Dagmar Freitag berichtet aus Berlin

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Peter Müller, Thomas Wette und Ulrike Wolfinger begrüßten Dagmar Freitag (2.v.r.) in Neuenrade. ▪

NEUENRADE ▪ Viel Kritik an der schwarz-gelben Bundesregierung hagelte es am Donnerstagabend im Kaisergarten: „Es wird viel Geld für Unsinn ausgegeben – Stichwort Betreuungsgeld“, findet Dagmar Freitag. Die SPD-Bundestagsabgeordnete war im Rahmen einer SPD-Mitgliederversammlung zu Gast in Neuenrade.

Vor allem das Thema Rente interessierte die rund 20 Zuhörer aus der Neuenrader SPD. So diskutierten die Anwesenden über Lebensarbeitszeit, das Renteneintrittsalter und den Unterschied von körperlicher und geistiger Arbeit. „Wir versuchen eine Lösung zu finden, das ist aber nicht einfach“, räumte Dagmar Freitag ein. „Unser Konzept ist nicht zu Ende diskutiert, da ist noch Bewegung drin.“ 850 Euro Rente wolle die SPD garantieren, „aber da muss man aufpassen.“ Denn diese Summe wolle auch von der Leyen gewährleisten, allerdings nur für Rentner, die mit Riester vorsorgten.

Das Betreuungsgeld sei gesamtgesellschaftlich und emanzipatorisch Unfug; man solle Familie und Beruf bestmöglich vereinen: „Das Geld ist in Ausbildung, Personal und Ausbau von Kitas besser aufgehoben als in Fernhaltestrategien vom Beruf“, schimpfte Dagmar Freitag.

Ihr Ausblick auf die Bundestagswahlen 2013 fiel für sie positiv aus: „Ich bin froh, dass Steinbrück Fragen beantwortet“, sagte die studierte Anglistin und Sportwissenschaftlerin. Die jüngsten Forsa-Umfragen zeigten, dass die SPD hinter der Union liege, aber aufgeholt habe. Steinbrücks Nominierung bringe Bewegung ins Spiel. Freitag appellierte aber auch an ihre Neuenrader Parteikollegen, sich im Wahlkampf zu engagieren: „Das schafft nie einer alleine, nur wir gemeinsam.“

Ihr Ziel sei eine solidarisch organisierte Gesellschaft, sagte die gebürtige Letmatherin: „Der, der es hat, steht für die ein, die es nicht können.“ Auch die Energiewirtschaft beschäftigte die SPD-Mitglieder am Donnerstagabend. Vor Fukushima sei Angela Merkel eine „Atomkanzlerin“ gewesen, sagte Freitag. Bundesumweltminister Peter Altmaier sei „hauptberuflich Twitterer“, wetterte Freitag gegen die Union. Sie gibt zu: Altmaier habe ein schweres Erbe angetreten. Aber er habe einen Plan vorgelegt, von dem keiner wisse, wann er verabschiedet würde.

Die Neuenrader zeigten großes Interesse an den Themen, die Dagmar Freitag ansprach. „Das sind Sachen, die alle angehen“, sagten zwei Zuhörerinnen. Auch die Abgeordnete zog eine positive Bilanz der Veranstaltung: „Ich bin gerne nach Neuenrade gekommen. Es macht mir Spaß, in Städten meines Wahlkreises unterwegs zu sein.“

Abschließend wählten die Neuenrader SPD-Mitglieder ihre Delegierten für die Wahlkreiskonferenz, die den Kandidaten für die Bundestagswahl aufstellen wird. Der Vorsitzende Thomas Wette und Thomas Niggemann werden die Neuenrader SPD hier vertreten. Ersatzdelegierte sind die stellvertretende Vorsitzende Ulrike Wolfinger und Stefan Schmidt. ▪ Annette Kemper

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