Fuß herbringen.“

Vier Gründe für autofreie Kita

Mit einem Infobrief werden Mütter und Väter aufgefordert, zuhause zum Autofrei-Projekt einige Dinge einzustudieren – etwa die heimische Adresse, damit das Kind weiß, wo genau es wohnt.

Vier Gründe hätten sie schon vor einiger Zeit auf die Idee der autofreien Kita gebracht, erläutert Batusha. Erstens gebe es kaum Parkplätze vor der Einrichtung und die Verkehrslage sei morgens durchaus brenzlig.

Zweitens sei der Wirbelwind Bewegungskindergarten und das Zu-Fuß-Gehen gehöre für die Mädchen und Jungen seit jeher zum täglichen Kita-Geschehen. „Bewegung und frische Luft machen stark, schlau, fit und gesund“, hebt Batusha hervor.

Drittens könne auf diese Art und Weise die Wirbelwind-Verkehrserziehung vertieft werden. „Wenn die Eltern ihre Kinder im Alltag hinter sich herziehen, macht das alles, was wir ihnen beigebracht haben, zunichte.“

Unternehmen unterstützt Aktion

Ganz nebenbei schärfe jeder gemeinsamer Spaziergang mit den Kindern auch die Sprachsicherheit der Kleinen. Und viertens entlaste das Projekt die Umwelt.

Das Neuenrader Unternehmen IBG Automation GmbH spendierte jedem der 67 Wirbelwind-Kinder eine Warnweste. Der Freibad-Parkplatz bleibt dabei zunächst der einzige Sammelpunkt. Und der Nachhause-Weg am Nachmittag wird von den Kindern unverändert individuell angetreten.

Lob gab es von Dieter Richter. Der Vertreter der Verkehrswacht beobachtete den Premieren-Gang und hatte Geschenke mitgebracht: Malbücher zum Thema Verkehrssicherheit.

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