Infiziert in Ägypten

Coronavirus: Arzt aus MK übersteht Covid-19 und öffnet Praxis wieder

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Dr. Paul Gotthardt hat sich vermutlich während eines Urlaubs in Ägypten mit dem Coronavirus infiziert. Inzwischen ist er genesen und  seine Praxis ist wieder geöffnet.

Nach dem Ägypten-Urlaub in Quarantäne: Ein Hausarzt aus dem MK hat sich während einer Reise mit dem Coronavirus infiziert und musste seine Praxis schließen. Jetzt gibt es gute Neuigkeiten.

Neuenrade - „Ich bin wirklich sehr glimpflich davongekommen“, stellt Dr. Paul Gotthardt fest. Der Allgemeinmediziner, der sich vermutlich Mitte März während eines Ägyptenurlaubs mit dem Coronavirus infiziert hat (wir berichteten) ist inzwischen wieder vollkommen genesen.

Auch seine Praxis in der Hönnestadt ist wieder geöffnet. „Allerdings war ich in den ersten Tagen noch etwas schlapp. Da kam es mir doch sehr entgegen, dass augenblicklich nicht so viele Patienten kommen“, sagt Dr. Gotthardt. Bier schmeckte wie „aufgebrühte Silage“ Rückblickend ist der Mediziner natürlich dankbar über den milden Krankheitsverlauf.

Neben dem trockenen Reizhusten seien die Geschmacksstörungen besonders lästig gewesen, erinnert sich Dr. Gotthardt, der die Symptome schon in Ägypten verspürt hat: „Manche Menschen berichten ja, dass sie überhaupt nichts mehr schmecken. Bei mir war das nicht so, für mich schmeckte das Essen einfach anders.“ So habe er beispielsweise das Gefühl gehabt, dass die servierten Wurstsorten und Fleischspeisen „völlig versalzen waren“. Und ein Glas Bier habe er nach dem Probieren nicht weiter trinken können. „Es schmeckte wie muffiger Heutee, eher sogar wie aufgebrühte Silage, mit Schaum“, berichtet der Mediziner mit einem Augenzwinkern.

Coronavirus im MK: Arzt infiziert 

Dass er sich mit dem Coronavirus infiziert hatte, ahnte er in Ägypten allerdings noch nicht. Erst nachdem ihn seine Frau nach der Rückkehr in Deutschland zu einem Test überredete, erfuhr er von der Infektion und begab sich, gemeinsam mit seiner Frau – deren Testergebnis übrigens negativ war – in häusliche Quarantäne. Da aber auch die Ehefrau des Mediziners mit Störungen des Geruchs- und Geschmackssinns zu kämpfen hatte, vermutet Dr. Gotthardt möglicherweise ein falsch-negatives Testergebnis. „Ein Antikörpertest wird in Kürze zeigen, ob meine Frau auch erkrankt war“, stellt er fest.

Covid-19 im MK: Aktuelle Entwicklungen und Informationen zum Coronavirus im MK finden Sie in unserem Ticker. Welche Ausmaße das Virus in ganz NRW hat können sie hier nachlesen.

Glück im Unglück hatte auch ein Bekannter des Mediziners, der aufgrund einer Lungenentzündung einige Tage im Krankenhaus verbringen musste: „Auch ihm geht es besser, er konnte inzwischen entlassen werden.“ Seit der Mediziner seine Praxis wieder geöffnet hat, bemüht er sich das Infektionsrisiko für seine Patienten zu minimieren. Maximal drei Menschen dürfen im Wartezimmer Platz nehmen, damit der Sicherheitsabstand gewährleistet ist.

Coronavirus im MK: An Schutzausrüstung fehlt es

Zudem kann sich Dr. Paul Gotthardt nicht über einen Mangel an Schutzausrüstung beklagen. Der Mediziner aus Neuenrade appelliert an alle Menschen, sich auf jeden Fall an die augenblicklich geltenden Regeln zu halten, und den „gesunden Menschenverstand“ einzuschalten: „Man sollte sich einfach Gedanken darüber machen, ob man bestimmte Dinge, die mit einem Risiko verbunden sein könnten, in dieser Situation wirklich unbedingt machen muss.“

Sicherheitsabstand sollte inzwischen für jeden selbstverständlich sein – und denjenigen, die im Alltag jetzt öfters zu Plastikhandschuhen greifen, rät der Mediziner, sich nicht in trügerischer Sicherheit zu wiegen. „Auch wenn man Handschuhe anhatte, darf man keinesfalls das gründliche Händewaschen vernachlässigen.“

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