Viele Projekte realisiert

Coronavirus: So hat die Waldorfschule die Zwangspause sinnvoll genutzt

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Das neue „Eingangsportal ohne Portal“: Darüber freut sich Waldorfschul-Geschäftsführer Klaus Giljohann ganz besonders. Schüler und Besucher werden hier durch zwei auffällige Tafeln begrüßt und verabschiedet.

Neuenrade – Die lange Zeit, in der auf dem Waldorfschul-Campus am Remmelshagen coronabedingt kein Unterricht stattfinden konnte, haben die Lehrer und Mitarbeiter nicht nur vor dem Computer verbracht, um die Schüler auf digitalem Weg unterrichten zu können.

In den sieben Wochen ist auch auf dem Schulareal viel passiert.

Alle, die jetzt zur Waldorfschule fahren – seien es Eltern, Busfahrer oder auch die Schüler selbst –, werden neuerdings durch zwei auffällige Tafeln am Anfang des Grundstücks begrüßt. „Wir haben quasi ein Eingangsportal gebaut – nur ohne Portal“, sagt Schulgeschäftsführer Klaus Giljohann, der froh ist, dass der Campus durch die neuen Schilder nun eingegrenzt ist. „Und das, was auf den Schildern steht, meinen wir natürlich auch so. Bei uns ist jeder herzlich willkommen.“ Verlässt man das Schulgelände, sieht man auf der Rückseite den Schriftzug „Auf Wiedersehen“. 

Buswartehäuschen soll noch folgen

Gekümmert hat sich um diese Neuerung der Waldorf-Lehrer Benjamin Baumgarten, der gelernter Holz- und Steinbildhauer ist und an der Schule Werkunterricht gibt. Nach den Sommerferien wird er – so ist der Plan – auch das Buswartehäuschen noch umgestalten. Dieses soll mit Zeichnungen der Schüler, die auf Kunststoffplatten gedruckt werden, aufgehübscht und personalisiert werden. Für dieses Projekt hat die Waldorfschule auch eine Fördersumme von der Sparkasse erhalten. 

Die wohl größte Erneuerung findet gerade in der Schulaula statt. Hier wird die schwarze Bespannung an den Wänden hinter der Bühne erneuert.

Die größte und vielleicht wichtigste Neuerung betrifft derweil die Schulaula. Schon vor mehreren Jahren habe man Geld für eine neue schwarze Bespannung der Wände hinter der Bühne gesammelt, erzählt Giljohann. Die Summe, die für die Erneuerung nötig ist, sei zusammengekommen und lag seitdem unberührt auf einem Konto. „Wir haben nicht die Zeit gefunden, das Projekt umzusetzen“, erklärt der Geschäftsführer. Normalerweise wird die Aula viel genutzt, zum Beispiel für das Achtklassstück. Dabei handelt es sich um eine Theateraufführung, die die Schüler ein Schulhalbjahr lang einstudieren. Ziel des Projektes ist es, dass jeder Schüler seine Individualität in die Klasse einbringt und so die Gemeinschaft stärkt. 

Coronavirus in Neuenrade: Gelegenheit genutzt

In diesem Jahr muss das Achtklassstück coronabedingt ausfallen. Auch eine Abschlussveranstaltung für die Abiturienten kann nicht in der Aula stattfinden. „Die Gelegenheit haben wir daher genutzt, um den Hintergrund jetzt endlich neu zu bespannen“, sagt Giljohann. Vorher handelte es sich eher um ein Provisorium. 

In Mintgrün getaucht: Die Wände in diesem Raum der achten Klasse sind neu gestrichen worden. Jeder Jahrgangsstufe ist an der Waldorfschule eine eigene Farbe zugeordnet.

Ein alter Heizkörper wurde im Zuge der Sanierung entfernt. Eigentlich kein Hexenwerk, sollte man meinen. Das dachte sich auch Klaus Giljohann – und wurde eines Besseren belehrt. Ganze zwei Tage dauerte die Aktion; denn in dem älteren Gebäude gibt es nur eine Leitung zum Heizen, an die alle Heizkörper angeschlossen sind. Deshalb musste das gesamte Leitungssystem zuerst einen Tag lang leer laufen, dann die Heizung in der Aula demontiert werden. Schließlich wurde wieder Wasser aufgefüllt. „Zum Glück hatten wir einen fachkundigen Vater, der sich darum gekümmert hat“, sagt der Geschäftsführer. 

Masken für die Lehrer genäht

Das Lehrerkollegium hat sich um andere Projekte gekümmert: Die Beete auf dem Schulhof wurden neu bepflanzt, ein Zaun erneuert, das Waldorf-Banner am Ahornhaus, in dem sich das Sekretariat befindet, wurde abgenommen, gereinigt und wieder aufgehängt. Auch einige Wände, unter anderem in Klassenräumen, sind frisch gestrichen worden. Auf dem Außengelände wurden vertrocknete Bäume gefällt. 

Handarbeitslehrerinnen haben in der Corona-Zwangspause derweil mehr als 80 Masken in verschiedenen Größen und Farben genäht, die für Lehrer zur Verfügung stehen.

„So findet jeder eine Aufgabe und wir organisieren uns immer wieder neu“, sagt der Schulleiter und betont damit, dass gerade bei älteren Kollegen, die zur Corona-Risikogruppe gehören, viel Rücksicht auf persönliche Ängste genommen werde. „Wir ziehen alle an einem Strang und es ist toll, dass jeder versucht, sich einzubringen. Alle haben Spaß daran, etwas zu machen.“ Ein Team von Handarbeitslehrerinnen hat in der Coronapause die Nähmaschinen angeworfen und mehr als 80 Stoffmasken genäht, die nun für die Lehrer zur Verfügung stehen. 

Baumstamm wird zum Fahrradständer

In den kommenden Wochen soll noch aus einem Baumstamm ein neuer Fahrradständer entstehen und auf dem Schulhof platziert werden.

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region lesen Sie hier im MK-Liveticker.

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