Darauf hat Neuenrade lange gewartet: Eine Million Euro Haushaltsplus

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Neuenrade – Auf solche Zahlen mussten die Verwaltung der Stadt Neuenrade und die Kommunalpolitiker lange warten: Während der Ratssitzung am Mittwochabend konnten die Mitglieder des Gremiums einen äußerst positiven Jahresabschluss 2018 zur Kenntnis nehmen.

Kämmerer Gerhard Schumacher hatte das Zahlenwerk ausgearbeitet; der Jahresüberschuss beläuft sich auf 969 404,33 Euro und soll – so der einstimmige Beschluss – der allgemeinen Rücklage zugeführt werden. 

„Es ist das erste Mal seit langer Zeit, dass wir einen positiven Abschluss in der Ergebnisrechnung erzielt haben – und dann gleich knapp eine Million Euro. Das tut uns natürlich gut“, so Schumacher. Seit der Einführung des Neuen kommunalen Finanzmanagements (NKF) 2009 hatte kein vergleichbares Ergebnis erzielt werden können. „Zu diesem Zeitpunkt begann die Wirtschafts- und Finanzkrise“, blickte der Kämmerer zurück. 

Gewerbesteuer: Einnahmen sprudeln

Dass sich die finanzielle Situation der Stadt im vergangenen Jahr derart verbessert hat, liege fast ausschließlich an den gestiegenen Gewerbesteuer-Einnahmen. In anderen Kommunen hätten diese bereits im Jahr 2017 zu einer Verbesserung der finanziellen Situation geführt. „Bei uns war das überraschanderweise nicht der Fall“, so Schumacher. 2018 aber profitierte auch die Stadt Neuenrade vom Aufschwung. Schumacher: „Im Vergleich zu 2017 sind die Gewerbesteuer-Einnahmen um circa 1,2 Millionen Euro gestiegen.“ Parallel dazu konnten die Kredite zur Liquiditätssicherung um eine Million Euro reduziert werden. Im ersten Halbjahr dieses Jahres sind diese Kredite dann erneut um eine Million Euro abgetragen worden. 

Stadtkämmerer Gerhard Schumacher.

Die Bilanz der Stadt Neuenrade zum 31. Dezember 2018 schließt ausgeglichen mit einer Bilanzsumme von 63 692 780,85 Euro ab. Der Bestand der allgemeinen Rücklage beläuft sich auf 18 784,53 Euro und die Finanzrechnung schließt mit einem Betrag von 1 989 626,53 Euro ab. 

Rahmenbedingungen weiter verbessern

Die Verwaltung sieht durch den positiven Trend der Steuereinnahmen die Chance, die Rahmenbedingungen, die vor Ort beeinflusst werden könnten, weiterhin zu verbessern. Die Stadt Neuenrade wolle sich deshalb weiterhin um die Ansiedlung von Industrie- und Gewerbebetrieben kümmern. Das gelte auch für Wohnbauflächen, um dem demografischen Wandel entgegen zu wirken. Zudem solle es Verbesserungen im Schul- und Freizeitangebot geben, um zusätzliche Anreize für eine Ansiedlung in Neuenrade zu schaffen. 

Ein Risiko für die Stadt sei – neben der augenblicklich abschwächenden Konjunktur – nach wie vor die Allgemeine und Differenzierte Kreisumlage. Aufgrund der höheren Steuereinnahmen rechnet der Kämmerer mit höheren Zahlungen. Zudem sei zu befürchten, dass die Sozialleistungen beim Kreis wieder ansteigen, wenn sich die Wirtschaftslage weiterhin verschlechtern sollte. 

Keine Entwarnung für die Zukunft

Folglich kommt die Verwaltung trotz des positiven Ergebnisses 2018 zu folgendem Schluss: „Vor dem Hintergrund der politischen, konjunkturellen und finanzwirtschaftlichen Unwägbarkeiten, kann für die Zukunft der Finanzlage der Stadt Neuenrade keine Entwarnung gegeben werden.“

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